ich baue ja gerade ein ESS mit 16 LiPo Zellen. Ich weiß ja, dass LiPos an sich sehr sicher sind, aber meine Frau macht sich trotzdem Sorgen wenn der Akku jetzt in unserem Keler in Betrieb genommen wird.
Zusätzlicher Rauchmelder im Raum mit dem Akku ist sicherlich sinvoll. Ein bekannter meinte es gäbe spezielles Schmelzgranulat, dass im Brandfall schmilzt und den Brand löscht. Macht das bei LiPos überhaupt einen Sinn? Wie groß ist die Gefahr, dass die Akkus ausgasen und kann dadurch explosionsgefahr entstehen?
Bei LiFePo musst du dir keine Gedanken um einen thermal runaway machen. Der Akku kann weder freies Lithium noch Sauerstoff abscheiden.
Bis du das Graphit zum brennen bringst musst du dich sehr bemühen.
umd selbst wenn eine Zelle überhitzt pfeift der Dampf aus dem Überdruckventil ohne das die nachbarzellen gleich davon angesteckt werden.
da ist das Problem eher der Dampf /Rauch der abziehen muss.
LFP-Zellen können sehr wohl in einen Thermal Runaway gehen. Dies ist allerdings erheblich unwahrscheinlicher aufgrund der starken Bindungskräfte in der Olivene-Struktur des Kathodenmaterials.
Trotzdem hat Arc recht. Die größte Problematik im Falle eines Versagens wird der Rauch/Dampf beim Ausgasen sein. Dieser kann zum einen deine Inneneinrichtung unbrauchbar machen und je nach Elektrolytbestandteilen prinzipiell zündfähig sein.
Unterm Strich ist LFP eine sehr sichere Technologie und ein Versagen eher unwahrscheinlich, wenn alles solide gebaut wurde.
Wenn du Vorkehrungen treffen möchtest, kannst du unter anderem z.B. über folgende Dinge nachdenken:
Abluft (passiv oder mit Ex-Ventilator)
Brandschutz (im Batteriesystem/zum Raum hin)
Rauchmelder
Die klassischen Löschmittel können nicht wirklich etwas anrichten. Außer viel Wasser (Kühleffekt) oder Hochdrucknebellöschanlagen gibt es hier nicht viel.
Alternativ natürlich den Aufstellort reflektieren (z.B Garten). Muss aber jeder für sich selbst wissen.
doch - CO2 Löscher. Die kühlen ebenfalls den Brandherd stark ab.
is aber nicht ungefährlich im geschlossenen Räumen. Dafür kannst du dich zwischen Ersticken oder verbrennen entscheiden
Meine kommen deshalb zusammen mit den Victron MP2 in die Garage. Oberhalb der MP2 werde ich noch ein Stück Promat anschrauben, da Holzdecke mit nur einer Lage Rigips. Die Leitungen 2x 5x16mm2 vom Zählerschrank und zurück zur Verteilung muss ich leider in kauf nehmen.
Die LFP bekommen wohl noch eine Mauer mit Betondecke und Eisentür inkl. 100er Gussrohr nach draußen. Von dort aus könnte ich die Akkus auch mit Wasser fluten...
@peterhb d. H. Du traust den LFP Akkus nicht so sehr wie der Rest hier. Unser Keller ist ierhin ohne Verbindungen zu den obereren Geschossen und der Akku steht in einem separaten Raum.
Es ist eine sichere Technologie. Aber wie bei allen Dingen besteht ein Restrisiko. Gleiches gilt auch für eine Gastherme+Verrohrung o.ä. Hier hat sicherlich jeder schon mal von eine Gasexplosion in einem Haus oder auf der Straße gehört. Trotzdem bauen sich die Leute eine Gastherme in den Keller Das schöne am DIY ist aber, dass man das Risiko auch selber ein Stück weit reduzieren kann durch geeignete Maßnahmen.
Es ist halt eine hohe Energiedichte in solch einem Akku (Rack). Und Rauch bzw. Feuer ist nicht zu unterschätzen.
Hier mal Beispiele:
Ich habe bei zwei Kunden das jeweils komplett ausgebrannte Haus gesehen.
Bei dem einen ist in der Garage ein Brand entstanden. Die Flammen sind durch das Garagendach unter das Hausdach und somit in den Dachstuhl...
Das Rohr der Dunstabzugshaube ging durch die Garage... die Flammen sollen förmlich in die Küche geschossen sein. Und das bei einem DN 100er Rohr...
Bei dem anderen hat sich die Waschmaschine (Miele, 2 Jahre alte Maschine) im Keller entzündet. Die Besitzer waren kurz einkaufen. Das gesamte Haus ist ausgebrannt, obwohl im Keller alles gefliest war. Ich konnte es kaum glauben. Waschmaschinen und Feuer... Youtube zeigt es.
Nach dem Erlebnis habe ich nie wieder eine Maschine angestellt, wenn ich das Haus verlassen will. Genauso wird kein (Handy-)Akku bei uns geladen, wenn niemand da ist. Die ganzen brennenden Teile muss man aber auch erstmal löschen können, wenn der Akku explodiert.
Meine Brandschutzeinrichtung besteht aus Fermacell. Die Geräte sind auf eine OSB-Platte geschraubt, welche aber mit einer 10mm Fermacellplatte belegt ist. Die Kiste für die Akkus ist ebenfalls aus OSB-Platten mit innenliegenden Fermacellplatten. Leiterquerschnitte ordentlich ausgeführt und alles vorschriftsmäßig mit Schmelzsicherungen versehen. Über der Anlage thront ein WiFi-Rauchmelder, so dass ich im Falle des Falles überall alarmiert werde. Die App dafür wird zusätzlich auch auf Geräten von anderen Familienmitgliedern installiert. Im Raum werden hauptsächlich nicht brennbare Sachen gelagert.
Habe bei mir die Zellen in einen ehemaligen Räucherofen mit Anschluss zum Kamin eingebaut. Ist zwar nicht ganz Gasdicht (Kabeldurchführungen z.b.), aber ich denke der meiste Rauch kann so von alleine abziehen.