Umstieg auf BEV sinnvoll?

Hi zusammen,

ich bin momentan am Überlegen, ob ein Umstieg auf ein BEV sinnvoll ist.

Die technischen Voraussetzungen sind eigentlich ideal (PV mit viel Überschuss und 5x10mm² in der Garage), das "Problem" ist eher unser Nutzungsprofil:

Dank DE-Ticket konnten wir unsere Fahrleistung auf ~500 km / Jahr im Alltagsbetrieb reduzieren.
Dazu kommt im Schnitt alle 2 Jahre eine Urlaubsreise (1.000-2.000km) bei der die Bahn ungeeignet ist. Um Standschäden zu vermeiden, nutze ich die Kiste gelegentlich auch für Dienstreisen. Ein kompletter Verzicht wäre mir am liebsten, ist aber leider nicht möglich.

Bei diesem Nutzungsprofil spricht vieles dafür, den Verbrenner zu behalten, bis er auseinander fällt.

Hier meine Überlegungen eventuell doch auf ein BEV umzusteigen

  • Wir würden zwar weiterhin überwiegend Fahrrad/ÖPNV nutzen, aber mit Strom vom Dach würden wir doch für einige Strecken wieder das Auto nehmen (Zeit, Komfort, Zuverlässigkeit,...). Die Fahrleistung würde dann vermutlich bei 5.000 - 6.000 km/Jahr liegen.
  • Mittelfristig steht auf meiner Pendelstrecke eine Generalsanierung an, weshalb ich dann vermutlich für einige Zeit doch wieder mit dem Auto pendeln müsste.
  • Das Auto (Auris Kombi Vollhybrid) steht zwar im Ruf extrem zuverlässig zu sein, bisher gab es auch keine nennenswerten Reparaturen. Nach 12 Jahren bin ich mir aber nicht so sicher, wie lange das noch so bleibt.
  • Die Gebrauchtpreise sind aktuell generell ziemlich hoch, der Auris ist gefragt und das Angebot sehr überschaubar. Die Angebote auf einschlägigen Portalen sind oft sogar 5-stellig. Da sich bei den BEVs gerade viel tut, halte ich einen relativ hohen Wertverlust in den nächsten Jahren für sehr wahrscheinlich.

Wie seht ihr das?

Bei einem Umstieg wäre dann noch die Frage nach dem Modell.

Hier mal die wichtigsten Kriterien

Zwingend

  • Länge/Breite max: 4,5 x 1,85 m, besser etwas kleiner
  • Kofferraum >= 450l

Nice to Have

  • Reichweite ~400km WLTP
  • DC laden von 10% auf 80% nicht viel länger als 30 Min
  • V2H/V2G
  • Herkunft EU/JP/KR (Tesla und CN-Datenschleudern ohne Servicenetz kommen nicht in Frage)

In letzter Zeit tut sich zwar einiges am Markt, aber bei der Kombination aus Außenmaßen/Kofferraumgröße scheint die Auswahl überschaubar zu sein. Der Trend geht ja seit Jahren zu immer größeren Autos mit vergleichsweise wenig Platz im Innenraum.

Primär sollten die oberen Kriterien erfüllt werden und die Nutzungsdauer sollte bei mindestens 10-15 Jahren liegen. Eventuell käme aber auch ein preiswerter Gebrauchter mit ausreichend Kofferraum in Frage, der dann in der Einfahrt geparkt wird (eventuell reicht der Überschuss dann ja noch für einen Carport). So könnte man noch paar Jahre Zeit die Entwicklung zu beobachten und dann den “perfekten” jungen Gebrauchten zu einem akzeptablen Preis bekommen.

Ich bin zwar nicht gerade ein Fan von SUVs, aber der Skoda Epiq oder de id. cross könnte den Anforderungen recht nahe kommen. 40 cm kürzer als der Auris bei akzeptablem Kofferraum. Zumindest beim Epiq wurde V2H und V2G angekündigt. Eine WP soll es nur gegen Aufpreis in der noch nicht vorgestellten höchsten Ausstattungsvariante geben. Da im Winter wahrscheinlich nur vereinzelte Kurzstrecken anstehen (Bahnhof, bei Totalausfall der Bahn eventuell mal zur Arbeit), dürfte das bei unserem Fahrprofil nicht so dramatisch sein. Ansonsten konnte ich bis jetzt nichts finden, was mich wirklich stört. Allerdings konnte ich bisher nur Influecer-Lobhudelei finden. Im einzigen "kritischen" Video gab es nur Kritikpunkte, die für uns nicht relevant sind.

Mit den "üblichen" Rabatten kombiniert mit der Förderung wäre der Preis durchaus in einem akzeptablen Rahmen.

