Wärmebedarf gedämmter Altbau

Bei der Anschaffung meiner Multi-Split von Daikin wunderte ich mich über die Leistung der einzelnen Geräte. Das kleinste besitzt 1.5kW das Standardgerät besitzt 2 - 2.5kW.

Bei einer Heizlast des gesamten Hauses von ca. 6kW (gemessen bei -6°C) ist die installierte Leistung dann schnell viel zu hoch. Das Außengerät fängt dann zügig an zu takten, oder?

----------- - zu den Werten: - ----------

Ich habe vom Architekten eine berechnete Heizlast von 10kw bekommen. Im Winter 2025 habe ich von meiner 22Jahre alten Gas Brennwerttherme (viessmann W3Bc 11kw) täglich den Gas Bedarf und Außentemperatur gemessen. Am 26.12.25 (-6°C) habe ich innerhalb 24Stunden 144kwh Gas verbrannt => 6kw Heizlast)

Kommt drauf an wieviele Innengeräte Du hast. Hast Du nur diese beiden, haben die gemeinsam ja nur 4kW.

Vor allem kommt es aber 1. auf die Leistung des Außengeräts an, und vor allem 2. wie weit es heruntermodulieren kann. Die Innengeräte können maximal nur die Wärme abgeben, die vom Außengerät geliefert wird. Die Innengeräte dürfen in Summe mehr Leistung haben als das Außengerät - da gibts von Daikin Tabellen wieviel Mehrleistung der Innengeräte erlaubt sind.

Wenn ich diese offiziellen Berechnungen richtig verstehe, dann sind sie gerne mal etwas großzügig. Außerdem werden wohl nie zusätzliche Wärmequellen im Haus betrachtet, wie Menschen, Elektrogeräte, Kochen, ...

Kommt auch drauf an, wie gut das Haus Wärme speichern kann. Wenn z.B. plötzlich die Außentemperatur von einem Tag auf den anderen stark sinkt, dann kann es eine Weile dauern, bis die Kälte wirklich innen ankommt und die Heizung darauf reagieren muss.

Wie geschrieben wurde: Schau dir die unterste Modulationsgrenze an, die ist entscheidend und nicht die Nennleistung der Innengeräte.

Und was das Takten angeht: Lass die Geräte doch takten, macht fast jeder Kühlschrank doch auch. Problematisch wirds nur, wenn zu viele Takte, dann geht die Effizienz runter. So 1-2 Takte die Stunde halte ich für völlig unproblematisch. Aber klar, man sollte Anlagen auswählen, die möglichst tief runter modulieren.

Das war eine sehr kalte Woche. Das Haus reagiert auf Temperaturänderungen doch recht träge, da die Kellerwnde, Außenwände und das Dach vor 12 Jahren gut gedämmt worden sind.

Am besagten 25.12 war der Energiebedarf des Hauses dann am größten. (220m² beheizte Fläche, freistehendes Einfamilienhaus mit Typ33 Radiatoren , 19°C Innentemperatur, Vorlauftemperatur am besagten Tag 47°C

Jährlicher Heizenergiebedarf der Gastherme 12.000kWh (vorher, ohne Dämmung mit niedrig Temperaturkessel [keine Brennwerttherme] und mit Warmwasser waren es 39.000kWh.

Die Warmwasser Wärmepumpe (stiebel eltron wwk220 Elektronik) benötigt 2500kWh / Jahr elektrische Energie

Es wird gesagt, dass das Anlaufen des Kompressors den höchsten Verschleiß des Bauteils darstellt. Des weiteren sollen die Dichtungen durch die hohen Temperatur Unterschiede (ca.50°C) nicht unerheblich belastet werden.

Dann leider angeblich die Effizienz der Gesamtanlage.

Deswegen möchte ich an liebsten nach Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang die Wärmepumpe durch laufen lassen. Ich habe mir die kleinste 4x Multisplitt von Daikin besorgt (4MXM68A) und an dieser 2x 2kW (16m² + 14m² Räume mit nur einer Außenwand), 1x 3,5kW (35m² und 3 Aussenwände) und einmal 1,5kW (9m² Flur) Perfera- Geräte angeschlossen.

Die Heizleistung ist unter Normallast mit 8,6kW angegeben. Am liebsten hätte ich eine Multisplitt mit 8 Innengeräten und dieser Leistung :wink:

Scheint den Verdichtern kaum was auszumachen, sonst würden die Hersteller die Geräte nie so bauen, dass die teils 8 mal die Stunde takten.

Ich glaube, da wird viel erzählt, aber real halten die Verdichter ewig.

Gibts schon Erfahrungen, wie das mit dem Heizen funktioniert? Die 4er Multis sind ja nicht so ganz unproblematisch.

Hi

Nein, Erfahrungswerte habe ich noch gar keine. Mir ist auch noch nichts von der Problematik der 4er Multi - Geräte bekannt. Es gibt ja sogar noch eine Nummer größer 5MXM90A. Ich wollte aber nicht gleich das größte Gerät...

Hier im Forum ist in vielen Diskussionen aufgefallen, dass 2er und 3er Multisplits noch ganz gut von der Regelung funktionieren und ab 4er Multis es deutlich problematischer wird. Man muss da bedenken, dass alles nur ein Kältekreislauf ist und dadurch die Freiheitsgrade für die Regelung sehr eingeschränkt sind.

Hängt aber alles vom individuellen Fall ab, insofern bin mal gespannt, ob du dein System gut ans Laufen bekommst.

Mal von einer gewissen Reserve, die mit Sicherheit mit eingeflossen ist, wird der Architekt vermutlich die NAT genommen haben - so wie es der Auslegungsfall nach Norm auch vorsieht. Jetzt kommt es auf die geografische Lage an wo die NAT liegt. Das kann man hier einfach mal nachprüfen.

Wenn man vereinfacht die Heizlast bei -6°C linear auf NAT (z.B. -11°C) hochskaliert kommt man auf 7,2kW. Vermutlich wurde ein modernes Heizsystem (Wärmepumpe egal in welcher Form) herangezogen und die nominelle Heizleistung sinkt bei dieser Technoligie mit der Außentemperatur - zumindest immer dann wenn LLWP oder LWWP zum Einsatz kommen.

Quelle (KI):

Vereinfacht gesagt wurde vermutlich ein 10kW System ermittelt dass bei der angenommenen NAT z.B. die 7,2kW noch liefern kann. Oder die NAT für deinen Wohnort liegt niedriger.

Statt T_{innen} sollte man denke ich eher die Grenztemperatur nehmen, ab der geheizt wird. Default vielleicht 15 Grad. Ich hab für die letzte Heizperiode mal die Stromverbräuche linear angefittet (keine Wärmemengen verfügbar, hab meine Daikins noch nicht in HA integriert bekommen, falls das dann gehen würde). Leider nur ein Datenpunkt jenseits der -6 Grad bei mir.