Das, was die Halbleiter killt, das ist immer die Abwärme. Die TVS-Dioden werden in sehr kurzer Zeit (aber frag mich nicht, wie lange) heiß und dann haben sie bei einer Zerstörung nach meinem Kenntnisstand "irgendeinen" Widerstand zwischen 0 bis unendlich Ω. An den Rändern (also 0 und irgendwas großem) werden sie im wesentlichen außen am Gehäuse kalt bleiben, aber im niedrigen Bereich könnt's schon schmoren. Bei der Sicherung ist das so eine Sache. Sie muß so viel Strom abkönnen und träge sein, daß sie die Überspannung komplett auf die TVS-Diode durchleiten kann, aber so wenig Strom abkönnen und flink sein, daß sie auch irgendwann noch durchbrennt. Deswegen wollte ich da auch eine Temperaturüberwachung einbauen, damit, wenn da irgendwas plötzlich warm wird, die ganze Geschichte einfach mal prophylaktisch abgeschaltet wird.
Wieviel Leistung die Bypassdioden in den Modulen aufnehmen können, das weiß ich nicht. Aber die sind schon eher für höhere Leistungen gefertigt und so ein ESD-Ereignis ist ja in der Regel auch kurz genug, daß ich mir vom Bauchgefühl her erst einmal nicht allzuviele Sorgen machen würde. Aber ich bin da kein Spezialist. Die Idee, jedes Modul mit einer eigenen TVS-Diode zu sichern, ist sicherlich interessant und durchaus eine Überlegung wert. Wenn da aber zu viel Strom durch eine defekte TVS-Diode fließt, kann das erst recht zu einem Totalschaden führen. Da sollte man also nochmal drüber nachdenken, ob und wie man so etwas am besten umsetzt.
Es ist halt auch immer die Frage, wie das EMP-Ereignis aussieht. Ist der Blitz 500 m entfernt und nicht allzu stark, wird es Deine Anlage überleben. Ist er nur 50 m entfernt und stark, wird sie kaputt gehen. Und alles andere sind irgendwelche Wahrscheinlichkeiten, die man kaum berechnen kann.
Daniel


