Verkabelung in einem alten Kaminzug

Hallo zusammen,

ich habe mir eine Anker Solarbank 4 Pro zugelegt. Die Montage auf dem Dach sowie die Verkabelung wurden von einem Dachdecker durchgeführt, der die letzten vier Jahre fest für eine PV-Firma gearbeitet hat.

Der Kabelweg führt durch einen alten Kaminzug, der vom Schornsteinfeger offiziell für die Nutzung als Kabelkanal freigegeben wurde.

Details zur Montage & Verkabelung:

  • Dachmontage: Die Unterkonstruktion wurde fachgerecht installiert. Die Kabel verlaufen ordnungsgemäß unter den Dachziegeln zum Kamin.
  • Kamineintritt (oben): Auf der Kaminplatte wurden jeweils zwei bis drei Kabel in M25-Flexrohre überführt. Zur Zugentlastung wurden die Leitungen dort mit insgesamt vier Schellen fixiert.
  • Kamininnenraum: Insgesamt wurden acht 6 mm² PV-Kabel und zwei 16 mm² Erdungskabel in den Kamin abgelassen.
    • Sechs Kabel verlaufen teilweise im Flexrohr.
    • Zwei Kabel laufen nach etwa einem Meter frei (ohne Flexrohr).
  • Kaminaustritt (Keller): Die Kabel hängen rund 9 bis 10 Meter frei im Kaminzug. Am unteren Ende treten sie über eine Revisionsklappe aus. Für den letzten Meter vor dem Austritt wurden sie wieder in Flexrohre gepackt.

Meine Bedenken:

Der Handwerker versicherte mir, dass seine alte PV-Firma Kabel immer auf diese Weise verlegt hätte und das absolut in Ordnung sei.

Ich bin jedoch verunsichert. Nach meinem Kenntnisstand fordert die VDE-Norm, dass Kabel bei vertikaler Verlegung in bestimmten Abständen (oft wird von ca. 1,5 Metern gesprochen) abgefangen bzw. gesichert werden müssen, um Schäden durch das Eigengewicht (Zugspannung) zu vermeiden.

Meine Fragen an euch:

  1. Sind meine Sorgen wegen der 10 Meter freihängenden Kabel unbegründet oder besteht hier Handlungsbedarf?
  2. Reicht die Zugentlastung über die Schellen auf der oberen Kaminplatte für dieses Gewicht dauerhaft aus?
  3. Wie bewertet ihr die Mischung aus freihängenden Kabeln und teilweisem Flexrohr im Kamin?

Vielen Dank für eure Einschätzungen und Fachmeinungen!


Also aus dem Bauch heraus kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ein freihängendes Kabel 8-10 m geschädigt werden kann. Da sollten dann aber wirklich alle freihängend und nicht zwischendurch zusammengebunden sein, sonst kann es passieren, dass ein kürzer gebundenes Kabel die anderen mitträgt.

Ob es da Normen gibt und was die sagen, weiß ich nicht. Und ob man Praxiserfahrungen hat, die das für mich Unvorstellbare doch wahrscheinlich werden lassen, weiß ich auch nicht.

Auf jeden Fall eine Fragestellung, die man abklären sollte.

Bei deinem letzten Bild sieht der Wellschlauch rechts an der Platte so aus, als wäre der angestückelt. Sehr ungünstig, da läuft dir Wasser rein. Weiße Kabelbinder sind auch tabu, wenn die dauerhaft im Außenbereich halten sollen. Und auch schwarze UV-beständige Kabelbinder sind auf Dauer nichts im Außenbereich. Die können nach 5-8 Jahren auch kaputt gehen.

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Ich erinnere mich an Zugentlastung alle X Meter.

Mit Wins gutem einwand, dann besser einzeln entlasten.

Bei mir hängen PV Kabel schon viele Jahre im stillgelegten Zug eines Schornsteins. Das sind wohl auch ca. 10m, welche die Kabel frei hängen. Eine Zugentlastung gibt es nicht, Wellschlauch auch nicht. Durch diesen Schornstein wurden auch Solarthermie Leitungen aus flexiblen Schläuchen verlegt, ebenfalls ohne zusätzliche Befestigungen im Schacht. Die sind dort schon 20 Jahre.

Nach meiner Erfahrung geht es also.

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Wenn ich es richtig verstanden habe, ist laut VDE bei vertikaler Verlegung bis zu einer freien Hängelänge von 5 Metern alles abgedeckt. Sobald die Strecke länger ist, sollte etwa alle 1,5 Meter eine Zugentlastung beziehungsweise Sicherung erfolgen. Ob es als vollwertige Sicherung ausreicht, die Kabel als Bündel in einen Flexschlauch zu legen, da bin ich mir allerdings unsicher. Ich hatte gehofft, hier im Forum jemanden zu finden, der vor einer ähnlichen Situation bei der Verlegung im Kaminschacht stand.

Die restlichen Arbeiten auf dem Dach – von der Modulverlegung bis zur Unterkonstruktion – sehen extrem sauber und professionell aus. Genau deshalb bin ich hin- und hergerissen, ob die Ausführung im Schacht nicht vielleicht doch so üblich oder sogar Branchenstandard ist.

Konkret sind die Kabel in drei Bündeln geführt und jeweils untereinander mit Isolierband sowie Kabelbindern zusammengehalten. Im Schacht selbst müssen sich außerdem noch irgendwelche Absätze oder Zwischenstücke befinden, da die Bündel beim Herablassen nicht einfach so durchgeglitten sind. Auf dem beigefügten Bild kann man die Situation ganz gut erkennen.

Da steckt noch ein abgasrohr drin, deshalb war das reinwerfen schwierig denk ich. PV-Leitungen sind relativ leicht und stabil. Die Regeln gehen vom YM oder leichter energieleitung aus, die müssen alle paar Meter abgefangen werden. Sieht nich so super aus das Gewerk aber halten wirds schon. Immer mal nach den Kabelbindern schaun nach paar Jahren Sonne zerbröseln die

Gerade noch gesehen: Alfaflex-Klebeband ist Pfusch für dauerhafte Bewitterung, das braucht nochmal Verbesserung. Besteht aus LDPE-Folie, die nach 2-5 Jahren hinüber ist.

Was man evtl. nehmen könnte: Alu-Butyl-Klebeband wie Sika MultiSeal BT

Ok, danke für die Rückmeldung, dass beruhigt mich!

Die Abdeckung ob kann ich nochmal gegen was stabileres tauschen. Aber die Seilentlastung alle 1,5m habe ich mir relativ schwierig vorgestellt.