Wärmepumpenrechner - NAT-Werte (DIN EN 12831 vs. BWP Klimakarte)

Hallo,

ich will mir eine Wäremumpe installieren lassen. Bei der Recherche habe ich auch auf den Wärmepumpenrechner von Andreas gefunden und natürlich genutzt und komme da auf eine Heizlast von 5,5 kW.

Mittlerweile habe ich ein Angebot von einem Heizungsbauer (HB) und der kommt auf eine Heizlast von 7,18 kW. Da ich den HB nicht kontaktieren will, um nicht besserwisserisch zu erscheinen, habe ich mal eine KI (Le Chat Mistral, keine amerikanische) gefragt und die sagt, das der HB sei verpflichtet den NAT-Wert laut DIN EN 12831 zu nehmen.

DIN EN 12831: NAT = -12°C (Zone 2: hier Saarland, Mittelgebirge)

BWP Klimakarte: NAT = -9,6°C (exakt meine Gemeinde)

Ich würde NAT = -9,6°C vorziehen, weil dann vermutlich die WP weniger taktet und wenn im Winter der Heizstab anspringt. Und mit dem Hintergrund, dass sich unser Klima weiter erwärmen wird.

Ist meine Überlegung richtig und sinnvoll und wie sage ich es meinem Heizungsbauer.

Danke und Gruß, Edwin Schäfer

Ich helfe dir mal, aber das ist eine krasse Meinung:

“Wer bezahlt Sie? Bitte eine mit 5,5KW einbauen.”

Problem gelöst. Dran denken: Wenn es dann NICHT reicht, bist DU dran und nicht er. :wink:

Hallo zusammen ,

die DIN Karte ist sehr grob eingeteilt. Selbst im Saarland gibt es erhebliche Temperaturunterschiede . Bei den Nat- Werten ist die Karte schon wesentlich kleinteiliger . Das Kleinklima kann aber keine Karte oder Datenbank erfassen . Wenn du ein Einheimischer bist , kannst du eigendlich sogar besser beurteilen welche Werte besser passen .

Danach richtest du dich aus und sagst den HB was du möchtest . Das wird dann Vertraglich geregelt und du hast die Verantwortung übernommen .

Bei einigen Herstellern sind manchmal die kleineren Modelle nur gedrosselt. Hier prüfen wie weit sie runter Modulieren können . Beispiel zum Verständnis: Der Hersteller verkauft ein Modell der Klasse 8 KW Heizleistung. Um den Markt der 6 KW WP mit abzudecken wird Software mäßig was geändert ( andere Platine ) . Beide Modelle haben die gleiche mindest Leistungsaufnahme .

Also Karten / Natwert mit Örtlichen Bedingungen abgleichen und die Modulation der WP vergleichen .
Dann entscheiden. Wie RoterFuchs schon schrieb
" Wer Bezahlt Sie ? . Die WP mit X.X KW verbauen "

Gruß Eckard

Ausdrücklich allgemein und kein(!!!) Rückschluss auf den TE:
Stimmt nicht unbedingt im klagewütigen Deutschland. Der Auftraggeber muss zwar mit den Konsequenzen leben, wäre ich HB, würde mich auch mehrfach absichern wollen. Oft genug weiß hinterher niemand mehr was von solchen Absprachen und dann heißt es nur noch "Du lieber HB hast gegen die DIN gehandelt und ersetzt mir deshalb den Schaden". Wenn es keine Klage gibt, hat der HB zumindest Arbeit mit der Beschwerde oder einen schlechten Ruf.
Im Prinzip das Gleiche wie früher, als die Heizungen stark überdimensioniert wurden "Hauptsache warm". Menschen mit dem physikalischen Sachverstand sind die Ausnahme und auch bei denen wäre ich mir nicht sicher, dass keine Klagen kommen.

Deshalb würde ich (je nach Verhältnis) die Abweichung einfach offen ansprechen und dem HB die Wahl lassen, ob man sich z.B. als Vertragsbestandteil auf die andere NAT einigen kann. Als Fachmann sollte er auch erklären können, ob und warum er an die DIN gebunden ist.

