Vorstellung Growatt WIT 15k-HU

Ich möchte den Growatt WIT 15k-HU Wechselrichter vorstellen, da es darüber ziemlich keine Informationen im deutschsprachigen Netz gibt und da ich mir einen der ersten bestellt und im Frühjahr 2025 bekommen habe, kann ich ein bisschen dazu Infos weitergeben, die nicht dokumentiert sind, bzw. die ich nirgends gelesen habe.

Es soll kein Thread werden, wo jeder rein schreibt, dass er einen besseren Wechselrichter hat, sondern einer, in dem jemand, der so einen als Option in Erwägung zieht oder schon hat und Hilfe dazu haben möchte, Infos findet. Gerne auch Gegenüberstellungen zu anderen Geräten, das schon.

Nur nochmal: der Wechselrichter arbeitet mit hohen Spannungen, der ist kein Spielzeug, sondern er kann auch letal sein!

Bei mir läuft er seit einigen Monaten zusammen mit 4x AOlithium 51,2V / 100Ah Akkus und wird aktuell von zwei Solarstrings mit 16 bzw. 18 Modulen (Module: 32V / 13,3A / 430W) versorgt.

Der Wechselrichter läuft im Offgrid, also auf einem Grundstück, das nicht an das öffentliche Netz angeschlossen ist.

Die Kaufgründe sind banal, zu der Zeit der Bestellung gab es als vergleichbares Produkt in Deutschland nur den Deye Sun 12k zu einem höheren Preis und die neue Generation 5 der Deye Niedervolthybriedwechselrichter war noch nicht auf dem Markt.

Ich nutze die Solaranlage für Werkzeug, Wasserpump und zum Auto aufladen. Also richtig anspruchsvolle Lasten und vor allem Lasten im Bereich der Nennleistung habe ich bisher nicht gehabt. Im Betrieb laufen die Lüfter in mittlerer Stufe, wenn er nichts zu tun hat, sind die meist aus. In diesem Zustand gibt er eine interne Temperatur von 50°C bis 55°C aus.

Mit dem Growatt WIT wird ein ShineLAN Modem geliefert, das ich nicht mit LAN verbinden konnte, das aber WLAN kann und das auch über Bluetooth nutzbar ist. Da der Growatt WIT nur über dieses Modem eingestellt werden kann – ich habe ihn über die RS485 Schnittstelle auch ausgelesen, das geht, konnte den aber nicht anders einrichten/einstellen – gibt es von Growatt drei Optionen für den Endverbraucher:

  1. Die ShineFone app – hierzu muss der Wechselrichter online in der Growatt-Cloud angelegt werden und es wird über die Growattcloud der Wechselrichter gesteuert –, die app ist ziemlich übersichtlich, in der Übersetzung ins Deutsche wunderlich und im Englischen auch nicht selbsterklärend, hierbei hilft das Benutzerhandbuch auch nicht, daher habe ich versucht mir die Begriffe von ChatGPT erklären zu lassen. Auch kann das Handbuch für die großen WIT Wechselrichter etwas helfen. Passwort für die Einstellungen ist: growattJJJJMMDD (Jahr – Monat – Tag) und zwar das Datum, das der Wechselrichter hat.

  2. Die ShineTool app, die kommuniziert direkt (über Bluetooth – der WR ist dann offline) mit dem Wechselrichter und ist anders in den Menüpunkten strukturiert (grundsätzlich übersichtlicher, aber mit anderen Funktionen, als die ShineFone app), gibt aber auch mehr Infos aus, wie die interne Busspannung, die PV Spannung und Strom, die Daten der Batterie und auch Temperaturen des WR. Ein feines Detail ist, dass in der ShineTool app die CAN Kommunikation mit der Batterie auf die Protokolle: Growatt Niedervolt, Growatt Hochvolt und Pylontech eingestellt werden kann. Das End-User Passwort ist ossJJJJMMDD (Jahr – Monat – Tag), das merkt sich die ShineTool app und passt das Datum dann selbst an.

  3. Wenn der Wechselrichter online ist, kann er auch über den Browser über die Growatt-Cloud gesteuert werden. Ich habe erwartet, dass in der Onlinepräsenz die selben Menüs wie in der ShineFone app zu finden sind, aber es ist auch dort anders.

Einen Installateur Zugang zum Growatt OSS habe ich nicht bekommen, daher kann ich auch nicht berichten, was der Growatt noch so alles kann.

Die Firmware in der Auslieferung war minimalistisch, darauf will ich nicht eingehen, das ist sinnlos.

