ich plane meine PV-Anlage (Ost/West) mit drei Modulreihen und frage mich, wie die Stringverkabelung unter EMV- bzw. Blitzschutzaspekten optimal ausgeführt werden könnte. Ziel wäre ja eine möglichst kleine Schleifenfläche zwischen Plus- und Minusleiter, ähnlich wie man es aus dem EMV-Bereich kennt.
Gibt es hierzu bewährte Ideen oder Konzepte oder Empfehlungen aus der Praxis? Gerne auch mit Skizzen oder Beispielen. Vielen Dank für jeden Tip!
ich bin hier noch nicht so richtig weiter. Klar ist:
DIN VDE 0100-712, Abschnitt 712.521.102:
„Um durch Blitzeinwirkung induzierte Spannungen möglichst gering zu halten, sollte die Fläche aller Kabel- und Leiterschleifen so klein wie möglich gehalten werden, insbesondere bei der Verkabelung der PV-Stränge.“
Das in die Praxis zu übertragen, finde ich schwierig. Folgendes stelle ich mir aktuell am Beispiel West vor:
Schwarz mal als Zuleitung zum „Eingang“ des Strings, rot zum „Ausgang“ des Strings zurück zum WR. Die obere Reihe der Module würde ich an der Unterkantr verkabeln und die mittlere Reihe an der Oberkante, so dass die Leitung im Prinzip direkt aneinander entlang führt.
Gibt’s hierzu Meinungen oder hat jemand eine bessere Variante?
ich habe mich mal schnell schlau gelesen, das bedeutet es kann vermutlich auch totaler Blödsinn sein, aber vermutlich hat das wie steffda schon anmerkt viel mit Symmetrie zu tun, im Grunde genommen nimmt man sowieso in Kauf daß da was induziert wird, aber verlegt es dann so, daß zu jeder Zeit an möglichst jedem Ort eine Gegeninduktion stattinden wird, was praktisch eigentlich unmöglich wird, so wie du ja auch schon angemerkt hast. Das würde bedeuten, daß die Schleifenfläche nicht so groß aufgehangen werden kann und nur ein Teil der Parameter wäre, wenn ich das jetzt richtig gedeutet habe. gerne bitte korrigieren, wenn es falsch ist.
Wenn Du keine richtige Blitzschutzanlage hast, brauchst Du Dir um die Verkabelung keine Gedanken machen. Der Blitz schlägt ein wo er will und geht den Weg den er will, es ist weder Vorhersagbar noch Steuerbar. Es ist meist so wie so sehr unwahrscheinlich, dass er einschlägt und das muss Dir reichen, sonst hättest Du eine Blitzschutzanlage.
Das an geeigneter Stelle eine Überspannungsableiter in die Stringleitungen gehört ist davon natürlich nicht berührt. Das ist dann aber immer noch kein Blitzschutz.
EMV gut und schön aber da liegt ganz schön viel Silizium Kapazität auf dem Dach. Das ist Gleichstrom, mit fettem, fast statisches Magenfeld. Die beiden entgegengesetzten Magnetfelder dicht zusammenzubringen soll was bewirken, außer Verluste.
Hast Du keine leitfähige Unterkonstruktion die geerdet ist, so dass die Stringkabel für den Blitz relevant werden könnten?
Der Verkabelungsvorschlag von Uschi ist sehr nice.
Sorry, deine Behauptungen sind mir persönlich zu undifferenziert. Es gibt ja nicht nur direkte Einschläge, sondern häufiger indirekte Einschläge und selbst die oben genannte Vorschrift sollte existieren. Selbst die einzelnen Solarzellen können in einem einzigen Modul so entgegengesetzt angeordnet werden. Was spricht also dagegen sich hier auch mal mehr Gedanken gemacht zu haben. Heraus kommen diese tollen Verdrahtungsvorschläge, die funktional, symmetrisch und am Ende sogar optisch toll aussehen und kein Augenkrebs verursachen.
Nämlich in Blitzschutz, Schutz gegen direkten Einschlag und in Überspannungsschutz, Potentialerhöhung durch Induktive wirkende Ereignisse.
Und das geht darum wieselchen2024 diesen Unterschied zu verdeutlichen, durch Überspitzung.
Ich habe wieselchen2024 wohl flach verstanden. Denn Ich dachte es geht an EMV Ereignisse die die Anlage erzeugen kann, ist ja auch Hochspannung und die String Zu- und Ableitungen sind nicht unproblematisch.
Aber da sind wohl Ereignisse gemeint die auf die Anlage wirken können gemeint.
Da stellt sich nach wie vor die Frage nach der Relevanz, wie will man den Einfluss der Schleifengröße bemessen können und was wäre die Konsequenz?
Klar ist weniger mehr aber Überspannungsableiter müssen doch auf jeden Fall verbaut werden.
Und der „Tolle Vertratungsvorschlag“ bleibt toll, auch wenn der nicht für die EMV Porblematik tun würde.
alles gut, vermutlich liegen wir nicht soweit auseinander. ich kann aber auch wie geschrieben, nicht viel mehr dazu beitragen. Was ich mir vielleicht noch zutraue, das ganze in einen Kontext einzusortieren. Du hast mit der nicht ausser Acht lassen, der anderen Schwerpunkten sicherlich recht. Ich hatte den Fokus auf der Sicht eines indirekten Einschlages gelegt und das fand ich interessant im Zusammenhang mit der baulichen Anordnung und Größe einer Anlage. Von mir aus kann die "Symmetrie" jetzt auch in die weitere Planung einfließen, damit die anderen Schwerpunkte auch noch technisch berücksichtigt werden können. Was dabei theoretisch herauskommen kann, finde ich klasse.
Alles gut. Vielen Dank für die ganzen Tipps, Varianten und Einirdnungen. Mir ging es insbesondere um die induzierten Ströme gem. VDE 0100-712 und die möglichst gering zu halten.
Ich hatte von der Methode, jedes zweite Modul zu verbinden gelesen. Finde ich eine gute Lösung. Meine Idee, an der oberen Reihe unten hin und an der mittleren Reihe oben zurück zu gehen, finde ich immer noch eine Variante. Aus meiner Sicht bleibt die Fläche dann zwischen den Leitern ebenso gering.
Ich denke, ich werde die Lösungen mischen: oberen Reihe unten hin und an der mittleren Reihe oben zurück; untere Reihe jedes 2. hin und zurück. Für mich hier mit der Länge der Leitungen (auch durch die Tigo Optimierer) praktischste Lösung.
Vielen Dank für die offene Diskussion! Für Ost bin ich noch nicht weiter. Vlt jedes zweite Modul und dann schlängle ich mich durch die Fläche?