(Umfangreiches) PV-Konzept eines Laien

Hallo zusammen,

Geplant ist PV-Anlage in Eigenleistung. Über Hilfe wäre ich sehr dankbar. Als "Mechaniker" mit geringem elektrischem Wissen glüht mir hier der Kopf :slight_smile:
Aufgrund von Garagenbau soll mein bisheriges Anker Solix 2 Pro System ersetzt werden.
Meine Planung ist die Basis für den Elektriker der das Ganze dann technisch nochmals prüft und überwacht.
Er ist selbst zeitlich sehr eingeschränkt und da ich das Projekt mit ihm umsetzen will war die Abstimmung, dass ich mich um die Planung bzgl. Komponenten kümmere und ihm dann ein mehr oder weniger fertiges Ergebnis präsentiere.
Mir geht es vor allem um Hinweise auf Fehler, ungünstige Auslegungen oder Punkte, die ich bisher übersehen habe.

1. Geplante Anlage

Insgesamt stehen 37 × 460-W-Module = 17,02 kWp zur Verfügung.

Geplant:

  • 18 Module auf der Garage: 8,28 kWp, Ost/West
  • 19 Module am Südzaun: 8,74 kWp

Die drei Flächen sollen jeweils einen eigenen MPPT bekommen:

  • 9 Module Garage Ost
  • 9 Module Garage West
  • 19 Module Südzaun

Als Wechselrichter suche ich einen dreiphasigen Hybridwechselrichter mit 3 MPPT, ausreichend PV-Eingangsleistung, HV-Speicher und möglichst guter lokaler/Home-Assistant-Anbindung.

Aktuell schaue ich mir beispielsweise GoodWe GW15K-ET-20, Sungrow SH15T und SOFAR ESI-12K-T1 an. Der Speicher ist noch offen, Größenordnung momentan etwa 5–8 kWh.

2. Garage – Belegung und K2 D-Dome

Das Garagendach hat:

  • Außenmaß: 7,75 × 8,70 m
  • lichtes Maß zwischen den Attiken: 7,35 × 7,70 m (ost-west x nord-süd)
  • durch das südlich stehende Haus effektiv etwa 6,70 m sinnvoll nutzbare Nord-Süd-Tiefe
  • ca. 2 % Gefälle West → Ost
  • geplante 5 cm Kiesauflage
  • Attika über Dachfläche: West ca. 25 cm, Ost ca. 10 cm

Die Dachkonstruktion wurde mit meinem Statiker besprochen. Er hat die Dachkonstruktion für die geplante PV-Ausführung als ausgelegt bestätigt. Die konkrete Ballastierung soll trotzdem entsprechend der tatsächlichen K2-/Windlastberechnung erfolgen.

Geplant sind 18 Module als drei Ost/West-Felder (Zelte), jeweils:

  • 3 Module Ost
  • 3 Module West

Als Montagesystem ist K2 D-Dome 6.10 mit ca. 10° vorgesehen.

Die drei Felder möchte ich ggf. leicht gegeneinander versetzen, um die verfügbare Fläche möglichst kompakt auszunutzen.

3. Mein Hauptproblem: Platzbedarf / Randabstand / Wind

Hier würde ich gerne besonders auf Erfahrungen und konkrete Hinweise zurückgreifen.

Die 7,35 m sind das lichte Maß zwischen den Fassaden/Attiken. Der erforderliche Randabstand zur Fassade muss also innerhalb dieser Breite berücksichtigt werden.

Das Grundstück liegt relativ exponiert auf einem Berg.

K2 nennt grundsätzlich einen Randabstand von 600 mm, wobei bei Gebäuden unter 5 m eine Reduzierung möglich sein kann.

Die Dachstatik selbst ist mit dem Statiker abgestimmt; mir geht es hier insbesondere um die konkrete PV-/K2-Auslegung und Windlast.

4. Verschattung

Das Wohnhaus steht südlich der Garage.

Die vorhandene Dachfläche soll möglichst gut genutzt werden, gleichzeitig möchte ich keine unnötige Fläche in einem regelmäßig stark verschatteten Bereich belegen.