Nach viel Text 3 kurze Fragen:

  • Kennt Ihr eventuell schon Punkte, die ein Showstopper beim Epiq sein könnten?
  • Wie problematisch ist eine einfache R-Heizung bei unseren Anforderungen?
  • Welche Alternativen (neu oder gebraucht) könntet ihr empfehlen?

Dein Toyota ist das optimale Fahrzeug, Du hast es schon, es ist abgeschrieben, es ist unkaputtbar, es passt in jede Umweltzone.

Irgendwann gibt es die Robotaxis auch bei uns, dann kann der Wagen weg, für Urlaubsreisen? Schon mal was von Europcar, AVIS etc. gehört

Sehe auch keinerlei Grund zu tauschen. Ich selber fahre einen Skoda Octavia TDI aus Bj. 2000, inzwischen 348000 km auf der Uhr. So günstig kann ich nie wieder Auto fahren. Mit einer Tankfüllung (55l) komme ich 1300 km - schafft kein BEV. Und der Motor läuft sauber wie eine Nähmaschine.

So lange wird das Auto dann doch nicht halten.

Für 500km/Jahr ist ein Neuwagen eigentlich finanzieller Wahnsinn. Da ja auch noch die mögliche Förderung erwähnt wurde, gleich doppelt. Wenn sich der Auris wirklich 5-stellig verkaufen lässt, hilft das etwas.

10 Jahre hält ein E-Auto auch durch, bei 15 Jahren wirds ungewisser. Aber vielleicht gibt es bis dahin ja bezahlbare Ersatzakkus.

Letztendlich läufts auf eine Bauchentscheidung hinaus.

Oliver

Ich bin Freitag/Samstag 1500km mit einem Modell 3 gefahren und muste nicht einmal zum “tanken” anhalten.

Immer wenn einer der 4 Insassen Toilette, Rauchen, Essen, Kaffee brauchte, den Supercharger für ein paar Minuten eingesteckt (gibt ca. alle 50km an den BAB). Reichweite&Tanken ist bei so einem 600km-WLT-Teil also völlig bedeutungslos geworden. Ach ja deutlich billiger als Diesel tanken war es natürlich auch.

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Naja, wenn das nicht Nachtanken ist, weiß ich nicht… :thinking:

Ich muß theoretisch nicht anhalten, wenn ich von Flensburg nach München fahre - und auch nicht erst einen Supercharger suchen, der dann möglicherweise besetzt ist. Aber klar, es gibt Situationen wo man gut damit klarkommt :wink:

Dein Eingangsbeitrag liest sich so, dass du gerne einen BEV hättest und jetzt nach Argumenten suchst, warum das vernünftig wäre.
Das kenne ich bei mir (bei anderen Dingen als Auto) auch, und manchmal mache ich dann einfach das Unvernünftige, was ich gerne hätte.

Aber ich stimme den anderen zu, dass ein neues Auto für dich unvernünftig ist.

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Ich würde versuchen, die finanziellen Aspekte so gut möglich mal festzuhalten und zu vergleichen. Die emotionale Entscheidung kann dann ja immer noch frei getroffen werden, aber man hat es einfach mal auf Papier und braucht nicht weiter grübeln ob es doch sinnvoller gewesen wäre, sich für A, B oder C zu entscheiden.

  • Wie ist denn die Preisentwicklung für den Auris mit dem Alter? Was würdet Ihr bekommen, wenn er drei Jahre älter wäre (die 2000km mehr bei Euch machen den Kohl ja nicht fett). Klar, keine Garantie, das es in x Jahren auch noch so ist oder dann die Nachfrage einbricht.
  • Welche Reparaturen stehen typischerweise mit steigendem Alter an, Kosten?
  • Spritkosten sind aktuell ja irrelevant, wie sieht der Rest im Vergleich aus, Vers/Steuer/THG Geldgeschenke, kostspielige Inspektionen für Neuwagen ...

An dem Urlaub würde ich die Entscheidung nicht fest machen, kann man sich ja auch was passendes für ausleihen.

Wie lange wird die Pendelstrecke gesperrt sein und wann geht es los? Ist das mit dem Auris noch zu packen oder erst in 5 oder mehr Jahren?

Auto ist Emotion. Auch wenn das im laufe der Jahre nachgelassen hat. Rational betrachtet müsten wir fast alle Basis-Dacia fahren. Die meisten haben da aber emotional keine Bock drauf, ich auch nicht.

Bei mir war die “Freude am Fahren” im Laufe der Jahre auch merklich abgeklungen. JETZT aber mit einem rund 300 oder 500 PS Elektroauto zum Preis eines ordentlichen Golfes macht es wieder richtig Spaß. Zumal ich auch unverschämt viel Geld für meinen uralten Z4 bekommen habe (ähnlich wie bei Dir).