Das Firmware Update ist bei Growatt schwierig, da das händisch von einem Growatt Support Mitarbeiter des jeweiligen Landes erfolgen muss, also nur online. Das Update hat dann auch ca. 1/2h gedauert. Meine Firmware ist jetzt: YE1.0/YEAA010199

Eine Funktion, die den Growatt vom Deye abgrenzt, ist der PTO mode. In diesem Arbeitszustand wird der Wechselrichter nur als Solarladeregler verwendet und er schaltet das Netz an den Load Ausgang durch. In diesem Zustand habe ich einen Ruheverbrauch – Nachtbetrieb – von ca. 40W (mit der Stromzange) gemessen.

Im Netz bereitstellenden Modus – das geht mit Load First auch ohne externes Smartmeter oder CT – habe ich einen Nachtverbrauch von 165W gemessen. Sobald es Solarstrom gibt, werden gut 250W verbraucht – wie ein Mindestverbrauch – bevor die Batterie Strom bekommt.

Beim Autoladen aus der Batterie habe ich etwas weniger als 6% Verlust gemessen (bei 8,8kW).

Eigentlich wollte ich die AOlithium stand allown betreiben, da aber seit dem Update der Growatt sich ein SOC der Batterie ausgedacht hat und das nie zum SOC der Batterie gepasst hat, habe ich nun die Batterie mit dem Growatt (über das Pylontechprotokoll – nur die zwei CAN Leiter, das ist bei mir auf beiden Seiten des RJ45 Steckers 4 und 5 also das blaue Twiterpair im Netzwerkkabel, die restlichen habe ich abgetrennt) verbunden. Mir scheint es, dass nur der SOC und SOH vom Master BMS an den Growatt übermittelt wird. Die restlichen Werte habe ich manuell im Batteriemenü des WR eingestellt und die funktionieren auch.

Ich habe einen String Wechselrichter – einen Sungrow GS8.0RT – an den GEN Port angeschlossen und daran die Strings. Das ergab zum Testzeitpunkt in etwa die selbe Ladeleistung wie direkt über den MPPT des Growatt. Ich bin in diesem Kontext positiv über die Effizienz dieser AC Kopplung überrascht. Die Einstellung im Microgrid Menü können nur geändert werden, wenn der Wechselrichter nicht läuft. Daher den Wechselrichter zuvor per App ausschalten und dann die Werte eintragen und dann per App wieder anschalten.

Meine Zielsetzung ist, den Growatt als Leistungsstufe parallel zu drei Multiplus 3000 zu betreiben. In diesem Setup wird der Growatt wie ein normaler Netzparalleler Wechselrichter integriert und soll auf Grund seines ziemlich leistungsfähigen und auch reaktionsschnellen Elektronik die Lastversorgung für größere Lasten übernehmen, während die Multiplus eine kontinuierliche Grundlastversorgung liefern.

Bei den relativ großen Strings am WR mit einer Arbeitsspannung von 540V und 600V funktioniert der MPPT durchschnittlich, würde ich das beschreiben. Also das Schattenmanagement ist jetzt nicht super, jedoch ist das Schwachlichtverhalten ab einer Modulleistung von 10W akzeptabel (unter Beachtung der Heizleistung – der gehobenen Verluste des Wechselrichters).

Die Dynamik des Wechselrichters als Netzbildende Stromquelle finde ich gut, sowohl sehr kleine Lasten laufen ohne erkennbare Störung (es soll WR geben die Flackern bei sehr geringer Last), den Wirkungsgrad bei mittlerer Last finde ich auch gut, natürlich könnte der Ruheverbrauch definitiv noch optimiert werden. Also von einem der Effizienz Referenzprodukte ist der WIT 15k sehr weit entfernt. Als Arbeitstier für’s Grobe scheint er gut geeignet zu sein.

3 „Gefällt mir“

Muste mir die Daten suchen, da aus dem Beitrag nicht ersichtlich:

Ist die Ähnlichkeit mit Deye Zufall oder Zusammenarbeit?

1 „Gefällt mir“

Da Growatt nur einen QR-Code zu seinem Handbuch für die WIT-Wechselrichter in der Kurzanleitung aufführt, hier der Linkt des QR-Codes:
http://oss-cn.growatt.com/common/knowledgeShareH5No?lang=en&type=224

Hallo Tim und alle anderen!

