Von Gas zur Wärmepumpe: Sind meine Pläne realistisch?

Hallo Forum,

ich bin gerade dabei ein kleines Häuschen zu kaufen und möchte von Anfang an das Gebäude Energieoptimieren.

Grund dafür ist die bisherige Gasheizung und die Kosten dieser. Ich habe vom Vorbesitzer die Zahl 20.000 bis 25.000kwh an Gasverbrauch bekommen, wenn ich das in einen Abschlagsrechner eingebe kommen 250€ im Monat raus. Das muss besser gehen :grinning_face_with_smiling_eyes:

Nun ein paar Fakten zum Haus:

  • Reihenmittelhaus
  • Baujahr 1939
  • Komplett ungedämmt
  • Fenster Kunststoff aus den 90ern, 2-Fach mit Isoverglasung
  • 2 Schaliges Mauerwerk
  • 120m2 Fläche mit Keller, 85m2 Wohnfläche
  • 8 Stück Typ22 Heizkörper im Wohnraum und 1 Typ22 im Keller, im Keller soll auch noch einer hinzu kommen da sich dort anbietet ein zusätzliches kleines Bad zu bauen.

Was jetzt folgt ist mein aktueller Plan nach 2 Wochen recherche, nehmt mich ruhig auseinander :grinning_face_with_smiling_eyes:

Mein Plan ist erstmal direkt eine Einblasdämmung vorzunehmen. Ich habe auch schon ein erstes Angebot dafür: Knauf Supafil in die 2 Fassadenwände für ca 3800€ bzw 4100€ brutto

Als zweites kommen ein paar dicke Dämmplatten auf den Spitzboden, der Dachboden brauch auch nicht begehbar bleiben. Das Dach selber ist gedämmt auch wenn das Dämmaterial alt ist und bisschen schäbig aussieht, evtl wechsel ich das noch aus.

Dann möchte ich die Gasheizung gegen eine Wärmepumpe ersetzen. Dafür ist wohl das allerwichtigste die Lautstärke des Geräts aufgrund der Nähe der anderen Reihenhäusern. Ich habe als mögliche Aufstellorte hinten an die Hauswand mit Zugang zum Garten und vorne zur Straße.

Ich bevorzuge eigentlich eher die Straße vorne, da scheint morgens auch die Sonne und ich bekomme im Garten von der Wärmepumpe nichts mit.

Hier ein Bild damit ihr euch das vorstellen könnt (altes Bild von Google Streetview):

Dort zwischen Zigarettenautomat und der Treppe wäre mein derzeit präferierter Aufstellort. Das wäre direkt am Bürgersteig der Straße, auf der anderen Seite haben die Nachbarn große Vorgärten und Garagen mit viel Abstand zur Straße. Ich hoffe das das so überhaupt erlaubt ist, alle anderen Nachbarn haben ihre Gasheizungen an der Leitung die an allen Häusern anliegt, einen Vorgarten mit Wärmepumpe ist mir noch nicht aufgefallen.

Ich würde eine Bohrung durch die Treppe in den Keller machen und dort im Keller anschließen.

Jetzt kommen die Pläne zum Einbau:

Ich habe mal einen Messschieber an die derzeitigen Kupferrohre gehalten, dort geht nur ein 22mm Rohr von der Gasheizung weg. Um einen besseren Volumenstrom zu gewährleisten werde ich aus einem Heizkreislauf 2 machen (vordere Wand und hintere Wand) und diese dann mit Aluverbundrohren zur Inneneinheit der Wärmepumpe bzw den Wartungseinheiten an den großen Querschnitt der Wärmepumpenrohre zusammen mit einem drittem Kreislauf von 2 Heizkörpern im Keller anbringen.

Im Moment bin ich noch drauf und dran einen Rücklaufreihenspeicher mit Sicherheitsventil mit einzuplanen, da ich da erstmal alleine wohnen und niemals alle Räume wirklich nutzen werde. Außerdem habe ich noch einen Karton voll automatischer Homeatic-Heizkörperventilen, evtl kann ich die ja weiter nutzen.

Die Leistung der Wärmepumpe zu bestimmen ist schwer, da ich nur diese eine Zahl 20.000 bis 25.000kwh Gas habe und ja auch erstmal dämmen möchte. Außerdem muss die Wärmepumpe in Sachen Lautstärke wirklich gut sein. Als drittes Kriterium käme dann die DIY-Machbarkeit des Gerätes.

Im Moment liegt deshalb meine Wahl auf einer Panasonic Aquarea Generation L R290 mit 7 oder 9kw, aber da bin ich noch sehr unschlüssig.

Warmwasser soll irgendeine zusätzliche Brauchwasserwärmepumpe machen.

Und falls es irgendwie wichtig ist, Balkonsolar mit den maximalen 2kw soll auch asbald wie möglich einziehen.