Also gön Dir einfach was schönes.

Und die völlig überzogenen Gebrauchtwagenpreise werden irgandwann den Zenit überschritten haben.

Da ist ja einiges zusammen gekommen und ich hab den Eindruck, dass es auch ein paar Missverständnisse gab.

Hier mal ein paar Ergänzungen:

Der Auris ist sehr zuverlässig, irgendwann wird aber doch ein Umstieg fällig.
Die Frage ist, ob durch die genannten Bedingungen jetzt ein sinnvoller Zeitpunkt ist.

Für einen Privatverkauf werde ich sicher keine 10k€ bekommen, aber mit Sicherheit deutlich mehr, als die 3-4k€ mit denen ich eigentlich gerechnet hätte und ich gehe schon davon aus, dass dieser Boom in wenigen Jahren vorbei ist.
Mein letztes Auto, war entgegen seinem Ruf auch sehr zuverlässig, aber da ging es bei 12-13 Jahren dann doch los mit allerhand Verschleißteilen. Nichts dramatisches, aber in Summe ist das dann doch ganz schön ins Geld gegangen.

Dass der Wertverlust bei einem Neuwagen trotzdem höher ist, ist mir schon klar.
Deshalb ja die Fragen nach (gebrauchten) Alternativen und Folgekosten wie Wartung.

Bei der Versicherung sind zumindest die aktuell verfügbaren Skoda BEV durchweg günstiger eingestuft als der Auris (z.B. Enyaq: 14/21/19, Auris: 21/24/21).

Für 500km/Jahr ist ein neues Auto natürlich kompletter Unsinn. Diese 500km/Jahr sind aber mit einigen Einschränkungen, Komforteinbußen und vor allem auch Zeitverlust verbunden.

Mit einem BEV mit Strom vom Dach würden wir, wie bereits oben geschrieben, wieder erheblich mehr fahren.

Trotz vieler Unzulänglichkeiten haben sich die Probleme auf meiner Pendelstrecke in den ersten 2,5 Jahren mit dem DE-Ticket in erträglichen Grenzen gehalten und ich war mit angemessener Reserve immer pünktlich bei der Arbeit.
In den letzten Monaten haben die (großen) Probleme aber massiv zugenommen, oft sogar mehrmals pro Woche und ich war schon mehrfach bei wichtigen Terminen zu spät.
Es gibt immer mehr Baustellen, dazu noch eine Häufung externer Probleme wie Bombendrohungen, Vandalismus, Kupferdiebstahl ...
Ich befürchte dass sich dies bis zum Abschluss der Generalsanierung in 3 Jahren nicht bessert.
Und wenn ich mir die Ideen für den Bahnhof Mannheim ansehe, muss ich irgendwie an Stuttgart 31 (oder war das S41?) denken. Bis das alles fertig ist, bin ich vermutlich in Rente.
Ich gehe somit davon aus, dass ich in Zukunft doch wieder öfter mit dem Auto pendeln muss, zumindest bei wichtigen Terminen.

Für mein früheres Streckenprofil (meist zwischen 30 und 300 km ohne allzu viele Berge) war der Auris sehr gut geeignet - sparsam, komfortabel, entspannt. Beim aktuellen Profil sieht das anders aus.
Bei Kurzstrecken (die wir ja so weit wie möglich vermeiden) sind Verbrauch, Schadstoffausstoß und Verschleiß nicht besser als bei konventionellen Verbrennern.
In den Bergen ist der Verbrauch relativ hoch und mit 73kW bei beladen 1,6t kommt, ums mal vorsichtig auszudrücken, kein Fahrspaß auf.

Ich hoffe durchaus, dass autonome Taxis irgendwann mal Privat-PKWs
überflüssig machen, aber wenn ich die Versprechungen (nicht nur von Musk) aus dem
letzten Jahrzehnt mir der aktuellen Realität vergleiche, spekuliere ich lieber nicht damit, dass diese zeitnah flächendeckend verfügbar sein werden werden.
Und wenn ich mir die Entwicklung des lokalen On-Demand Mobilitätsdienstes ansehe, habe ich auch gewisse Zweifel, ob ich dann bei einem kurzfristigen Totalausfall der Bahn rechtzeitig zu einem akzeptablen Preis zur Arbeit komme.

Fazit: Mit dem Umstieg erhoffe ich mir Zeitersparnis, höheren Komfort, mehr Fahrspaß ohne schlechtes Umweltgewissen in einem wirtschaftlich sinnvollen Rahmen.

