Venus OS & Serialbattery: Wechsel von Absorption zu Float

Hi,

wie lange dauert der Wechsel von Absorption zu Float? Ich habe das Gefühl hier funktioniert irgendwas noch nicht korrekt.

Technik: 18s 305Ah, JK BMS, Multiplus MK2, AC gekoppelt, PV Anlage, Victron Energy Meter.

Gerade alles erst aufgebaut. Balancing funktioniert. Ich hätte erwartet, dass nach erfolgreichem Balancing und dem Ablaufen der Wartezeit von 900s, die im Serialbattery Config Skipt hinterlet ist, die 3,45V (Max_Cell_Voltage) zügig in Richtung Float Spannung (3,35 V) verlassen werden.

Aktuell ist es so, dass der Akku mit ungefähr 1 A entladen wird, wodurch die Spannung nur sehr langsam sinkt. Erst am Abend ist die Batterie im Float.

Kann man das Entladen im Absorption Mode beschleunigen, um schneller in den Float-Zustand zu kommen?

Gruß
DeFused

???
Was haben Absorbtion und Float mit Entladen zu tun?

Oliver

Nach dem Balancing liegt die Zellspannung bei ungefähr 3,45V (MAX_CELL_VOLTAGE). Das Pack entsprechend bei 62,1V. Um in den Float-Zustand zu kommen (FLOAT_CELL_VOLTAGE = 3,35V), muss die Spannung des Akkus auf 60,3 V abgesenkt werden. Durch entladen.

Ich frage mich, ob das normal ist, dass gerade mal mit 1 A entladen wird. Dadurch ist die Akku-Spannung erst nach mehreren Stunden von 62 V auf 60,3 V abgesunken. Sollte das nicht schneller gehen?

Warum erwartest und willst Du, dass der Akku weiter entladen wird, obwohl Du mit 11KW einspeist, also Überschuss hast?

Was in Deiner Übersicht bei VRM fehlt, ist die eigentliche PV-Anlage bzw. der PV-AC-Wechselrichter. Insofern siehst Du und auch VRM den Verbrauch nicht. Wenn Du keine von VenusOS unterstütze PV-Anlage hast, würde ich einen entsprechenden Zähler vor dem PV-Wechselrichter installieren.

Hallo wihz,
das hast du richtig erkannt. Die PV-Anlage wird von VenusOS nicht erkannt. Ein zusätzlicher Zähler wäre natürlich eine Möglichkeit diese darzustellen.

Der Akku ist eigentlich bei 3,35 V Zellspannung vollständig geladen. Die höhere Zellspannung von 3,45 V wird meines Erachtens nur für das Balancing angefahren. Wenn das abgeschlossen ist, wird die Spannung wieder abgesenkt.
Das sollte unabhängig vom aktuellen Ertrag funktionieren.

Laut Datenblatt des Akkus ist der bei 3,35V voll:

image

Die Frage wie die Umschaltung von Absorbtion zu Float stattfindet habe ich mir die Tage auch gestellt und bei mir Folgendes herausgefunden:

  1. in /data/etc/dbus-serialbattery/config.ini
    ; Show additional info in GUI -> Serialbattery -> Parameters.
    ; This will show additional information to better understand how the driver works
    ; and what values are currently set which are not shown elsewhere in the GUI.
    ; You have to scroll down to see the additional information.
    GUI_PARAMETERS_SHOW_ADDITIONAL_INFO = True
    gestellt, damit wird in der gui-v1 unter Serialbattery - Parameter die Info dargestellt welche Werte für die Umschaltung zu Float und zu Bulk erwartet werden. ggf. muss noch LOGGING=DEBUG umgestellt werden.
  2. Bei mir war der Auslöser dass die Umschaltung nicht stattgefunden hat der Unterschied in der Messung der Batteriespannung zw. JK BMS und dem Victron MPPT. Der MPPT hat mit 55,20V geladen aber das JK BMS hat nur 55,07V gesehen. Da serialbattery für die Umschaltung die Werte vom BMS verwendet blieb es halt "ewig" in Absorbtion. Da gibt es 2 Lösungswege: die Spannungskalibrierung in JK BMS verändert die gemessene Spannung oder "Voltage drop" in serialbattery erhöht die die Ladespannung.
    ; --------- Voltage drop ---------
    ; If there is a voltage drop between the BMS and the charger due to wire size or length,
    ; you can specify the voltage drop here. The driver will then add the voltage drop
    ; to the calculated CVL to compensate.
    ; Example:
    ; Cell count: 16
    ; MAX_CELL_VOLTAGE = 3.45
    ; Max voltage calculated = 16 * 3.45 = 55.20 V
    ; CVL is set to 55.20 V, and the battery is charged until the charger reaches 55.20 V.
    ; The BMS measures 55.05 V due to a voltage drop of 0.15 V on the cable.
    ; Since the dbus-serialbattery reads 55.05 V from the BMS, the max voltage of 55.20 V is never reached,
    ; and max voltage is maintained indefinitely.
    ; By setting the VOLTAGE_DROP to 0.15 V, the voltage on the charger is increased, and the
    ; target voltage on the BMS is reached.
    VOLTAGE_DROP = 0.00

Was aber nicht passiert ist dass die Batterie gezielt entladen wird um die Spannung runter zu ziehen. Das passiert von alleine, auch ohne Last. Es wird nur die Ladespannung verringert.