Installiere auch gerade einen Growatt WIT 10K-HU Wechselrichter. Hier eine grobe Skizze meiner Installation (Anmerkung: Batterie und BMS sind momentan noch nicht angeschlossen, da noch im Bau):

Meine Frimwareversion ist YE1.0, Contol Software Version ist YEaa04039985.

Leider bin ich auf ein paar Probleme gestoßen, die ich noch nicht lösen konnte:

  1. Grid Power wird bei mir immer als 0.0kW angezeigt, auch wenn in Wirklichkeit Leistung aus dem Netz gezogen oder rückgespeist wird. Mein Ziel ist eigentlich zero-feed. Das habe ich auch versucht so in den Exportlimit Einstellungen einzustellen. (Enabele external CT, Wirkleistungsbegrenzung: 0.0%) Auch wenn ich auf “Enable internal CT” umstelle, ist das Verhalten gleich. Wenn ich in den Microgrid-Einstellungen “External CT setup” aktivieren möchte, meldet die App “unsuccessful” zurück. (Auch während der Inverter per App ausgeschaltet ist.) Und wo sage ich dem Gerät eigentlich, welches Übersetzungsverhältnis meine Stromwandler haben? Außerdem zeigt die App, während PV-Überproduktion immer für “Load Power” und “PV Power” den gleichen Wert an. Jedoch auf dem Gerätedisplay ist “Load Power”-Wert deutlich kleiner und auch plausibel. Vermutlich ist hierfür ebenfalls der fehlende “Grid Power”-Wert die Ursache. Deshalb meine Frage: Wie kann ich bewerkstelligen, dass ich den “Grid Power”-Wert bekomme?
  2. Woran erkenne ich, dass der Inverter bereit ist die volle Last zu übernehmen, und ich den Bypass Breaker öffnen kann. Diese Frage stellt sich während einer sog. “hot transition”, welche jetzt in der Testphase öfters mal nötig ist, dann im Regelbetrieb aber nicht mehr gemacht werden soll. Meine Erfahrung die ich bis jetzt damit habe ist, manchmal geht es problemlos, und manchmal nicht und das Haus ist kurz ohne Strom, bis ich den Bypass Breaker wieder schließe. Gibt es ein Indiz das mir die Hot Transition erlaubt, oder eine minimale Wartezeit?
  3. Wie kann ich die Uhr des Inverters einstellen? Alle Statistiken sind immer um eine Stunde verschoben. Wenn ich die Uhr über die ShineTools oder die ShinePhone App einstelle, sieht es zwar erstmal in der App so aus als hätte es geklappt. Aber leider hat sich die Uhr in Wirklichkeit nicht verstellt. Irgendwo musste ich auch mal die Zeitzone angeben. Da habe ich “1” ausgewählt, in der Annahme, dass das für UTC+1 steht. Ob die Sommerzeit automatisch eingerechnet wird, keine Ahnung. Oder hat es damit zu tun? Oder was mache ich falsch?

Das sind momentan meine wichtigsten Fragen, vorallem das zero-Export-Problem ist mir sehr wichtig. Wenn mir jemand dabei helfen könnte, wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße :slight_smile:

Hallo Dominik,

von der Konstruktion des Wechselrichters würde ich annehmen, dass er ohne Batterie keine brauchbare Nulleinspeisung fahren kann. Der Grund ist die Trägheit des MPPT, und wenn er Strom vom Modul bekommt, muss er damit etwas machen, daher erstmal die Batt anschließen und dann austesten, wie viele Fehler er macht.

Grüße Tim

1 „Gefällt mir“

Okay, werde es so machen und dann berichten…

Hallo Tim

habe ebenfalls einen Growatt WIT 15K-HU mit einem Smartmeter TPM-C (3-phasig) + SOEC Batterie installiert. Deine Beschreibung ist für mich sehr gut nachvollziebar.
Aktuell habe ich das Problem, dass die Energieverbräuche im WR falsch dargestellt sind und deshlab das System noch nicht einwandfrei funktioniert. Konkret ist der Eigenverbrauch viel zu niedrig, lade ich z.B. mein E-Auto (11kW), erscheint der Verbrauch nicht in meinem WR Übersichtsbild. Hat jemand Erfahrungen welche Einstellungen in der ShineTool APP bei den Einstellungen für die korrekte Interpretation der Smartmeter Konfiguration nötig ist ?

Der Growatt Support, den du meinst, ist der offizielle service.de@growatt.com, richtig ?
Danke & Grüsse
Josef

Hallo Josef,

die Mail ist richtig, der Chat funktioniert vereinzelt auch. Auf Emails von Privatleuten wie mir wird in der Regel nicht geantwortet.

