nachdem ich von den Soyosource WR auf einen Multiplus II gewechselt bin, suche ich nun die passenden Settings für mein Akku und auch für das Ladeverhalten des WR. Hier habe ich meine Probleme.
Mei Ziel ist es zur Zeit den Multiplus möglichst 24/7 Konstant 500W einspeisen zu lassen. Überschüssige PV-Energie sollte zuerst in die Akkuladung fließen und dann erst in das Hausnetz eingespeist werden.
Meine ersten Settings habe ich von YT-Kanal meintechblog übernommen, jedoch habe ich schon einen Foristen hier mal gelesen der meinte das diese Settinges nicht ganz so dolle sind. Das ist auch mein Gefühl.
Meiner Meinung nach sollte das BMS nur für sowas wie ein Notaus sorgen um die Akkuzellen zu schützen, das ESS soll aber das "daily business" des Enrgiemanagements machen.
Zurzeit verhält sich das Venus OS so das es des permanent 500W einspeist, wenn jedoch der Akku leer läuft, dann der Lader im Multiplus auf "Sustain" schaltet und den Akku mit 200W lädt! Da er noch immer lädt kenn ich in Moment auch nicht den Abschaltpunkt an dem er mal gedenkt mit dem laden aufzhören. Dieses Verhalten ist unerwünscht.
Meine Bitte wäre es, mir Tipps zu den Parametern und Settings zu geben damit ich meinem geschilderden Ziel näher komme. Gerne schaue ich mir auch Docu an jedoch finde ich mich da noch nicht ganz zurecht in der Victronwelt, zu meinem Problem passende Links wären hier auch sehr Wikommen.
Mein derzeitiges PV Setup:
3x 1760kWp in SW, S und NO Ausrichtitung
3x Growatt WR an den Strings
1x Multipuls II 48V/3000W
Raspi mit Venus OS und Node-RED, alle Komponenten werden vom Venus OS erkannt ein ESS ist eingerichtet
16 kWh LiFePO Akku 48V mit einem JK Inverter BMS
Victron regelt nicht den Verbrauch auf Null, sondern die Einspeisung auf den Wert, welcher im Grid Setpoint eingestellt ist.
Wenn der Akku bei 500W Einspeisung leer läuft, dann ist schlichtweg deine Anlage zu klein. Deshalb musst du dir einen kleineren Einspeisewert aussuchen. Der ESS Assistent macht genau das was du möchtest. Er speist den Grid Setpoint ein. Dabei sollte die Batterie aber tendenziell gegen 100% SOC laufen. Sind die erreicht und gibt es weiteren Solarertrag, so wird ein darum erhöhter Wert eingespeist. Kommt dabei der WR an seine Leistungsgrenze, so regelt der MPPT ab.
Wenn deine Batterie leer wird, schaltet sie vielleicht bei 5% Soc ab und der Multiplus geht auf Sustain. Ab dem Moment gibt es Netzbezug schon alleine zu deinem kritischen Verbrauch. Zum Verlassen des Sustain gibt es eine Hysterese. Der Default Wert liegt glaube ich irgendwo bei 15 oder spätestens 20% die man auch einstellen kann. Also wegen dem Netzbezug nicht unruhig werden. Er ist nicht zum Aufladen sondern zum Eigenverbrauch. Dann einfach warten bis die Sonne wieder scheint und das Problem erledigt sich von alleine. Das ist um deinen Akku zu schützen weil er entladen kaputt gehen würde. Die Hysterese braucht man, weil bei Belastung die Spannung sinkt und sich das dann aufschwingen könnte. Andersrum ist es aber nicht soo toll, wenn der Akku immer auf 100% SOC steht.
