Übergangszeit und Sommer die alte Zentralheizung optimal einstellen?

Hi

wie und dass man mit einer Splitklima in der Übergangszeit optimal heizen kann findet man hier oft. Ich habe aber noch die alte Zentral-Öl-Heizung und möchte nun dort nochmal an die Einstellungen ran, ob es nicht etwas zu verbessern gibt. Die WW Bereitung erfolgt über diese Zentralheizung, also abschalten kann ich sie nicht komplett.

Empfinde es aber genauso als Unnötig, dass im aktuellen Sommerprogramm und bei Temperaturen unterhalb der Heizgrenze sie noch Morgens und Abends so regelmäßig läuft, wenn auch nur auf geringen Vorlauftemperaturen.

Was habt ihr für so eine Situation umgesetzt? Ich könnte recht "einfach" die Heizgrenze absenken in der Steuerung und sie würde pauschal ausbleiben (zum Heizen). Aber ist das wirklich sinnvoll für so ein altes Schätzchen und gewisser Durchfluss in den Heizungsrohren halte ich hin und wieder auch für sinnvoll.

Oder würdet ihr wirklich ein neues Programm dazu anlegen? Die Steuerung ist nicht gerade intuitiv und das in Einklang mit der WW-Bereit bietet Fallstricke :slight_smile:

Gibt es Empfehlungen?

Unsere Gasheizung ist fast immer aus, weil nicht für Warmwasser benötigt und im Winter heizen wir fast nur noch mit Split-Klima.

Ich sehe keine Notwendigkeit, das Heizwasser immer wieder zu bewegen. Also nicht täglich. Damit die Pumpen nicht festgehen, würde ich aber vielleicht monatlich mal den Heizkreis laufen lassen. Bei der Gasheizung machen wir das nur alle 6 Monate mal. Bisher alles ok.

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Danke, würde für mich in dem Zug für ein neu erstelltes Heizprogramm sprechen. So könnte ich zB 1x mal in der Woche den Heizkreis laufen lassen. Würde mich da ungern auf manuelles Eingreifen verlassen. Das nervt ja auch mit der Zeit und wären schon mal 6 Tage besser von 7 wie aktuell.

Bei mir hängt die 15 jährige Gas-Brennwerttherme hinter einem Shelly (primär, weil ich mal sehen wollte, wieviel Strom das Ding eigentlich frisst) und ich schalte sie aktuell nur ein, wenn ich mit meiner poor man Elektro-WW Bereitung es nicht schaffe oder mangels zu wenig Sonne keinen Strom für nutzen will. Da ich vor dem Einbau der Splitklimas auch nur noch stundenweise geheizt habe (Wärmebedarf deutlich unter der unteren Modulationsgrenze) und das Teil im Winter regelmäßig zum Frostschutz das Wasser ohne Heizbetrieb umgepumpt hat (Leitungen alle in der gedämmten Hülle), hab ich auch da entsprechend nur dann den Strom freigegeben, wenn das Ding was zu hat.

Ich bin defakto kein Heizungsfachman, hab mich aber in den letzten 10Jahren relativ umfangreich mit unserer 15kW Gas-Brennwerttherme und dem ganzen Drum-Herum beschäftigt.

Da wir ja im letzten Jahr Ende Juli mit unserem ersten größeren Teil der PV an den Start gegangen sind hatten wir nun das erste Mal schon teilweise im Februar so viel Überschuss, dass wir einige Räume mit COP 1 in Form von Heizlüftern teilweise durchgängig (kleines Büro, Tagsüber keine Nutzung, sowie 28m² Wohnzimmer, Küche/Esszimmer auch 28m²) teilweise nach Bedarf beheizen konnten. Seit 01. März ist die Gasheizung aus.

Ich hab mir sogar das Buderus-Gateway gegönnt um von unserer 15 Jahre alten Gas-Dame alle Werte als MQTT im Iobroker zu haben und sie in Grafana darstellen zu können. Dabei ist mir aufgefallen, auch wenn kein einziger Heizkörper mehr aufgedreht ist bzw. alle Räume rein elektrisch schon bei 22°C sind und die Vorlauftemperatur bei Weitem nicht unter die Frostgrenze von 5°C gegangen ist, wurde alle 10min einmal geheizt, die Vorlauftemperatur schnellte natürlich nach oben, der Brenner ging wieder aus und dieses Spielchen alle 10min. Über das Gateway fand ich einen Parameter mit dem ich die Puls-Pause Zeit, also die Totzeit von diesem 10Minuten-Spielchen zunächst auf 30min später dann auf 120min hoch setzen konnte. Damit wurde dann schon mal kein Gas mehr nur dafür verschwendet einzig und allein den Wärmetauscher in der Therme zu erhitzen. Zudem konnte auch Strom eingespart werden da die Umwälzpumpe nicht alle 10min quasi auf Volldampf gegen geschlossene Heizkörperthermostate arbeiten musste.