Ob es besserwisserisch erscheint, hängt doch eher vom Ton ab? Handwerker sind es zwar erfahrungsgemäß nicht unbedingt gewöhnt, dass sich der Kunde schlau macht. Wenn der Handwerker das verwerflich findet, würde ich aber auch meine Wahl überdenken. Gute Handwerker lernen bei solchen Rückfragen hingegen vielleicht sogar dankbar hinzu.
Mein Schornsteinfegermeister hatte im ersten Feuerstättenbescheid für die Brennwerttherme eine jährliche Prüfung vorgesehen, nach meiner Rückfrage, dass mit Lambdasonde eine Dreijahresfrist gilt hat er sich bedankt und einen neuen Bescheid erstellt.

Hast du bisherige Verbräuche fürs Heizen? Dann könnte man das nochmal besser abschätzen.

Was die Größe angeht: Du musst vor allem auf die unterste Modulationsgrenze achten. Eine 7kW WP muss nicht mehr takten, als eine 5kW, wenn sie die gleiche unter Modulationsgrenze hat.

So funktioniert das oft nicht. Auf so einem hohen Ross sitzt man meist nicht. Da sagt der Heizungsbauer: "Ich gehe maximal auf 7kW runter, ansonsten suchen Sie sich jemand anderen." Und die Möglichkeit, jemand anderen zu finden, dem man vertrauen kann, ist teils auch sehr schwer.

Aber vernünftig mit dem Handwerker reden aus ausloten, was möglich ist, macht immer Sinn.

Welches Gerät soll es denn bei dem Heizungsbauer eigentlich werden?

Vielen Dank für Eure Antworten.

Ihr habt mich zu der 5,5 kW WP bestärkt. Ich habe erst ein Angebot und es stehen noch zwei weitere aus, die ich vorerst noch abwarte.

Das erste Angebot beinhaltet die WP Wolf CHA-07_400V. Die eh nicht meine erste Wahl wäre. Ich werde dann mal weiter berichten.

Viele Grüße, Edwin

Habe ich übersehen:

Hast du bisherige Verbräuche fürs Heizen? Dann könnte man das nochmal besser abschätzen.

im Jahre 2025 und 2024 hatte ich je einen Gasverbrauch vom rund 14.500 kW inklusive Warmwasseraufbereitung.

Bei der Wolf CHA scheint die kleinste eh die 7kW zu sein. Die unterste Modulationsgrenze liegt bei 7/35 Grad bei 2,2 kW. Das ist schon recht gut. Viel niedriger gibts wohl kaum.

Ok, da ist 5-7 kW plausibel nach Schweizer Formel.

Hallo,

vielen Dank für die Antworten hier.

Zur Info: Ich habe noch eine Solarthermie-Anlage (STA), ca. 26 Jahre alt, auf dem Dach, bei der laut Steuergerät der Kollektorfühler (Sensor) defekt ist. Anlage lief die letzten fünf Jahre nicht.

Mir liegen jetzt vier Angebote von verschiedenen Heizungsbauern (HB) für eine WP vor.

Alle vier Angebot liegen “ausstattungsbereinigt” bei ca. 32 t€, ein Schelm der dabei Böses denkt. Ansonsten beinhalten die Angebot ähnlich Komponenten der entsprechenden Hersteller.

HB1: Wolf CHA07, die STA kann weg, das bisschen Strom für die WW-Aufbereitung wäre vernachlässigbar. Er würde mir die STA aber für ca. 4 t€ wieder anbinden. Pufferspeicher 200l, WW-Speicher 190l, Fundament bauseits.

HB2: Vaillant arotherm Plus VWL 75/8.1A. Obwohl der HB2 auch PV-Anlagen vertreibt u. montiert hat er mir unbedingt zur Anbindung der STA geraten, weil das würde im Sommer Strom sparen ohne dass ich viel investieren müsste. Leider fehlt im Angebot die Kosten für die Anbindung (werde das aber erfragen). Pufferspeicher 200l, WW-Speicher 200l. Gesamtpaket mit Elektro und Fundament.

HB3: Weishaupt WEB 7/10-A-RME-A. HB könnte die STA anbinden, Einzelheiten sind aber noch offen. Pufferspeicher 200l, WW-Speicher für Solarthermie 400l. Elekro-Installation durch Fremdfirma, Fundament bauseits.

HB4: Bosch AW7 OR-S. Die STA kann weg, hat keinen Nutzen, HB4 vertreibt u. montiert auch PV-Anlagen. Pufferspeicher 70l (sic!), Inhouse WW-Wärmepumpe 260l. Gesamtpaket mit Elektro und Fundament. Parallel hat HB4 mir dann eine PV mit 13,3 kWp, das komplette Dach Südseite 30° eingedeck,. Wechselrichter mit Speicher 10 kWh komplett für 20 t€ angeboten.