Wo hast Du gelesen, dass die Spannung bei LiFePo durch Entladen abgesenkt wird?

Die Spannung sinkt auch so. M.E. wird in Float lediglich die Spannung des Ladegerätes gesenkt.

Absenken der Spannung mag bei einem Bleiakku sinnvoll sein, aber ich wüßte nicht, was es bei einem LiFePo bringt. Aus der Spannung kann man bei LiFePo auch nicht direkt den Füllstand errechnen.

So sah es gestern aus:

Irgendwann nach 9 Uhr war der Akku voll und das Balancing ging von statten. Die Zellspannungsabweichung hat zwischen 15 und 10 mV geschwankt, baut sich aber durch das Balancing ab. Irgendwann waren die 13 mV unterschritten, und der 900 Sekunden Timer läuft. Die Ladespannung wurde danach dennoch nicht abgesenkt.

Mir sieht das so aus, als ob die hohe Ladespannung zu lange anliegt. Dadurch werden die Zellen überladen und die Klemmspannung liegt danach über der Float-Spannung.

Die Spannung sinkt auch so. M.E. wird in Float lediglich die Spannung des Ladegerätes gesenkt.

Ok, das bedeutet dann vermutlich, dass die hohe Ladespannung zu lange an lag. Man sieht in aus dem Screenshot von gestern, dass trotz leichten Entladens (mit 1 A) die Spannung über der Float-Spannung lag.
Anhand dessen hatte ich gedacht, dass stärker entladen werden müsste, um die Spannung der Zellen weiter nach unten zu bekommen.

Wo hast Du gelesen, dass die Spannung bei LiFePo durch Entladen abgesenkt wird?

Das ergibt sich doch aus der Tabelle aus dem Datenblatt. Höherer Ladezustand, ... höhere Spannung, zumindest wenn die Zellen nahezu voll oder leer sind. Entladen senkt den Ladezustand und damit die OCV. Ich dachte das wäre offensichtlich.

Wieso werden die Zellen überladen, wenn die Spannung bei den LFP-Zellen bei 3,45 Volt liegt? Sind gerade mal ca. 99,5%, sofern weder entladen noch geladen wird.

Ich hatte die Übergangsbedinung gestern mit Screenshots festgehalten:

Hier sind nur 10s Haltezeit hinterlegt, statt der 900s, da ich ab Nachmittag die Gedult verloren habe :blush:

Hier die allgemeinen Informationen:

Wieso werden die Zellen überladen, wenn die Spannung bei den LFP-Zellen bei 3,45 Volt liegt?

Weil ich die Definition der Float-Spannung der Zelle entsprechend dem Datenblatt mit 3,35 V hinterlegt habe. Wenn OCV der Zelle darüber liegt, dann ist die Zelle bezogen auf diese Definition überladen.

Sind gerade mal ca. 99,5%, sofern weder entladen noch geladen wird.

Verstehe ich nicht. Der Hersteller sagt, 3,348V ist voll (100%). Wie soll der SOC bei darüber liegender Zellspannung wieder sinken? Wird eher 100% +X sein. Wobei X nicht klar ist und ich brauche diese Kapazität vor allem jetzt im Sommer nicht.

Verstehe Deine Grafiken nicht. Warum lädst Du bis 60V? Das sind 3,75 Volt pro Zelle. So stark würde ich meinen Akku nicht stressen, Habe solch hohen Spannungen bei meinem System noch nie gesehen.

Victron hat bei LFP bei den MPPTs normalerweise als Float 56,8 Volt und Absoption 54 Volt eingestellt. Mehr als die 56,8 Volt Float würde ich auch nicht einstellen.

Das ist ein 18s-Akku.

Die offene Frage ist aber noch wie vor: Soll der Multi aktiv auf die Float-Spannung entladen, oder nur solange nicht wieder laden, bis die Spannung unter den Wert sinkt?

Oliver

Ich habe verstanden, dass er nicht entlädt, sondern das Laden einstellt. Dadurch sinkt die Spannung automatisch. Kann aber einige Stunden dauern bis er Float erreicht.

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Das wäre auch mein Verständnis.

Oliver

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Sieht für mich in dem Screenshot aus als ob er schon in Float wäre.

Das ist halt meine Frage, ob hier meine Erwartung falsch ist und der Ablauf an sich in Ordnung ist.