Da Kabelkanäle innen ja nicht wirkllich hübsch sind plane ich die Leitungen der nächsten Anlage (Daikin Perfera 2.5) "Unterputz" zu installieren.
Innengerät soll über die Tür. Installationsbox im Türsturz wäre wohl etwas schwierig, aber falls ich es richtig verstanden habe auch nur für eine spätere Installation der Klimaanlage sinnvoll. Ich möchte die Schlitze möglichst klein halten. Das Zimmer befindet sich auch nicht im Rohbau sondern ist bewohnt, ein paar Tage "offene Wand" wäre aber kein Problem.
Es sind ca 1m von Türsturz/Innengerät zu Wanddurchlass und dann außen ca 5m an nach unten.
Was wäre das sinnvollste?
Kältemitteleitungen, Kabel und Kondenswasserleitung bündeln, mit PVC-Band einwickeln und dann so verputzen?
Einfach alles im Schlitz einzeln verlegen und verputzen?
oder einen Kabelkanal einputzen und darin alles verlegen und verputzen?
Das alles natürlich erst nach erfolgreicher Dichtheitsprüfung.
Rauhfaser tapezieren und malern fällt bei allen Versionen an.
Mauernutfräse könnte ich besorgen, würde aber eine ziemlich staubige Angelenheit werden. Hat jemand Tipps, Anregungen oder Erfahrungswerte?
Danke und Grüße
Mathias
Ich kann leider keine Erfahrungswerte bieten, aber meine Überlegungen teilen, da ich es ähnlich machen möchte.
Ich plane keine Rohr- oder Schlauchverbinder einzuputzen. D.h. bei dem betreffenden Gerät kommen die Leitungen zwar von rechts rein, ich führe sie aber Unterputz auf die linke Seite des Geräts und mache dann einen vorsichtig gebogenen 180 Grad Bogen nach rechts in Richtung Gerätemitte.
Wenn tatsächlich nur Leitungen Unterputz sind, würde ich sogar vor dem Aufhängen des Innengeräts verputzen und renovieren, ohne Dichtigkeitsprüfung. Sonst muss man um das Innengerät herum renovieren, das ist umständlich. Der seltene Fall, dass eine Leitung irgendwo mittendrin undicht ist, wäre halt Pech.
Gefragt habe ich mich auch, ob zum Schutz vor Schwitzwasser unter Putz irgendetwas über die bestehende Isolierung gemacht werden muss. Meine Idee wäre hier ein diffusionsdichtes Klebeband, aber einzeln um die Leitungen, und die werden einzeln eingeputzt. Bündel sind schwierig, da wird's ja noch dicker und der Schlitz muss noch tiefer werden.
Die "Schlitze" werde ich voraussichtlich mit der 62er Bohrkrone machen, da die in Innenwänden wie Butter reingeht, dann setze ich mehrere nebeneinander. Mehr als 3-4 sind das bei mir nicht, es geht nur um ein paar cm. Ob das im Türsturz so gut ist, weiß ich nicht. Mit der Mauernutfräse kommt man halt nicht bis ganz in die Ecke rein.
Mit einer Mauernutfräse verwandelst Du einen Wohnraum in einen unbewohnbaren Raum. Das staubt wie die Sau, und gerade bei Ziegelwänden hast Du den dunkelroten Ziegelstaub hinterher einfach ÜBERALL, der kriecht bis in den letzten Winkel. So schön die Nuten auch werden - eine Mauernutfräse ist leider nur ein Werkzeug für den Rohbau.
Halbwegs staubarm und dennoch sauber werden die Schnitte, wenn Du eine kleine Flex mit Diamanttrennscheibe nimmst und mit der zweiten Hand mittels Schlauch/Pflanzensprüher etc. Wasser auf die Trennscheibe sprühst. Bei Nassschnitt staubt das nur wenig, dafür läuft dann halt der dunkelrote Brei die Wand hinunter, und etwas spritzen tut's auch. Auch nur bedingt wohnraumtauglich.
Am wenigsten Sauerei gibt es, wenn man die Schlitze mit Bohrhammer und Meißel bzw. klassisch mit Hammer und Meißel schlägt. Nur sehen die dann halt auch ziemlich übel aus.
Insofern gibt's da leider nicht die eine gute Lösung, wenn man Schlitze in der Wand im Wohnraum nachträglich herstellen möchte.
als elektriker der sowohl mauernutfräse alsauch diese trennscheiben aus hinreichender praxis kennt, kann ich dir sagen:
sie stauben beide fürchterlichst!
bei rotem ziegel ist die bude dann rot bestäubt, egal welches wekzeug man da nimmt.
einzig, bei diesen trennscheiben kann man 2 schlitze machen und den rest dazwischen per hand ausstemmen, das mancht ein bischen weniger staub, aber nicht so das nicht trotzdem die ganze bude zugepudert ist.
was es auch ein wenig erträglicher macht:
ein sehr saugstarker industrie-sauger, der an der fräse/schlitze hängt, der kann den staub auch etwas dezimieren, aber auch hier nicht soweit das man das im eingerichteten wohnraum machen sollte
beides zusammen kann vieleicht ca 1/3 weniger staub machen, aber staub ist dann immernoch genug da
achja, vor allem staubt es beim schlitzen in kräftigen wolken, wenn man nicht genausestens darauf achtet das das gerät eben an der wand anliegt, wenn diese eine staubabsaugung haben.
eine grundreinigung der wohnung sollte man also wenn man schlitzen will IMMER automatisch anschliessend machen, auch zich (tür-)folien usw verhindern nicht, das staub bis in jede kleine ecke kommt....
