Victron-Anlage auf einem eigenen Display: rund mit 1,46 Zoll oder 7 Zoll am Tisch — Firmware kostenlos


Ich habe eine Victron-Anlage mit Cerbo GX und wollte den Ladestand sehen, ohne vorher das Handy zu entsperren und mich im Portal anzumelden. Daraus sind zwei Geräte geworden, die ich hier vorstelle, weil beide auf frei erhältlichen Waveshare-Brettern laufen und weil die Firmware nichts kostet.

Das kleine: PowerDot
Rundes 1,46-Zoll-Touchdisplay auf einer Waveshare ESP32-S3-Touch-LCD-1.46B (SKU 29565, Variante „mit Schutzglas"). Es zeigt Ladestand, Batteriespannung, Batteriestrom, Batterieleistung, Solar, Netz, Last und Wallbox, dazu Lithium, Verlauf sowie Temperatur und Tank, wenn Fühler am GX hängen. Durch die Seiten wird gewischt, jede lässt sich einzeln abschalten und in der Reihenfolge verschieben. Auf Wunsch stellt es auch den Mindest-Ladestand, den Netzpunkt und die Wallbox.


Drei gedruckte Gehäuse am Tisch, zwei davon in Betrieb.


Die fünf Hauptseiten, so wie sie am Gerät stehen.

Das große: ViewDot 700
Sieben-Zoll-Panel auf einer Waveshare ESP32-P4-WIFI6-Touch-LCD-7B (SKU 32510, Variante „Standard Ver."). Hier steht alles nebeneinander statt nacheinander — Batterie, Solar, Netz und Verbrauch auf einen Blick. Zwei Betriebsarten aus derselben Firmware: GX-Anlage oder Camper, letztere mit Tanks, Temperaturen und Luftwerten aus den anderen Geräten im Netz. Gestellt wird auch von hier: Mindestladestand, Netzpunkt und Wallbox gehen zurück an die Anlage.


Übersicht: Netz, Solar AC und DC, Batterie, Verbrauch, Autarkie.


Verbrauch je Phase und woher der Strom gerade kommt.


Der Mindestladestand wird am Panel gestellt und an die Anlage geschickt.

Woher die Zahlen kommen
Über MQTT direkt vom Cerbo GX im eigenen Netz. Kein Cloud-Konto, kein Portal, kein Abo, nichts verlässt das Haus. Am GX dafür einmalig: Einstellungen → Integrationen → MQTT einschalten. Ab Venus OS 3.50 zusätzlich unter Einstellungen → Allgemein → Zugang & Sicherheit das Sicherheitsprofil für das lokale Netz auf „Unsecured" oder „Weak" stellen; bei „Weak" gehört das GX-Passwort in die Einstellungen des Displays. Mit „Secured" gibt der Cerbo MQTT gar nicht heraus, dann bleiben die Werte leer — das hat mich selbst eine Stunde gekostet.

Firmware kostenlos, für beide Geräte
Aufgespielt wird im Browser über USB-C, Chrome oder Edge mit WebSerial. Kein Arduino, keine Treiberinstallation, kein Freischaltcode. Danach laufen Updates über WLAN direkt am Gerät. Das gilt auch für alle künftigen Fassungen. Beim ViewDot stand bis vor kurzem ein Code davor, der ist seit 24.10. weg.

Flash-Werkzeug

Gehäuse
Die Druckdateien liegen für beide Geräte kostenlos auf MakerWorld. Beim PowerDot sind es zwei Teile in ABS, rund 52 Minuten Druckzeit, 7 Gramm; der Deckel sitzt in Presspassung, keine Schraube.

Gehäuse PowerDot · Gehäuse ViewDot 700


Zwei gedruckte Teile beim PowerDot, drei beim ViewDot — Rahmen, Rückschale und ein Distanzstück für die USB-Buchse.


Das nackte Panel im Rahmen. Der Aufdruck nennt die Platine, falls jemand nachsehen will.

Web-Oberfläche
Jedes Gerät bringt seine eigene mit: dieselben Werte im Browser, dazu Verlaufskurven über Stunden, Tage oder den ganzen Zeitraum. Erreichbar über die IP des Geräts im eigenen Netz, ohne Konto.


Oben der PowerDot, unten der ViewDot. Die Adressen in den Bildern sind Beispielwerte.

Am Telefon
Dazu gibt es DotPilot, eine Android-App. Sie sucht die Geräte im eigenen WLAN über mDNS, Rundruf und Netzdurchlauf, zeigt ihre Werte mit Namen und Einheit und öffnet ihre Weboberfläche ohne Adressfeld. Firmware spielt sie gleich mit auf, einzeln oder für alle Geräte auf einmal. Kostenlos, kein Konto, keine Cloud.

DotPilot


Die App sucht selbst, hier mit vier gefundenen Geräten. Die Adressen sind Beispielwerte.

Grenzen

  • Beide brauchen ein GX-Gerät mit Venus OS. Direkt per Bluetooth an einen SmartShunt oder SmartSolar geht es nicht — Bluetooth ist im September aus der Firmware geflogen.
  • Die Platine muss genau die genannte sein. Beim 1.46B gehört das B ans Ende, es gibt dieselbe Platine auch ohne. Beim P4-Panel nicht die Kameraversion und keines der anderen P4-Bretter, die haben andere Displays und Belegungen.
  • Am P4-Panel sitzen drei USB-Buchsen und die beiden Type-C sehen gleich aus. Aufgespielt wird über die Type-C, die direkt am ESP32-P4 hängt (bei Waveshare Nr. 15) — nicht über Type-A und nicht über die mit „USB TO UART" beschriftete.

Offenlegung
Ich baue die Geräte auch fertig auf. Die Software ist davon unabhängig kostenlos — wer die Platine selbst hat, bekommt denselben Funktionsumfang. Ich schreibe das dazu, damit niemand raten muss, wo ich stehe.

Rückmeldungen nehme ich gern, besonders zu Aufbauten, die ich selbst nicht habe — Mehrfach-MPPT, größere Wechselrichter, Camper mit vielen Fühlern.

Wünsche und Fehler
Für Funktionswünsche bin ich offen. Wenn euch am Schirm etwas fehlt, das ihr sehen oder stellen wollt, schreibt es her — oft ist das eine Seite mehr in der Firmware, und die nächste Fassung kostet ja nichts. Über Fehlermeldungen bin ich genauso dankbar; lieber einmal zu viel gemeldet als eine Fassung lang übersehen. Am meisten hilft mir dabei: welches Gerät, welche Fassung, was stand am Schirm, und was hättet ihr erwartet.

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