Victron Multiplus MP2-5000-ESS "Low Battery"

Hi,
ich nutze ein ESS mit 3x Victron Multiplus2-5000 und 2x 16s LiFePo an nem Batrium. Das Ganze lief/läuft seit > 12 Monaten problemlos durch. Vor 2-3 Wochen lieferten Abends einmal alle 3 MPs ein "Low Battery" Alarm. Die Batterie war zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal bei 9% (Grenze ist auf 10% konfiguriert). Ich habe mir also nichts dabei gedacht, weil ich anderes zu tun hatte, habe das Limit hochgesetzt, sodass die Batterie aus dem Netz auf 20% geladen wurde. Die Alarme sind aber nicht verschwunden und auch bei manuellem Quittieren regelmäßig wieder aufgepoppt.

Danach habe ich begonnen zu recherchieren und ziemlich viele Threads in diversen Foren gefunden, die wohl alle dasselbe Problem haben. Eine wirkliche Lösung habe ich aber nicht. Die Kurzversion der getesteten/umgestellten Dinge ist:

  • Die Firmware des gesamten Verbunds aktualisiert. Das stand ohnehin an und war eine willkommene Gelegenheit. Victron- und Batriumkomponenten sind jetzt alle aktuell.
  • Alle Geräte neugestartet. Danach lieferte nur noch einer der MPs eine "Low Battery Warning" (s. Bild) und keinen Alert mehr. Das entsprechende Rote Licht am MP blinkt auch. Der Zustand ist jetzt immer noch so unabhängig vom Ladestand der Batterie.
  • Ich habe alle Batteriespannungen, Zellspannungen und auch die Spannungen an den jeweiligen Terminals der MPs direkt kontrolliert. Keine der Spannungen sind auch nur in der Nähe von irgendwelchen Thresholds (die ich kenne). Aktuell sind die Batterien bei ~ 51.3V.
Ich habe in anderen Threads gelesen, dass man den 'Battery Monitor' in Victron deaktivieren soll/kann. Getestet habe ich das noch nicht. Ich würde aber gerne verstehen woher der Alert kommt und welche Spannung genau als Trigger verwendet wird. Alle Spannungen die ich in der Software sehen und von Hand nachmessen kann sind weit entfernt von alle gesetzten, mir bekannten Thresholds. Das System lief wie gesagt auch > 12 Monate (und gerade über Winter häufig an der unteren SoC-Grenze) ohne das dieser Zustand jemals aufgetreten ist.

Hat jemand weitere Informationen dazu? Kann mir jemand sagen, ob der Alert verschwinden würde, falls man den Battery Monitor deaktivieren würde? Und weiß zufällig jemand welche Spannungen genau hier überwacht werden? Kann man die im UI irgendwo sehen?

Hallo

Das selbe Problem habe ich auch

Hast du eine Lösung gefunden

Grüße

Hi, sorry ich war schon ne Weile nicht mehr hier: Nein. Ich habe das Problem nach einem FW-Reset immer noch an einem der drei Multiplus. Keine Alerts mehr, dafür eine blinkende LED. Alle Werte sind weit unter dem Alert-Wert. Mit Nachmessen habe ich auch keine Probleme gefunden. Die Anlage läuft ansonsten problemlos.

Bei mir war eine Schraub-Verbindung zu einer der drei NH-Sicherungen nicht fest angezogen, die schlechte Verbindung führte bei einem Strompeak zu einem höheren Spannungsabfall, der von einem der drei MP2 zu einem LV-Alarm führte. Im Inselbetrieb folgt daraus eine Netzabschaltung mit automatischem Neustart.

Schmelzdrahtsicherungen altern, besonders, wenn sie oft im Grenzbereich betrieben werden, dabei kann der Innenwiderstand deutlich ansteigen, das gleiche gilt für Steckverbinder und Schaltkontakt, es muss also nicht immer eine lockere Schraube sein,:woozy_face:.

Allerdings nur, wenn man dies in den Einstellungen so belassen hat. Gerade im Inselbetrieb würde ich immer auf Manual Reset stellen da es durchaus Absicherungen im Haushalt geben kann die von den Multiplussen nicht ausgelöst werden können und dann wird ein eventueller Kurzschluss auf Verbraucherseite immer wieder erneut mit Energie versorgt.

Damit wären wir wieder beim Thema “Sicherungen”. Ich habe am Ausgang meiner 3-Phasen-MP2-5000, die ich im IT-Netz betreibe, nur gekoppelte 16S LS Typ B, die mit Sicherheit (!!) auch im Kurzschluss-Fall nie auslösen werden, dafür ist der Schleifenwiderstand der Victrons viel zu hoch und damit der Kurzschlussstrom zu niedrig, um die >48Aac (3x 16A) liefern zu können, die benötigt werden, um die Automaten sicher auslösen zu können.

Ein Kurzschluss ist nach meiner Erfahrung auch eher ein seltenes Ereignis, viel öfter kommt es zu einer Überlast, ( Toaster und Wasserkocher und Spülmaschine), da hilft der Neustart: Stecker ziehen, eben kurz warten und schon wird es wieder Licht,:grinning_face:.

Grüße Stephan

Das ist so nicht richtig. Die B16 LSS können bei Umgebungstemperatur von max. 30°C das 1,13 fache ihres Nennstroms ohne Auslösen durchleiten. D.h. also auch bei 18A würde der LSS u.U. gar nicht auslösen. Erst bei 5x Nennstrom muss er unter 100ms auslösen, die Zeit verlängert sich entsprechend der Kennlinie bei geringerem Strom.

Der Multiplus 5k erreicht kurzzeitig max. 9kVA, also um die 39A. Ob er die lange genug halten kann um einen B16 auszulösen kann ich nicht sagen. Vermutlich wird er eher wegen Überlast abschalten. Aber wie gesagt, dann wäre es fatal wenn er alle paar Sekunden immer wieder einschalten würde.

Elektronik “extrem” hat dem MP2-5000 in seinem Video bis über die Leistungsgrenzen getestet. (Leistungstest Victron Multiplus-II 48/5000/70-50).

Bei 7kW und 31A am Ausgang schaltet der MP2-5000 nach ca. einer Sekunde ab und nach 30 Sekunden mit einem Sanftstart wieder ein.

Die Kennlinie eines B16-Automaten beschreibt das Verhalten. Bei 32A soll der Automat nach 20 Sekunden auslösen.

D.h. der WR wird den B16 nicht auslösen und bei einem Kurzschluss wird er im Sanftanlauf sofort gestoppt. Einen besseren Leitungs-Überlastungsschutz gibt es nicht, deshalb sind die gekoppelten Sicherungsautomaten bei mir nur dafür da, einen Stromkreis spannungsfrei zu schalten.

Grüße

Ja und versucht es immer wieder. Ich mein, an Ende kann es jeder machen wie er möchte, aber ich persönlich halte das Abstellen des automatischen Wiederanlauf für sinnvoller.

Für einige Millisekunden. Das reicht für den Anlaufstrom von Motoren, aber für eine B16 sicher nicht.

Oliver

Nun, angenommen, es gibt tatsächlich einen Kurzschluss (bisher habe ich die immer selbst verursacht, und ein erster Erdschluss ist bei meinem IT-Netz unkritisch), dann ist es der Elektronik im Victron ziemlich egal, ober sie einmal oder hunderte mal einen Neustart versucht, da wird definitiv nix überlastet. Richtig ärgerlich aber, wenn man nicht zu Hause ist, eine Überlast den Victron abschaltet und dann nicht wieder einschaltet, und niemand außer mir selbst einen Neustart aktivieren kann. Das kann Folgen haben.