Victron Multiplus 2 an mehrere Batterien mit JK BMS

Hallo,

ich plane drei Victron Multiplus 2 im 3-Phasenverbund an drei 16s LifePo4 Akkublöcke mit je einem JK Inverter BMS PB2A16S15P anzuschließen.

Kann mir hierzu jemand Tipps geben? Bzw. hätte ein paar Fragen.

  • Die 3 Batterien parallel auf eine Bus Bar führen und von dort die 3 Multiplus versorgen oder jedem Multiplus an eine eigene Batterie anschließen?
  • Sicherung an den Batterien 1 polig (nur Plus) oder 2 polig (Plus und Minus)?

meines Wissens müssen im 3 Phasenverbund die Multiplus an der gleichen Batterie angeschlossen sein, also alle 3 Batterien parallel schalten und mit diesem Verbund die 3 Multiplus versorgen.

laut neuesten Unterlagen von Victron ist beides zulässig.

sehr zu empfehlen: Wiring Unlimited von Victron

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Alle Akkus mit genau gleich langen Kabeln auf eine verzinntes Kupfer Flachprofil also Bus Bar.
Ohne Kenntnisse über Strom können da auch leicht schwerwiegende Fehler passieren ganz so einfach ist es nicht. Außerdem müssen die Multiplus mit einer veralteten Software über MK3-USB programmiert werden was ohne Anleitung nicht funktioniert.

Bei Arbeiten am Akku mit Geschirrtücher, Handtücher immer alles abdecken, nur den Pol frei lassen wo man gerade arbeitet. Werkzeug mit Klebeband umwickeln damit es nicht leitend ist wenn es zu einer unbeabsichtigten Berührung kommt. Augen mit Gesichtsschutz Schützen gibt es auch ganz billig.

Ich würde jede Akkubank am + mit „Adler“ Schmelzsicherung absichern und dann noch zusätzlich eine Hauptsicherung nach der Zusammenführung von allen drei Akkubänken. Minus ist durch das JK Inverter BMS abgesichert.
Jede Sicherung erzeugt Wärme also muss diese in einer gewissen Entfernung zum Akkupol sein wo das Kabel als Kühler wirkt. Wärme bedeutet auch Verluste, die wiederum zum Ruhestrom der Geräte angerechnet werden müssen.

Anfangs würde ich die Zellspannung sehr vorsichtig zwischen 3,18 bis 3,38 stellen und später wenn Erfahrung da ist eventuell erweitern.

Alle Verbindungen mehrfach auf sehr festen Sitz kontrollieren und bei Inbetriebnahme mit Hand und Wärmebildkamera genau auf Temperatur kontrollieren.

Kabeln ab 70qmm aufwärts, üblich sind in diesem Bereich wenn die Kabel kurz sind 95qmm nur mal zur groben Orientierung.

Die Akkus sollten nicht mehr als wie 0,3C belastet werden wenn auch im Datenplatt 0,5C oder 1C steht.

Danke für die Antwort.

Ich hätte jetzt bevorzugterweise vor jedem Victron einen 2poligen DC-MCB installiert.
In die Batterien hätte ich auch jeweils einen 2poligen DC-MCB eingebaut um im Fehlerfall oder Wartungsfall mal die einzelnen Batterien wegschalten zu können.

Ich habe schon des Öfteren gelesen, dass es ein Problem ist wenn man den Minus vom Multiplus trennt.
Ist das dann im 3-Phasenverbund auch ein Problem wenn man den Minus und Plus zusammen wegschaltet oder bezieht sich das Problem nur darauf wenn der Plus weiterhin mit dem Multiplus verbunden wäre?
Das JK-Inverter BMS schaltet ja auch den Minus im Fehlerfall weg. Was passiert dann wenn der Plus weiterhin mit den Multiplus verbunden ist?

wenn du ein Cerbo GX II verwendest, sollte das kein Problem sein, da bei diesem der CAN Bus galvanisch getrennt ist. Bei meiner Anlage nutze ich auch die JK BMS und auch 2 polige MCCB. Das Ausschalten über das BMS funktioniert fehlerfrei, ohne das Strom über die CAN Bus Leitung gezogen wird.

Hast du auch mehrere Batterien parallel?
Ich würde die Batterien auf eine Verteilerschiene legen und von dort aus zu den Multiplus gehen.
Vor jedem Multiplus würde ich allerdings auch nochmal einen 2poligen DC-MCB installieren der dann halt für die Leistung des Multiplus ausgelegt ist, das dürfte dann auch kein Problem sein?

Kann das Cerbo GX II mit mehreren BMS kommunizieren oder wie läuft das ab?

