seit Februar kämpfe ich mit zwei Elektrikern, die es leider nicht geschafft haben, meine drei Victron MultiPlus-II 48/5000 korrekt ans Hausnetz anzuschließen.
Zur Situation:
Der erste Elektriker, der frisch für Solaranlagen zugelassen wurde, hat von heute auf morgen den Kontakt abgebrochen und reagiert seitdem nicht mehr auf meine Nachrichten.
Der zweite Elektriker hat alle drei Wechselrichter lediglich am AC-IN angeschlossen und die Arbeit als fertig deklariert. AC-OUT 1 wurde bei keinem der drei Geräte mit dem Hausnetz verbunden. Erst als ich rechtliche Schritte angedroht habe, meldete er sich wieder – mit der Aussage, dass ein externer Notstromschalter benötigt wird, da sonst der Betrieb nicht legal und sicher sei.
Meine Frage dazu:
Laut Victron Dokumentation verfügt der MultiPlus-II bereits über eine integrierte Anti-Islanding Funktion, die das Gerät im Falle eines Netzausfalls automatisch vom öffentlichen Netz trennt. Ist ein zusätzlicher externer Notstromschalter trotzdem gesetzlich vorgeschrieben in Deutschland?
Auch wenn nicht erforderlich, ist es trotzdem ratsam einen Netzumschalter zu haben um das Haus wieder aufs öffentliche Stromnetz umschalten zu können bei z.B. einem Defekt der Victronanlage.
Ja, aber das hat dann nichts mit einem automatisch bei Stromausfall trennenden Schalter (=NA-Schutz) zu tun. Der ist im Victron eingebaut, mit Zertifikat und Stempel nachgewiesen.
Ja ich wollte da keine Zweifel sähen nur drauf hinweisen, dass ohne den Umschalter, wenn was kaputt geht man in Dunkeln steht.
Es ist für den sicheren Betrieb aber nicht zwingend erforderlich.
Macht aber Sinn so aufzubauen!
Wenn ich Elektriker wäre, würde ich das zwar nicht verweigern so auszuführen, aber doch mit dem Kunden ein klärendes Gespräch führen und nen Wisch unterschreiben lassen, dass man sich bewusst ist bei Defekt(oder im Wartungs /Service bzw. Umkonfigurationsfall) der Victron Anlage nicht aufs Netz umschalten zu können.
ich war erstmal sehr überrascht, das der Multiplus 2 auf AC out Probleme macht, so wie die Überschrift suggeriert.
Es ist ja aber eher so, dass Du keine Verkabelung irgendwohin hast, am AC out.
Wie Du schon richtig geschrieben hast, der Multiplus 2 kann das (Notstrom) und ist zertifiziert dafür.
=> Sollen nur ein paar Geräte an Notstrom, z.B. Kühlschrank, Gefriertruhe, PC. Und wenn es die Hausverkabelung einfach ermöglicht, dann können diese wenigen Stromkreise auf AC out gest umgelegt werden.
Sie erhalten Netzstrom, wenn das Netz da ist und Batteriestrom, wenn das Netz ausfällt. Automatisch und ohne weitere Umschalter.
Der Hager HIM406 käme zum Einsatz, wenn komplett umgeschaltet werden soll, um z.B. Inselbetrieb zu ermöglichen. So, wie von Dir gezeichnet, wird er nicht gebraucht, da Ersatzstrom versorgte Stromkreise direkt am AC out hängen können.
Mit Deiner Drehstrom Installation mit den 3 Multiplus währe auch eine vollständige Ersatzstromversorgung für das ganze Haus denkbar. Vorausgesetzt, kein Kreis braucht mehr als 5kW.
Dann kann das Netz auf die Multis und das Haus hängt komplett an AC out.
Ja ein derartiger Schalter ist das, aber nimm nicht den Hager HIM40X!
Nimm den Kraus & Naimer 1-0-2 Lastumschalter 4 polig 63A KA63B.T904.VE2 - der hat für alle Betriebsfälle den vor- bzw. nacheilenden Nullleiter.
Ich würde auch empfehlen die Überschrift des Postings zu ändern, als erstes denkt man hier ginge es um einen Defekt statt um einen schlecht informierten Elektriker.
Ich möchte meinen überschüssigen Solarstrom sowie meinen vollen Akku nutzen, um damit alle Verbraucher im Haus zu versorgen (Kühlschrank, Backofen, Kochplatte, Fernseher usw.), bis der Akku leer ist. Erst dann soll das System wieder Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen.
Das Problem:
Genau das funktioniert nicht. Die Einspeisung ins öffentliche Netz läuft zwar, aber meine Hausverbraucher werden nicht aus Batterie/Solar versorgt. Ich vermute, dass der externe Zähler (Carlo Gavazzi EM540) nicht den gesamten Hausverbrauch erfasst.
Beobachtung:
Bei ca. 1157W Solarleistung zeigte mir das System eine Netzeinspeisung von rund -1074W an, obwohl gleichzeitig Kühlschrank und Backofen liefen. Wenn der EM540 meine Hausverbraucher korrekt messen würde, müsste der MultiPlus diese doch zuerst versorgen und nur den echten Überschuss ins Netz schicken.
Meine Frage:
Wo genau muss der EM540 sitzen, damit das System den gesamten Hausverbrauch erfasst? Muss er direkt hinter dem Netzanschluss-Zähler des Versorgers platziert werden, sodass sowohl ALLE Hausverbraucher als auch die MultiPlus dahinter liegen? Hinweis: In einem alten Schaltplan war der Zähler ursprünglich für einen Fronius-Wechselrichter positioniert – evtl. liegt hier der Fehler.
Über Tipps zur korrekten Einbauposition bzw. Konfiguration des EM540 würde ich mich sehr freuen.
Der EM540 muss direkt nach dem Zähler des Versorgers eingebaut sein und alles, also auch die MPII, messen.
Wichtig ist, dass vom Zähler des Versorgers die Leitungen oben am EM540 angeschlossen werden müssen und dein Haushalt unten. (Man kann das aber auch über die Software drehen)
Nein hat er nicht, das ist aber anhand der Symbolik auf dem Netzumschalter auch zu erkennen. Dargestellt sind vier gleiche Kontakte.
Hager hat in seiner Doku allerdings gemeint, dass alle vier Kontakte zeitgleich schließen. Das habe ich dann gemessen und festgestellt, dass dies nicht der Fall ist. Ist alles schon eine Weile her, kann aber auch hier beim Meintechblog nachgelesen werden
Daraufhin habe ich meinen HIM406 wieder verkauft und mir den o.g. Kraus & Naimer zugelegt. Es gibt wohl auch einen passenden von Fa. Sontheimer, mit denen kenne ich mich allerdings nicht aus.
Das muss nicht zwingend an der Hardware liegen. Ungewollt falsch eingestellt, speist der Multi auch ins Netz ein. Z.B. bei zu niedrig eingestellter "Maximale Wechsel-Leistung" oder aktivierter "Netzeinspeisung".