Was denkt ihr? Ist das alles realistisch? Was würdet ihr anders machen? Darf man in Hessen an dieser Stelle an der Straße eine Wärmepumpe aufstellen oder spricht da etwas gegen?

Ich danke euch fürs lesen

Hallo zusammen ,

machbar wäre viel . Ich würde erst einmal mit einem Heizlastrechner schauen wie groß die WP sein muss . Am besten wäre durchrechnen / lassen wie hoch der Wärme bedarf nach allen Isoliertmaßnahmen sein würde . Einmal gesamt und für die Räume die Beheizt werden sollen .

Schon Mal über Innendämmung nachgedacht ? Kann man selber machen und ist richtig günstig . Gips , Holz und Styropor sowie Kleber .

Erkläre ich wenn ich wieder zu Hause bin.

Gruß Eckard

Lieber diffusionsoffen mit kapillaraktivem Material. Kann man dann auch ne Wandheizung mit einarbeiten. Einblasdämmung ist ideal, wenn die Voraussetzungen passen. Kellerdecke nicht vergessen! Ist die aktuelle Heizung ggf noch athmosphärisch mit reichlich Kühlluft im Keller? Dann wäre der echte Verbrauch mit WP auch nochmal geringer.

Ich würde erstmal das Eigentum kaufen. Wir können uns hunderttausend Ideen überlegen und dann wird es nicht seins.

Zur Straße hin ohne ausreichenden Abstand halte ich aber generell nicht für möglich. Da ist einfach zu wenig Platz. Es sei denn, vor dem Haus also hinter dem Zaun ist noch Grundstück wie z.B. eigener Parktplatz. Dann dürfte das mit den Abständen zum Nachbarhaus gehen. Die Wärmepumpe wird, selbst wenn sie dort stünde, dröhnen. Wenn da direkt in den Keller gebohrt wird unter der Treppe wird das wie ein Subwoofer. Selbst mit Entkopplung.

  • Innendämmung macht man nur im Notfall, wenn nichts anderes funzt. Man beraubt sich der wichtigen Wärmespeichermassen. Gerade bei WP wichtig.
  • Alle Heizkörper + deren Räume exakt vermessen und Wärmeabgabe und Heizlast gegenüberstellen.
  • Sind die Heizkörper zu klein (oft bei den alten Buchten) werden die Heizkosten mit WP genauso hoch sein wie mit einer ordentlich eingestellten Gasheizung
  • BKW ist immer gut zum anfangen, bringt für die WP aber nahezu nichts (aber für die Algemeinstromrechung)

Der Gasverbrauch ist für das Reihenhaus sehr, sehr hoch. Selbst ungedämmt müsste das weniger sein.

Ansonsten brauchen WPs zwei Voraussetzungen: Niedrige Vorlauftemperaturen, und einen hohen Volumenstrom. Bei 8 Heizkörpern wirds nicht ohne Puffer gehen, für den du Platz und Geld einplanen musst. Vorlauftemperaturen müsstest du messen, oder besser noch für jeden Raum die Heizlast berechnen und schauen, ob man die Heizkörper vergrößern kann.

Bleibt das Hauptproblem: der Aufstellort.

Die Lautstärke der Anlage muss am Fenster der Nachbarn gemessen unter dem Grenzwert bleiben, was bei den kleinen Abständen bei dem Reihenhaus nicht funktionieren wird. Zudem ist die Pana nicht eine der leisesten.

Das wird sehr schwierig.

Oliver

Verbrauch für RMH zu hoch.

Ich vermute das du am meisten davon profitiert das Haus winddicht zu machen. Dampfbremse im Dach und Kellerfenster habe ich bei mir da getauscht. Danach noch Dämmung im DG verbessern.

Der Wind trägt die Wärme durch die Dämmung.

Bei den Kosten für die Einblasdämmung auch diese machen.

Vermutlich gibt es einzelne Maßnahmen die viel bringen. Dein Haus braucht doppelt so viel wie unser RMH aus ‘73

Dann würde ich entweder das volle Programm mit Heizlast Berechnung und WP Planung vorab machen

oder

einziehen und optional noch HK tauschen oder auf FBH umbauen. Optimal baust du noch einen Wärmemengenzähler an die Heizung. Dann hast du innen schon mal weitgehend vorbereitet, kannst an der Gasheizung die VL temp senken und schauen was das Haus verbraucht

Das eine Verfahren geht theoretisch an die Sache ran, das andere von der praktischen Seite

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Es ist schon viel gesagt worden, warum es in Deiner Situation schwierig wird mit einer Wärmepumpe. Trotzdem möchte ich etwas wichtiges ergänzen:
Aktuelle Außentemperatur bei uns 9,4°C. Dank Gehäusefarbe "Anthrazit" misst unsere WP, die in der Morgensonne steht, 19°C. Ohne zusätzliche Programmierung bliebe es jetzt kalt bei uns im Haus.