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hängt bei mir alles jeweils mit MCCB abgesichert an einer Busbar
schau mal in meinen Vorstellungsthread

Wenn du von JK die Inverter BMS nimmst, dann kannst du diese untereinander mit RS485 verbinden und vom Master geht das dann per CanBus an den Cerbo.

Ok. Ich hätte jetzt 50mm2 als Verkabelung der Batterie und von der Batterie zur Verteilerschiene genommen, liege ich da richtig?
Länge sollte max. 1,50-2m sein.
Absicherung was macht da Sinn? C100A?
BMS ist ein JK-Inverter BMS PB2A16S15P.

zur Verkabelung schau dir den Link oben noch mal an, da sind Querschnitte für jede Stromstärke und Länge empfohlen, auf die Länge solltest du aber mit 50 qmm gut hin kommen :+1:

Ja ich denke auch, dass die 50mm2 von der Batterie bis zu den Sammelschienen gut sind.
Wird ja keine lange Leitung.
Abgesichert hätte ich diese Leitung von den Batterien zur Sammelschiene mit einer zweipoligen C100A DC Sicherung. Denke auch das passt oder?

Von der Sammelschiene zu den Multiplus würde ich dann 10 bzw. 16mm2 Leitung nehmen, auch hier wieder kurzer Leitungsweg, max. 0,5m und als Absicherung hier C50A zweipolig.

Welche Multiplus willst du installieren? Im Handbuch des MultiPlus-II 48/5000/70-50 steht das dieser mit 200A DC abgesichert werden soll, wären grob 70qmm (habe bei mir Flexibar 20x5 100qmm benutzt)

48/3000/35

Bei 3000VA und fast leerer Batterie kann so ein 16-Zellenblock 40V haben. Heißt dann würden 75A fließen.
Dann sind die LifePo4 Zellen mit 2,5V Zellspannung aber schon an einem sehr niedrigen Level, besser wird es sein diese nicht so weit zu entladen, aber gehen wir mal von dem min. zulässigen Wert aus.

Laut Strombelastbarkeitstabelle geht eine 10mm² Leitung bis 73A wenn frei verlegt, wäre also bei 75A Bestromung mit 2A überbelastet, dies kann verhindern indem man die min. Zellspannung im BMS höher setzt oder besser gleich auf das 16mm² geht um auf Nummer sicher zu sein. Das 16mm² hält bei selber Verlegeart dann 98A aus.

Im Victron Toolkit taucht bei der Länge, dem angegebenen Strom und Spannungswert die 10mm² bzw. 16mm² gar nicht auf...

Sehe ich da was falsch?

Vielleicht sei noch erwähnt, dass ich AC-seitig nur den AC-IN anschließen werde.
Ich werde also maximal die 3000VA einspeisen und nicht die 5500W die er kurzzeitig am AC-Out zur Verfügung stellen könnte.

Für den 48/3000/35 empfiehlt das Handbuch 35qmm und 125A Absicherung, ich denke die Vorsicherung ist so groß vorgeschlagen, weil der Multiplus schon einiges zieht um die Kondensatoren zu füllen, mein 200A BMS hat ohne die Aktivierung der precharge Option wegen Überstrom abgeschaltet als sich die Kondensatoren des Multiplus gefüllt haben.

Was bedeutet precharge Option?
Habt ihr die 3000er Victron alle mit 35mm² und 125A abgesichert??

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Das JK Inverter BMS kann trotz Überlast noch 10A ,eigentlich zum Batterieausgleich beim parallel Schalten, zur Verfügung stellen. Damit kann man aber auch die Kondensatoren der Multiplus laden. Der Fehler trat bei mir aber auch nur bei der ersten Inbetriebnahme auf, da 3 Multiplus gleichzeitig den Eingangskondesator geladen haben. Da dieser parallel zum DC Eingang angeschlossen ist, ist es auch egal ob der Multiplus ein oder ausgeschaltet ist.

dazu müssen sich andere äußern, da ich 5000er verbaut habe.

Ok, aber abgesehen von der Ladung der Kondensatoren sollte doch der Anschluss des 3000ers mit 16mm² und 50A Sicherung ausreichend sein oder wie siehst du das?
Ich sehe da jetzt keine Notwendigkeit 35mm² und 125A Sicherung..

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Wenn's meine Anlage wäre würde ich auf jeden Fall >16qmm installieren, je kleiner die Querschnitte um so größer sind die Spannungsdifferenzen zwischen Akku / MPPT und Multiplus, das macht es meines Erachtens nicht einfacher für das System (Ladespannung und Voltage ripple) https://www.victronenergy.com/live/_media/ve.bus:4._ripple_in_a_ac_battery_system.pdf

hier die Auswertung meiner Anlage für Juli 2025 ripple Spannung <0,2V