Interessant wäre daher auch, ob ihr bei einer solchen Situation eher:

  • die 18 Module vollständig unterbringen würdet,
  • die südliche Reihe anders positionieren würdet
  • oder die Belegung aufgrund der Verschattung anders aufteilen würdet.

5. Südzaun

Zusätzlich möchte ich 19 Module am südlichen Doppelstabmattenzaun installieren.

  • Zaunlänge ca. 25 m
  • Zaunhöhe ca. 1,6 m
  • ca. 20–25 m Leitungslänge zum Wechselrichter
  • hinter dem Zaun befindet sich eine Böschung
  • Module hochkant
  • geplante Neigung etwa 60–70°

Die Konstruktion soll nicht ausschließlich am Doppelstabmattenzaun hängen. Geplant ist eine zusätzliche Abstützung in Richtung Böschung/Boden, damit die Windlast möglichst weit in den Boden eingeleitet wird.

Dazu interessieren mich insbesondere Erfahrungen mit:

  • bifazialen Modulen in dieser Aufstellung
  • 60–70° Neigung
  • Windlast
  • Kombination aus Zaun- und Bodenbefestigung

6. Wechselrichter / Speicher / EMS

Für die drei unterschiedlichen Flächen möchte ich drei unabhängige MPPT verwenden.

Gesucht wird ungefähr:

  • 12–15 kW AC
  • mindestens 3 MPPT
  • ausreichend PV-Eingang für 17,02 kWp
  • mindestens ca. 16 A Eingangsstrom je MPPT
  • HV-Speicher
  • gute lokale Schnittstellen
  • Home-Assistant-Kompatibilität

Im Auge habe ich:

  • GoodWe GW15K-ET-20
  • Sungrow SH15T
  • SOFAR ESI-12K-T1

Der Speicher ist noch nicht festgelegt, aktuell denke ich an ca. 5–8 kWh.

Home Assistant ist für mich relativ wichtig, da ich langfristig PV, Hausverbrauch, Speicher, Wärmepumpe und später ggf. Wallbox in ein eigenes Energiemanagement integrieren möchte. Lokale Schnittstellen sind mir daher wichtiger als eine reine Hersteller-Cloud.


Meine wichtigsten Fragen

  1. Ist die geplante 18-Modul-Ost/West-Belegung mit K2 D-Dome 6.10 innerhalb der 7,35 m*realistisch?

  2. Welcher Randabstand zur Fassade wäre bei ca. 2,8 m Gebäudehöhe und exponierter Lage tatsächlich anzusetzen?

  3. Ist die geplante leicht versetzte Anordnung (in Nord-Süd-Richtung) der drei Ost/West-Felder mit dem D-Dome sinnvoll?

  4. Ist die Stringaufteilung 9 / 9 / 19 sinnvoll?

  5. Würdet ihr bei 15-17 kWp und den drei unterschiedlichen Ausrichtungen eher einen 12-kW- oder 15-kW-Hybridwechselrichter wählen?

  6. Welche Erfahrungen gibt es mit GoodWe, Sungrow oder SOFAR hinsichtlich lokaler Schnittstellen und Home Assistant?

  7. Ist die geplante Zaunkonstruktion mit zusätzlicher Boden-/Böschungsabstützung aus eurer Sicht grundsätzlich sinnvoll, und worauf sollte ich bei der Windlast besonders achten?

  8. Welche Punkte würdet ihr vor Bestellung und Montage noch zwingend prüfen?


Technische Infosammlung

Module

Jolywood JW-HD96N-R2-460

  • 460 Wp
  • n-Type
  • bifazial
  • Glas-Glas
  • ca. 1762 × 1134 × 30 mm
  • Vmp 30,34 V
  • Imp 15,16 A
  • Voc 35,31 V
  • Isc 16,00 A
  • Wirkungsgrad ca. 23 %

Wechselrichter – bisherige Kandidaten

GoodWe GW15K-ET-20

  • 15 kW AC
  • 3 MPPT
  • 24 kW maximale PV-Leistung
  • 16 A je MPPT
  • 1000 V max. DC
  • 120–850 V MPPT
  • 150–720 V Batterie