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Ich prophezeie das das Anfang der 30er Jahre soweit sein wird.

Ich habe vor einem Jahr mehrere Stunden in Waymos gesessen. Wenn du durch die Innenstadt von SF gehst ist das Verhältnis von “normalen” zu selbstfahrenden Autos ungefähr 20:1

Da rollt was auf uns zu. Das Problem ist das es viele hier noch nicht sehen weil das noch nicht in ihrer Lebenswirklichkeit auftaucht.

Zum E-Auto selber:

Ich fahre einen Tesla (willst du ja nicht, kommt aber jetzt mit Self-Driving) und einen Corsa e. Wichtig ist aus meiner Sicht:

  • One Padel drive. Das ist sehr komfortabel. Hat der Corsa nicht und ich vermisse es da.
  • Wärmepumpe bzw. Reichweite im Winter. Interessanterweise haben meine beiden Autos eine WP. Der Tesla ist trotzdem deutlich besser im Winter. Meiner Meinung liegt das daran das die Heizung im Corsa aus dem Baukasten stammt und für V-Motoren gebaut ist. Der Tesla steuert automatisch die Umluft und heizt damit energieeffizient. Der Corsa läuft immer ohne Umluft. Damit muss wie WP die Umgebungsluft aufwärmen was viel Energie kostet. Umluft kann man manuell einschalten, dann beschlagen die Scheiben aber schnell.
    Reichweite im Winter ist wichtig weil du da gerade keine PV hast und da Laden stärker nervt. Hier zeigt sich m.E. ob ein Auto als E-Auto konzipiert ist oder ob man das nur so angeflanscht hat.
  • Wie ist die Connectivität? - Du willst wissen wie voll dein Auto ist und da auch eine halbwegs gute App haben
  • Wie ist eine Routen + Ladeplanung. Muss man da mit vielen Apps jonglieren oder geht das irgendwie so?

Ich würde beim E-Auto übrigens momentan versuchen davon zu profitieren das da eine Kaufzurückhaltung bei Gebrauchten vorhanden ist. Zumindest war das bis vor dem Irankrieg so.

Zum Thema Wartung. Die meisten Hersteller haben ein Wartungsintervall und rufen teilweise stolze Preise auf (beim Corsa Bremsflüssigkeitswechsel für 500€). Klar sie müssen ja das Werkstattnetz unterhalten :wink: . Der Tesla hat kein Wartungsintervall.

Was momentan echt super günstig ist, ist der MG 4 Urban, den gibt es in der Standard Ausführung (kleiner Akku - 325km) ab 18000€ Neu - Prämie und Altfahrzeug macht man da schon einen guten Schnitt.

Die Version mit großem Akku (419km) liegt bei 22000€.

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Der MG macht einen guten Eindruck. Größe, Kofferraum sollten passen und der Preis ist attraktiv.
Den werde ich mir, trotz meiner Vorbehalte gegen CN-Autos, mal näher ansehen.

Ich bin schon mit diversen Teslas mitgefahren. Da passen entweder die Außenmaße oder der Kofferraum nicht. Dazu kommt, dass es neben dem Gebaren des Chefs noch einige technische Punkte gibt, die mich stören.

Zum Thema Robotaxi und Verzicht auf ein eigenes Auto:

Wenn morgens um 6:00 die Bahn-App mal wieder einen Totalausfall meldet, muss ich trotzdem pünktlich um 7:30 an meinem 35km entfernten Arbeitsplatz sein.

Carsharing, Mietwagen gibt es hier nicht. Ein Taxi zu bekommen wurde vor einiger Zeit immer schwieriger (meist auf Tage für Krankenfahrten ausgebucht). Irgendwann hat der Laden dicht gemacht.
Kurz darauf startete ein On Demand Mobilitätsdienst. Dieser war Anfangs preislich attraktiv, zuverlässig und hatte eine gute Verfügbarkeit. Die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit haben sich im Lauf der Zeit massiv verschlechtert. Nach Auslaufen der staatlichen Förderung wurden auch noch die Preise drastisch erhöht.
Gerade kürzlich: 2h Wartezeit und dann noch fast 20,- € für 2,5 km vom Bahnhof nach Hause. Da bin ich lieber nach Hause gelaufen und habe das Auto für Familie + Gepäck geholt.

Selbst wenn es mit Robotaxis in ein paar Jahren losgehen sollte, heißt das noch lange nicht, dass diese zeitnah flächendeckend und zuverlässig verfügbar sein werden. Hier in der Gegend* befürchte eher eine ähnliche Situation wie beim Mobilitätsdienst.

*) nicht gerade am Anus Mundi, aber eher ländlich geprägt