Was dem Victron ESS von Haus aus fehlt, ist eine Vorgabe für den Akku Ladezustand und zwar ohne einen Netzbezug zum Laden zu machen. Das könntest du dir aber mit Node Red einrichten. Dazu drehst du am Grid Setpoint, je nach dem ob der SOC größer oder kleiner als dein SOC Sollwert ist. Das ist dann eine sehr langsame Sache wo du auch Prognosen von Jahreszeit und Wettervorhersage einfliessen lassen kannst. Ist bedeckter Himmel angesagt, so wählst du vorab schon eine kleinere Einspeisung damit dein Akku nicht auf einen zu kleinen SOC läuft. Ist viel Sonne angesagt, so kann die Einspeisung schon frühmorgens viel höher als der Ertrag sein, damit die Batterie bis zur Mittagszeit nicht bereits 100% voll ist. Wäre sie das, könnte sie möglicherweise eine Ertragsspitze welche wegen fehlender WR leistung nicht eingespeist werden kann nicht mehr zwischenpuffern. Am besten du machst das mal eine Zeit lang von Hand um zu sehen wie es funktioniert.
Was die Setupwerte anbetrifft, musst du eigentlich nur wissen ob dein Akku 15s oder 16s ist. Bei 16s gehen die Default Werte, bei 15s guckst du in der Applikationsbeschreibung von Victron für Pylontech (52,4 Volt nicht überschreiten).
Ich hatte mich vielleicht etwas falsch ausgedrückt, Victron regelt den Netzbezug auf null solange der Speicher nicht leer ist.
Was meinst du mit "Was dem Victron ESS von Haus aus fehlt, ist eine Vorgabe für den Akku Ladezustand und zwar ohne einen Netzbezug zum Laden zu machen. "
Mein Akku wurde noch nie aus dem Netz geladen, auch wenn ich den Speicher auf die eingestellten SOC5% entlade.
@stromsparer99 Wir haben ein permanenten Grundverbrauch von mindesten 600W machmal auch 700W von daher möchte ich schon gerne eine permanente Einspeisung von 500W haben. Darüber hinaus nur dann mehr, wenn der Akuu voll ist und das Wetter es hergibt.
@stromsparer99 Das möchte ich ja, nur möchte ich halt nicht das der Akku, nachdem er leer gesaugt wurde vom Netz bis auf 100% SOC geladen wird. Das Aufladen soll einzig und Allein durch die PV erfolgen. Mein Akku war übrigens auch nur bis ca. 35% SOC entladen, ein bisschen mehr hätte man noch aus dem Akku ziehen können, vielleicht runter bis auf 15-20% SOC.
Hier sind mal die Kurven vom SOC, die Akkuspannung und die Kapzität des Akkus, mitgeloggt vom JKBMS:
@saugnapf Und wo kann ich das einstellen? Vermutlich über VEConfig bin mir da aber nicht sicher. Im ESS gibt es da nicht so viele Stellschrauben. Ich Schaue mir morgen mal VEConfig noch mal an.
Leider gelingt es mir zur Zeit auch noch nicht die Daten von Venus OS in mein InfluxDB/Grafana zu leiten. Und ja ich weiß es gibt da so eine Dockerlösung von Victron, nur sehe ich es nicht ein zusätzlich zu meinem vorhandenen und gut funktionierenden TICK-Stack noch eins hinzuzufügen (das zudem noch ein veraltes InfluxDB nutzt).
In Moment bastel ich da an einer Node-RED Lösung, allerdings finde ich hier hätte Victron echt mal eine API zur Datenabfrage oder passende Nodes in Node-RED anbieten können.
Aber vielleicht gibt es ja auch schon eine passende Lösung für meinen Wunsch und ich habe sie nur bisher nicht gefunden, wer weiß.
Hast du überhaupt den ESS Assistenten installiert?
Gibt es einen Stromzähler mit Schnittstelle der dem Cerbo den Netzbezug meldet?
In diesem Fall ist es wie @stromsparer99 schreibt: Du machst eine Nulleinspeisung. Es ist dann auch egal wie hoch dein Eigenverbrauch ist. Der Multi übernimmt das solange er kann.