So, das war eine schöne Arbeit zum Vatertag. Sind dann doch ein paar mehr als 3-4 geworden ?.
Rechts ist die Außenwand, da gehen zwei 65er Bohrungen in die Innenwand. Der lange Kanal nach links ist für die Klimaanlage direkt an dieser Stelle, d.h. die Kältemittel-Leitungen werden dann ganz links einen 180° Bogen machen und in die Mitte des Geräts führen. Außerdem gibt es noch ein 65er Loch, das hier wegen Staubentwicklung gerade mit einem Lumpen zugestopft ist, das geht ins angrenzende Zimmer, dort kommen die Leitungen dann normal links im Gerät rein. Ach ja, und wie schön, dass rechts auch noch eine Stromleitung nach unten lief...
Aus welchem Werkstoff ist die Wand eigentlich gemauert? Nach rotem Ziegel (der macht den unangenehmsten Staub) sieht es mit jedenfalls nicht aus. Ist das Betonstein, dick verputzt?
Das ist eine ca. 12cm Innenwand, mit je 2 cm Gipsputz. Die Mauer ist sehr grobporig und bröselig, habe leider überhaupt keine Ahnung von Mauersteinen, Baujahr ist 1983 und die Bauunterlagen sagen nur "leichte Trennwände". Nein, es ist kein roter Ziegel, sondern eher hell- bis dunkelgrau, sehr viele grobe Steinchen. Es staubt aber auch ganz schön.
Zum Baujahr passend sind das Bimssteine, für Trennwände ohne statische Bedeutung meist als Platten, d.h. größer als der "normale Mauerstein" verarbeitet. Bohrt sich gut, stemmen geht etwas schlechter.
@schup011,
warum biegst du die Anschlussleitungen nicht nach rechts - "tordierend" gebogen bzw. um 180° geschwenkt ist das problemlos möglich.
Alternativ, wenn der "Kanal" nicht allzu lang ist -> Rohre flach auf die Wand und eine dünne Abkastung in der Höhe des Innengeräts darüber
Vor dem Verbinden der Kältemittelleitung (roter Pfeil) - nicht durch die doppelte Zuleitung irritieren lassen, auf der anderen Seite der Wand gibt es noch ein zweites Gerät
Kondenswasser wirst du erst im Sommer im Kühlbetrieb an den Rohren haben. Für mich das größere Problem ist die Wärme im Heizbetrieb -> ist schon deutlich fühlbar und kann bei zu dünner, zu wenig elastischer Isolierung zu Putzabplatzern und Rissen führen
@schup011,
warum biegst du die Anschlussleitungen nicht nach rechts - "tordierend" gebogen bzw. um 180° geschwenkt ist das problemlos möglich.
Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber in dem Fall würde doch der Anschluss eingeputzt werden, oder nicht? Wenn ich die Anschlussleitung um 180° biege, bin ich rechts neben dem Gerät. Die Bogenlösung hätte den Vorteil, das der Anschluss nicht im Putz ist und wenn das IG irgendwann mal getauscht werden sollte, müsste man nicht den Putz aufklopfen um den Anschluss zu finden.
Ansonsten finde ich die Lösung mit dem Kasten für deinen Fall auch Recht elegant.
Korrekt!
Ließe sich mit einem "Revisions-Deckel" vom Gerät bis zur Rohr-Verschraubung lösen. Entweder was käufliches oder DIY aus einer Blechplatte/Putzträgerplatte.
Meine Lösung ist halt pragmatisch - zwischen Kabelkanal und vollflächiger Wandaufdopplung. Da es meine erste Klimainstallation ist und ich erst mal über eine Heiz- und Kühlperiode Erfahrung sammeln wollte (bisher hochzufrieden!), ist da sicher noch Verbesserungspotential.
Es bleibt aber im bewohnten und genutzten Bereich immer ein "Eiertanz". So lange es keine Kälte oder Wärmeübertragung per "TubeLess" zwischen Innen und Außen gibt, muss das Leitungsgedöns irgendwo lang. Im Gegensatz zu unseren Nachbarn sind wir mit "Unterputz-Leitungen" verwöhnt und können uns nur schwer an sichtbare Rohre gewöhnen. Mit neuen Systemen sollte man vielleicht auch mal neu denken - wohin unsere Ansprüche führen, zeigen uns die aktuellen und vielseitig für zu hoch beklagten Baukosten.