Wie ihr sicherlich versteht, bin ich total verwirrt u. verunsichert, insbesondere was die Anbindung der STA betrifft.

Bitte mal Kommentare abgeben aber auch Fragen stellen, was euch so einfällt, ohne dass ich jetzt schon konkrete Fragen stelle.

Danke und Grüße, Edwin

Siehst du jetzt. Alle um die 32 000€ für eine Wärmepumpe. Ein Heizbedarf von 14 500kWh mit Gas, also um die 13 000kWh Wärmebedarf.

Also ne popelige 7KW Monoblock-Wärmepumpe anbinden an ein vorhandenes Heizungssystem, dazu einen Puffer hinstellen und Warmwassertank mit Frischwasserstation sollte für 15 000€ durchaus machbar sein. Bekommt man aber nicht. Wenn man sich Komplettangebote machen lässt.
Für diese gesparten 17 000€ kann er dann bei Heizungsbauer 4 die PV noch dazukaufen. Da nimmt er dann nen Deye und einen Niedervolt-Akku, dazu billigere Module und davon 2 mehr.
Hätte er für dieselben 32 0000€ eine WP + PV.

Das ist aber nur meine Meinung dazu.

Hallo RoterFuchs,

vielen Dank für deine Antwort.

Du hast vermutlich Recht, dass man für 15 t€ in Eigenleistung eine WP kaufen und aufbauen kann.

Ich halte mich handwerklich nicht für unbegabt, nur körperlich leider nicht mehr ganz so fit.

Ich müsste mir dann jemanden suchen gehen, der das Fundament macht, WP transportiert, Elektrik abnimmt und beim Stromversorger meldet …. etc. Ich hätte dann lauter Einzelgewerke, teilweise mit Garantie u. Gewährleistung, teilweise ohne.

Ich komme fast nicht um ein Komplettangebot herum.

Gruß, Edwin

Es geht auch für 8000 - 9000 € (siehe hier). Vielleicht kennst Du ja jemanden, der Dir zur Hand gehen kann und bei den körperlich anstrengenden Arbeiten eine Stütze ist...

Genau so meine ich das. Einen Maurer für das Fundament, wenn du denn eines brauchst. WP kannst du selber bestellen und wird dahin geschoben. Elektriker macht den Strom und schließt an. (wieso Stromversorger melden?) Und dann kommt für den Rest der GWH-Installateur und schließt an, ggf. kann der auch die Einstellungen machen und verdient damit ebenfalls noch gut. Dann bist du bei vielleicht 20 000€ ohne Förderung.

Und wenn du den Elektriker sowieso schon hast, der kann auch die Anbindung der PV-Anlage etc. pp. machen. Dann brauchst du also auch fürs Dach nur jemanden der klettern geht. Der Elektriker kann dir ggf. seinen Kumpel empfehlen. Dann wird auch dieser Bereich günstiger.

Aber es ist dein Geld. Wenn du 50 000€ für eine Wärmepumpe + PV ausgeben möchtest, dann ist das deine Entscheidung.

Vielen Dank für die Antworten Jogobo, RoterFuchs.

Jogobo was du da gemacht hast, ist bemerkenswert.

Wenn ich das machen wollte, müsste ich mich in die techn. Details reinfuchsen (wie z. B. hydraulischer u. thermischer Abgleich, etc.). Damit wäre ich schon eine Zeitlang beschäftigt. Und wie oben schon beschriebe, das Zusammensuchen der Handwerker, Helfer etc. Soviel Zeit habe ich nicht, denn meine Gastherme ist wirklich marode und ich habe letzten Winter Angst gehabt, dass sie versagt.

Ich muss halt in den sauren Apfel beißen und ca. 16 t€ nach Förderung investieren. Eine neue Gastherme hätte mich ca. 15 t€ gekostet, wegen neuem Schornsteinabzug und neuem WW-Speicher.

Aber aus bekannten Gründen, will ich kein Gas mehr haben.

Was mich halt noch umtreibt ist entweder Anbindung meiner bestehenden Solarthermie oder ersetzen durch große PV.

Wenn es bei der Solarthermie bleibt, wird es auf alle Fälle ein Balkonkraftwerk.