Ich glaube wir schwätzen hier völlig aneinander vorbei.
@janvi
Der Stromzähler ist ein Volkszähler. Der Cerbo bekommt die Daten via Node-RED und MQTT, ebenso die Growatt PV-Inverter.
Was ich halt möchte, ist es den Sustain-Modus zu vermeiden. @stromsparer99
Ich habe halt alles mögliche bereits über Grafana im Monitoring und möchte bei Victron auch nicht darauf verzichten.
Was die ESS-Einstellungen angeht, hier ist mir noch nicht klar was "with BatteryLife" und "without BatteryLife" genau bedeuted, hier muss ich mich wohl noch einlesen.
Batterylife war eigentlich für Bleibatterien gedacht.
Hier wird automatisch die Entladetiefe der zur erwartenden Ladung angepasst und bei bedarf nachgeladen, weil Bleibatterien im leeren Zustand sulfatrieren.
Die sustainspannung kannst du in der VeConfig ändern. Die steht standard auf 52V, was einer Zellspannung von 3,25V entspricht.
Die Setups für den ESS Assistenten sind nicht in der Bedienoberfläche bei Battery Life einzustellen. Das sind externe relativ trickige (Windows) Programme in welcher die gesamte Firmengeschichte von Victron abgebildet ist. Diese erzeugen eine Datei erzeugt die dann in den Multi zu Laden ist. Das ist die Stelle wo auch der Grid Code einzustellen ist. Wenn die Anlage bereits am VRM ist, geht der Download übers Netz. Offline brauchst du ein MK3 Kabel. Ist dir dieser Vorgang klar? Sustain kannst du nur dann vermeiden, wenn du nicht zu stark entlädst. Im Default Setup sind das 5 oder 10% SOC. Es könnte aber auch sein, daß der SOC aus irgend einem Grund nicht stimmt oder die Batteriekapazität falsch eingegeben ist womit Sustain dann zu früh los geht. Das wissen wir aus deinem ursprünglichen Post aber auch nicht.
@janvi Den Gridcode habe ich schon eingestellt, per Windows und über das MK3 Kabel welches ich ja auch für den Raspi als Cerbo-Ersatz nutze, der Vorgang ist mir soweit klar. Bei VRM habe ich die Einstellungen noch nicht gefunden die ich mit VEConfig machen kann, sofern sie dort überhaupt angeboten werden.
Was den SOC angeht da arbeite ich noch da dran, es ist aber auch gut möglich das hier das JK Inverter BMS Probleme macht, hier muss ich mich noch mal einlesen oder in dem Nachbarbord nachfragen.
In Moment konzentriere ich mich darauf erstmal vernünftige Daten vom Victron in mein Grafana zu bekommen, dort kann ich dann die Daten sinnvoll mit denen vom BMS zusammen fließen lassen.
Ich glaube nicht, dass du über diesen Umweg glücklich wirst, weil hier die Aktualisierungsrate viel zu langsam ist. Damit regelt dann der Multi zu träge.
Für eine angemessene Regelung solltest du einen EM540 installierem. Der aktualisiert alle 100ms. Die Latenzzeit beim Cerbo liegt zwischen 180-250Ms.
Der Umweg mit Volkszähler, Node-Red und MQTT wird eine Zeit mit eher über 1000ms haben. Das wird dich 1-2KWh am Tag kosten.
Wenn die Konfig und der Zahler passt, dann kannst du unter 3KWh Netzbezug im Monat kommen.
Gibt da jede Menge Victron-Nodes, die dir alle möglichen Daten liefern.
Im VRM-portal geht das über die VEConfigure Fernkonfiguration unterhalb der Geräteliste. Du kannst die aktuelle Konfiguration runterladen, am PC mit VEConfig bearbeiten und wieder hochladen. Dateinamen nicht ändern...