Dann zur Verkabelung: an dem RJ45 Buchse “Meter” Pin 1 ( RS485_2B) auf Klemme 25 des Chint DTSU666, und Pin 5 (RS485_2A) auf Klemme 24. Das soll nach meiner Kenntnis ein verdrilltes Kabel sein und nicht zu lang.

https://m.media-amazon.com/images/I/61J34KGJLWL.UF350,350_QL80_FMwebp.jpg

Ist das so?

Grüße Tim

Hallo Tim

danke für die Info. Jetzt hat es bei mir funktioniert. Die Einstellung für den TPM-C Smartmeter (ohne CT‘s) muss im ShineTools Einstellungsmenü auf „meter“ stehen und die Kanäle im TPM-C (bei mir 4) muss in den Basisparametern in ShineTools dann ebenfalls auf 4 eingestellt sein.

Alles gut … dann brauche ich den Service erst mal nicht…:laughing:

Danke für die schnelle Rückmeldung

Josef

Hallo Tim,
ich habe 2 WIT 10K HU über einen shinemaster X im Parallelbetrieb angeschlossen und 2 Batterien (jeweils 16 x 340AH Zellen) mit einem JK BMS V19 an die beiden WR.

Die Anlage läuft aktuell noch nicht rund, insbesondere funktioniert bei mir die Einstellung in der ShineTool app bezüglich der CAN Kommunikation mit der Batterie auf die Protokolle: Growatt Niedervolt, Growatt Hochvolt und Pylontech scheinbar nicht, obwohl ich im BMS (JK V19) auch Growatt Niedervolt eingestellt habe.
Sobald ich in der ShineTool app das Protokol eingestellt und gespeicht habe, sieht es so aus als hätte er es übernommen, klickt man rechts oben auf read, steht in der App wieder Growatt HV. Die App stellt sich immer wieder auf Growatt HV, auch wenn man den WR nach dem Umstellen auf Growatt LV neu startet.

Ist das bei dir auch so?

Welche BMS’e nutzt ihr mit dem WIT?

Hi,

Ja es ist bei mir auch so ähnlich gelaufen. Du kannst das nur ändern, wenn er nicht läuft. Daher erst den Wechselrichter über die App aus schalten und dann das Protokoll ändern, so sollte es funktionieren.

Hallo Tim,
danke für deine schnelle Antwort.
Ich habe gestern wieder Stunden versucht das Protokoll zu ändern, es hat aber nicht geklappt, das heißt in der Shine Tools App wird immer unverändert das Growatt HV Protokoll angezeigt. Auch wenn ich den WR, der ja eigentlich paralell mit einem weiteren WIT über den Shinemaster X läuft, von allen Kabeln befreie und auf “nicht” Paralellbetrieb stelle.

Mir ist noch aufgefallen, dass man gar nicht immer die Einstellmöglichkeit für das Protokoll hat, sondern, dass es abhänig ist, welchen Zugang man wählt.
Normalerweise starte ich die Shine Tools App, wähle dann als Debugging Tool ShineWiFi-X2 und scanne dann den Code auf dem Stick. Wenn ich dies so mache, komme ich auch zu der Batterieeinstellung, bei der man das Growatt Protokoll einstellen könnte.
Starte ich die App, wähle dann “Direct WiFi/Bluetooth”, dann “WIT-HU” wird mir der Menüpunkt mit der Protokolleinstellung gar nicht angezeigt.

Siehst du in der App bei dir, dass ein anderes Protokoll außer Growatt HV eingestellt ist?

Bei mir klappt das nicht, egal welches Protokoll ich auswähle, welche Startreihenolge in wähle, wann ich den Batteriekopf an der Seite drücke, ob der WR an/aus ist, nach Restart und und und..

Für mich ist es auch nicht nachvollziehbar, dass manchmal die Batterie im Display angezeigt wird und manchmal nicht.
Gestern wurde sie bei dem einen WR nicht angezeigt, daher vermutlich auch nicht geladen, auf dem Display des anderen WR wurde die zweite Batterie, die an diesen angeschlossen ist, rot angezeigt (sie hatte 20 %) und diese wurde geladen.
Heute schaffe ich es nicht mehr, dass sie im Display der WR angezeigt werden, nur Ladezustand ist immer zu sehen im Display.
Ich vermute, dass es an dem Protokoll liegt und der WR deshalb die Batterie nicht richtig erkennt.
Hat jemand eine Idee, was ich noch ausprobieren könnte?