Sungrow SH15T

  • 15 kW AC
  • 3 MPPT
  • 30 kWp empfohlene PV-Leistung
  • 1000 V max. DC
  • 150–950 V MPPT
  • 32 / 32 / 16 A Eingangsstrom
  • 100–700 V Batterie

SOFAR ESI-12K-T1

  • 12 kW AC
  • 3 MPPT
  • 24 kWp empfohlene PV-Leistung
  • 1000 V max. DC
  • 160–950 V MPPT
  • 20 A je MPPT
  • 350–435 V Batterie

Speicher – bisherige Kandidaten

  • BYD Battery-Box Premium HVS
  • Sungrow SBR
  • GoodWe Lynx Home F Plus+

Sonstiges

  • aktueller Stromverbrauch ca. 6.000 kWh/Jahr
  • NIBE F2120 + VVM 320
  • Wallbox-Vorbereitung wird durch den Elektriker umgesetzt
  • mechanische PV-Montage in Eigenleistung
  • elektrische Installation und Inbetriebnahme durch Elektriker
  • geplante Einbindung in Home Assistant
  • Ziel: Inbetriebnahme möglichst noch 2026

Ich bin ausdrücklich an kritischen Hinweisen zur Planung interessiert und nicht nur an einer Bestätigung des bisherigen Konzepts.

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boah was fürn buch! :slight_smile:

Also. Zaun ist super, hast ja freie Sicht. 60-70° ist auch super. Ich hab meine paar wenigen Panels nicht mit Klemmen besfestigt sondern mit Schrauben durch die Montagelöcher in den Panels. Meist passt M6 Gewinde durch. Gegen Oxidation kannst Seilfett auf die Montagestellen tun. Damit bist frei in der Auswahl des Materials und kannst z.B. Holzbalken oder 4kantrohr als Unterkonstruktion nehmen. Was halt grad rumliegt. 2. Vorteil: Kein Platzverlust durch de Klemmen. Des ganze muss halt am Ende sturmfest werden. Denk an Erdung / Potentiaausgleich.

Für nennenswert Autarkie brauchst viel Batterie. Das ist eher bezahlbar bei LV 51V. Ich würde da ab 60kWh hintun für 15kWp.

Vielleicht ist für dich eine Kombi aus 2 WR mit insgesamt 4 Eingängen interessant. PV wird irgendwann eh noch erweitert .... :smiley:

Leistung der WR richtet sich auch nach dem Spitzenverbrauch, den du abfangen willst. Mit 2 WR je 10kW als master slave kannst kochen WP und Auto laden

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Die Befestigung der Module am Zaun hatte ich so in der Art vor. Habe da aber bisher noch kein Fokus drauf gelegt, da momentan noch andere Arbeiten anstehen. Gerade das Thema sturmfest werde ich mir sehr kritisch anschauen und eine zusätzliche Abstützung direkt in den Boden ergänzen anstatt alle Last auf den Zaun zu leiten.

Autarkie ist mir gar nicht mal so wichtig. Die Speichergröße wäre zu hoch bei meinem bisherigen Verbrauch. Erweitern kann man den Speicher aber glücklich Weise immer, wenn sich am Verbrauch etwas verändert :slight_smile:

Ich habe nicht vor die Anlage in absehbarer Zeit zu erweitern. :smiley:

Die Frage ist halt auch, wie oft kommt der Spitzenverbauch vor. Mein Ziel mit der Anlage ist es einfach Fixkosten zu reduzieren und nicht mein Eigenverbrauch bis ins letzte zehntel zu erhöhen :slight_smile:

Die genaue Konstruktion geht aus Deiner Beschreibung nicht hervor. Daher nur der Hinweis auf keinen Fall die Module oben am Zaun und untern am Fundament zu befestigen. Also besser z.B. mit einem Stahlprofil das Fundament und den Zaun starr verbinden. Darauf dann die Alumodule mit zugelassenem Befestigungssystem. (Alu-Module dehnen sich bei hohen Temperaturen stark aus)

Das ist so pauschal völlig falsch. Es gibt da, je nach Hersteller, teils starke Einschränkungen.