Ich kenne den Garten nach hinten nicht, aber theoretisch denkbar wäre eine Aufstellung hinten im Garten mit entsprechend langen, gut gedämmten Leitungen im Boden verlegt.

Hm, er hat jetzt schon nen guten Verbrauch. Wenn man nun das auch noch macht dann sinkt der COP noch weiter.

Der Verbrauch ist vom (vermutlich langjährigen) Vorbesitzer. Welche Heizkurve er mit der Gasheizung gefahren ist und wie hoch er die Räume geheizt hat, wissen wir alle nicht.
Neun Typ 22 Heizkörper im Haus mit unbekannter Größe. Nehmen wir an, alle liefern 1000W bei 55°C VL. Dann wären wir bei 216 kWh pro Tag. Bei 100 Tagen Kernwinter also 21.600 kWh.

Ich würde vermuten, der Vorbesitzer hatte es immer schön warm und der Gaspreis war ihm egal.

Es sei denn, vor dem Haus also hinter dem Zaun ist noch Grundstück wie z.B. eigener Parktplatz. Dann dürfte das mit den Abständen zum Nachbarhaus gehen.

Eine Alternative wäre dort wo die Sitzgruppe gerade steht, die werde ich eh nie brauchen sondern lieber im Garten sein.

Ansonsten erstmal vielen Dank für die Antworten bisher

Die Pana L soll doch angeblich leise geworden sein :sweat_smile: Jedenfalls machen die damit ihr Marketing

Es gibt noch weitere Dinge die ich mache, z.b. sind die Kupferrohre im Keller einfach an der Decke ohne Dämmung und ja, die Kellerdecke könnte man auch dämmen.

Auf FBH umbauen habe ich mir auch schon Gedanken gemacht, als Fußboden soll eh neues Rigidvinyl rein und dort drunter sind OBS Platten, wenn die dick genug sind könnte man da evtl. einfach rein fräsen.

Ich habe das Handbuch der Pana schon ein bisschen studiert, dort gibt es einen Anschluss für externen Luftsensor den man in einem solchem Fall benutzen kann damit die Außentemperatur stimmt, das wäre meine Lösung dafür.

So schätze ich ihn auch ein

Leiser als was? :slight_smile:

Hier gibt es den Schallrechner, schau dir halt an, was da rauskommt:

Wenn die Schlafzimmer vom Nachbarn hinten sind, wirds da noch schwieriger.

Oliver

Hallo zusammen ,

nochmals ich . Viele haben geschrieben , was zeigt das dieses Forum lebt . Bevor man anfängt und alles auseinander zu reißen oder umzubauen sind viele Einzelmaßnahmen Sinnvoll . Genannt worden ist zum Beispiel die Kellerdecke zu Isolieren . Leitungen zu isolieren und so weiter . Es gibt gute Energieberater die gehen Stück für Stück mit dir durchs Haus . Der Berater berechnet dir dann wie viel Energie du theoretisch verbrauchst . Oder wie viel du nach einer Sanierung weniger braust . Auch die Größe der Heizkörper die nach einem Einbau einer Wärmepumpe nötig wären kann dieser berechnen . Im Internet gibt es verschiedene Tools die bei der Brechnung helfen , dafür muss man sich damit befassen . Aber auch den Einsatz einer Wärmebildkamera bring was , dann sieht man wo die Wärme raus geht . Viele alte Häuser und leider auch neue , haben Lecks wo der Wind Luft rein drücken kann . Man dreht die Heizung auf und sorgt für einen Überdruck im Haus , die Wärmebildkamera erkennt dann die Lecks und Schwachstellen . Für sowas gibt es ebenfalls Firmen .

Wenn das Haus Hohlwände hat , sind die Wände zum Nachbarn auch Hohl ? Und darf man dann diese Hohlwand ohne Einverständnis des Nachbarn überhaubt verfüllen ?

Innenraumdämmung ist nur bei sehr trocknen Wänden möglich . Ich habe sehr trokene Wände und habe auf Gipsplatten Styropur geklebt und dann mit Ansatzbinder an den Wänden geklebt . Bei mir im Haus ist es so trocken das ich auf dem Holzofen oft ein Wassertopf stehen habe um zu trockene Luft zu vermeiden .

Beim der Wahl der WP sollte es eine besonders leise sein , das schränkt dann die Auswahl ein . Hier könnten einige Mitglieder des Forum sicher weiter helfen .

Ein weiteres Problem sehe ich darin , das die WP eigendlich nicht auf den Fußweg blasen sollte , im ungünstigen Fall hat man dann dort Eisbildung . Problematisch wenn dann einer stürzt .

Gruß Eckard

aus dem Außengerät ein “Obengerät” machen. In den Spitzboden stellen, Abluftkanal nach oben raus. Sowas hier (Bild Rosenberg)

Wenn Gas weg ist, hast 1 Kaminzug für die Rohre + Kabel