Alternativ müsste ich mir ein anderes BMS besorgen, das mit dem WIT sicher funktioniert. Gibt es dazu schon Erfahrungswerte?

Ich habe keine Ahnung, was das für BMS in meinen Akkus (AOlithium ist schon pleite) sind. Ich habe nur das Pylontech als Option und das habe ich auch im Wit eingestellt. Primär wird nur der mutmaßliche - der immer falsche - SOC übermittelt, der Rest ist in den Batterie Einstellungen von mir manuell eingestellt.

Dein BMS müsste doch auch das growatt HV Protokoll können, oder?

Übrigens, die Datenverbindung funktioniert nur mit einem Twister pair, nicht mit einem voll funktionstüchtigen Patch Kabel. Ich meine es ist nur das blaue Twister pair, das ich ganz gelassen habe, der Rest ist durchgetrennt.

Die Änderung des Protokolls geht auch nur in Abhängigkeit von der Einstellung, ob das BMS aus oder an ist.

Hallo Tim,

Du berichtest ja, dass der Wechselrichter zwischen 40 und 160 Watt Eigenverbrauch hat. Hat sich da noch etwas z.B. durch Softwareupdate geändert? 160 Watt ist eindeutig zuviel, wenn die Leistung (Nachts) aus dem Netz oder der Batterie gesaugt wird. Ich stehe kurz vor dem Kauf einer PV Anlage mit Growatt Komponenten. Günstig sind sie ja, und die automatische Umschaltung auf USV-Betrieb/Inselbetrieb ist genau das was ich mir wünsche bzw. gesucht habe.

Liebe Grüsse

Siegfried

Hallo Siegfried,

die 160W ist die Leistung, die der WIT 15K im Offgrid bei Betrieb des Wechselrichters verbraucht. Das ist vergleichbar mit der Energie, die ein Deye Sun verbraucht, wenn er ebenfalls im Offgrid eine kleine Last versorgen muss. Im Betrieb am Netzstrom erwarte ich ca. 10 - 20W weniger Verbrauch, da dann die Ersatzstrom Relais nicht gezogen werden. Das ist vergleichbar damit, dass ein Victron Multiplus am Netz ca. 10W mehr verbraucht, weil die Multiplus bei Netzbetrieb die Relais anziehen, die normalen Hybrid Wechselrichter im Offgrid die Relais anziehen.

Ich bewerte die Verluste des WIT 15k typisch für seine Klasse (Wechselrichter für die Schwellenländer mit regelmäßigen - auch täglichen - Stromausfällen).

Im Bereich üblicher Hybridwechselrichter mit Hochvoltbatterien sollte es Exemplare geben, die effizienter sind. Pauschal sind das dann eher solche, die passiv gekühlt werden, da die dann Bauart bedingt nicht viel Abwärme erzeugen können.

Beim WIT 15k beobachte ich immer ein Leistungsunabhängigen Verlust von 200 bis 250W zwischen Solar Eingang und Ladestrom. Das ist das sehr leistungsstarke interne Schaltnetzteil, das von 600V - 700V auf 50V umwandeln muss.

Ich habe bei Freunden vor einigen Jahren SMA Tripower Wechselrichter aufgebaut, die bleiben im Betrieb sehr kühl, da kann ich kaum Abwärme feststellen. Nur da hat Wechselrichter und Akku 10k€ gekostet, das ist eine ganz andere Preisklasse. Die Software von SMA finde ich persönlich sehr ausbaufähig, dagegen kann man in den Menüs des WIT sich durchaus verzetteln und braucht sehr lang, um alle Einstellungen zu verstehen.

Da ich meine PV Anlage auf Wintersonne optimiere, habe ich nun zwei Setups zum Austesten: 3x Multiplus 3000 mit Sungrow sg8.0rt und einen Multi Solar RS. Bei diesen Setups gibt es andere Verluste, daher können die für meine Zielsetzung durchaus sinnvoll sein. Aber nicht unbedingt für eine Netzparallele Anlage, da eher nicht.

Grüße Tim

Hallo Tim

danke für Deine Ausführungen. Solange die Panels Strom liefern tut der Verlust ja nicht so weh. Aber was ist wenn der Wechselrichter Nachts mein Haus mit Strom versorgen soll und dann quasi im USV- bzw. Inselbetrieb arbeitet? Das tut dann schon eher weh, wenn dadurch eine kleinere Batterie leer gesaugt wird. Kannst Du mit da etwas zu berichten?

LG Siegfried

Hallo Siegfried,

ich versuche mal einzuordnen, in welchem Szenario der WIT 15k sinnvoll sein kann.

Da der WR bis zu 300A aus den Akkus zieht, sollte der Akku ca. 32kWh haben, beispielsweise zwei solche 16kWh Kisten mit jeweils 16 Zellen. Je nach persönlichen Vorlieben kann dann der Ladestrom auf 200A oder 250A begrenzt werden, um die Technik zu schonen.

Der WR sollte mit einer PV Spannung zwischen 500V und 650V betrieben werden (diesen Bereich bewerte ich als optimalen Bereich), das sind bei 108 Zellen Module mit einer MPPT Spannung 30V-33V ungefähr 14 bis 18 Stück pro String. In dieser Beschaltung ergibt sich ein normales MPPT Regelverhalten auch bei teilweiser Verschattung. Das bedeutet, dass für einen effizienten Betrieb des WR 42 - 54 Module ideal sind. Die Solarstromerzeugung startet bei ca. 10W pro Modul, das ergibt in diesem Beispiel ca. 500W am PV Eingang und 5A Ladestrom für die Akkus.

An einem Novembertag wie heute steigt die Modulleistung auf max. 10% an, daraus läßt sich ein Tagesertrag in den Akku in der Größenordnung von 6kWh abschätzen, davon wird dann zur dunklen Zeit ca. die Hälfte für die Verluste des WR verbraucht. Also an einem komplett bedeckten Novembertrag mit einer PV Anlage mit ca. 22kWp stellt der WR nur ca. 3kWh dem Nutzer zur Verfügung.

Im Sommerfall hingegen spielen die Verluste des WIT 15k nur eine Rolle, wenn es darum geht, wie der Aufstellraum vor Überhitzung zu schützen ist. Wenn ich das Auto geladen habe, musste ich immer für gute Lüftung sorgen, da bei 30°C Außentemperatur und 500W Abwärme eine hohe Luftzirkulation nötig ist.

Daher bin ich der Meinung, dass der Wechselrichter vor allem dann seine Vorteile ausspielen kann, wenn es darum geht, möglichst günstig viel elektrische Leistung zu erzeugen - z.B. zum Auto aufladen - und dies bei schlechtem Wetter über andere Stromquellen erfolgen kann.

Für das Szenario einer Inselanlage für die heimische Versorgung vor allem bei elektrischer Heizung mit WP sind andere Konzepte sinnvoller.

Grüße Tim

Danke, mir war nicht bewusst dass die Wechselrichter soviel Eigenverbrauch haben. Aber sicher, der maximale Wirkungsgrad bezieht sich wohl auf Vollast und bei beispielsweise 98% bei 8 kW Leistung entsprechen die fehlenden 2% (zu 100%) dann 160 Watt.

Ich habe da noch eine andere Frage:

Kann man den Generator-Eingang zum Anschluss an ein eAuto (via passender Wallbox) für V2H nutzen?

Grüsse Siegfried

Hallo Siegfried,

nein.

Ich könnte sagen: keine Ahnung, aber da solche Wechselrichter auf Drehstrom ausgelegt sind, sage ich nein.

Ich habe ein ioniq 5, dessen V2L habe ich schon einige Male genutzt, das ist praktisch und den an den Eingang eines Victron Multiplus zu hängen, traue ich mir zu. Jedoch teste ich es nicht am WIT. Den Generator Eingang habe ich schon mit einem 3 Phasen String Wechselrichter ausprobiert, das funktioniert gut. Der Wechselrichter im ioniq 5 - die iccu - ist technisch weit unter der Qualität, die ich von Wechselrichter im Solarbereich kenne (ich habe auch eine zerlegte iccu, da dies das Bauteil ist, was bei Hyundai Kia zuverlässig kaputt geht und nach Spekulationen nach Ablauf der Garantie in Gold aufgewogen werden soll) und daher mute ich dem nicht die Last einer so leistungsstarken Elektronik wie der wit sie darstellt zu

Den Victron multi rs solar kann man reaktionsträge einstellen, sodass der tatsächlichen den V2L Strom in definierten Maße nutzen kann trotzdem gleichzeitig andere Lasten versorgen. Sowas will ich zuerst mit einem EPever Batterie Wechselrichter austesten und wenn das wie von Victron beschrieben funktioniert, traue ich das auch dem Hyundai zu.

Grüße Tim

Hallo, kennt jemand ein aktuelles BMS, dass mit dem WIT und einer DIY Batterie sicher funktioniert?

Gruß Ludwig