Dieses Verhalten lässt mich daran denken, dass die Heizkurve nicht zum Energiebedarf deiner Wohnumgebung passt. Ich entnehme deinem Statement, dass es dir selbst nicht zu kalt in den Räumen ist, die Heizung also prinzipiell ganz aus bleiben könnte. Dazu muss die Heizkurve entsprechend so angepasst werden, das nur noch so viel thermische Energie in die Heizkörper getragen wird wie die Räume eben auch brauchen. Die Heizkörper bleiben dabei also alle auf 3 und die Heizkurve kann deutlich flacher in Richtung ansteigende Außentemperatur eingestellt werden. Das bringt natürlich nur dann etwas wenn die Heizung auf Außentemperaturgeführt eingestellt ist. Aber, unter 5°C Außentemperatur (meist einstellbar) wird wieder der Frostschutz aktiviert und sie taktet alle paar Minuten.

Unsere Temperaturgrenze für "Heizung Aus" ist auf 19°C Außentemperatur eingestellt. Aber seit jeher rannte/renne ich jedes Jahr, früher am 01. Mai, heute am 01. März (und mit den geplanten Splitklimas sicher dann noch früher) in den Keller und hab den Drehregler für Vorlauftemperatur von AUTO auf OFF gedreht. Und dann im September oder Oktober, je nach Wetterlage, wieder von OFF auf AUTO.

Das praktizieren wir schon seit ziemlich genau 10 Jahren so, durch die Rohre muss über den Sommer m.E. nix durchfließen. Und die "alte" Dame hat es lieber, eher gesagt der Glühzünder und der Wärmetauscher, werden es dir danken nicht alle paar Minuten benutzt zu werden.

Eigentlich sollte alles was du bezüglich der Heizung parametrierst vom WW vollkommen abgekoppelt sein. Ich kann nur für unsere Anlage sprechen, dort ist ein Umschaltventil welches zwischen Heizkreis und Brauchwasserspeicher umschaltet. Brauchwassererwärmung hat dabei Vorrang. Ist der Speicher zu kalt, wird er erst mal aufgeladen und dann wieder zurück auf Heizbetrieb gestellt. Aber auch wenn der Drehschalter für Vorlauftemperatur auf OFF steht wird weiterhin Warmwasser erzeugt.

Viel Mehr kann man dann in der Übergangszeit auch nicht mehr machen, meine ich. Die Heizleistungen sind meist massiv überdimensioniert (getreu nach dem Motto des fleißigen Heizungsbauers: Warm wirds immer) was sich dann in den Übergangszeiten mit sehr häufigen Takten recht. Wa soll die Therme auch machen wenn wie bei unserer z.B. 15kW max. Leistung, kleinstmögliche Modulation 20% der Nennleistung, also 3kW, das gesamte Haus aber nur 1 - 2kW benötigt. Die Vorlauftemperatur steigt dann immer weiter, weit über den Sollwert hinaus und der Brenner geht wieder aus. Nach einer Weile startet das Prozedere dann von Vorn.

Aber zu meinen Ausführungen kann sich sehr gern noch mal ein Heizungsfachmann äußern :+1:

Dazu ein klares Jaein :wink: Die Heizkurve habe ich schon mit dem Betrieb der Split-Klima recht extrem abgesenkt da die Split-Klima die Hauptwohnräume heizt. Der Rest vom Haus reicht dann sehr gut aus mit dem was noch von der Zentralheizung dann kommt. Was nun davon noch übrig ist, ist halt in frühen Morgen oder Abendstunden wo es schon mal so kühl wird (Außentemperatur), dass die Heizung sich berufen fühlt leicht den Vorlauf zu temperieren. Wir reden hier von 26-29°C bei einer Ölheizung die mal auf 65°C oder sowas gebaut wurde. Darüber kann ich nicht meckern, weil die Heizung nicht wissen kann, dass es morgens wenige Stunden später so warm ist, dass ein Heizen unnötig wird. Das meine ich mit Sommer oder Übergangszeit. Darum möchte/muß ich etwas an der Steuerung ändern um den Heizkreislauf deaktiviert zu lassen. Ja die WW-Bereitung ist separat steuerbar. Ist nur halt eine Steuerung von 2003 über piddelige 2 Drehknöpfe und bis man die Logik verstanden hat, kann man besser noch ein Studium machen. Daher versuche ich mir möglich einfach/effektiv zu helfen, da im Herbst/Winter das wieder rückgängig zu machen ist. Und darf/will halt nicht vergessen dass eine Ölheizung wesentlich schwergängiger und unfähiger zu modulieren ist wie eine Gasheizung.

Hmm, dann: "Aber seit jeher rannte/renne ich jedes Jahr, früher am 01. Mai, heute am 01. März (und mit den geplanten Splitklimas sicher dann noch früher) in den Keller und hab den Drehregler für Vorlauftemperatur von AUTO auf OFF gedreht. Und dann im September oder Oktober, je nach Wetterlage, wieder von OFF auf AUTO"

Also sobald dieser Zeitraum erreicht ist, Heizung aus. Und im Herbst erst wieder an. Würde ich jedenfalls so machen.

Eine spannende Frage ist dann aber noch, wie lange dauert es denn dann bis die 29°C Vorlauf erreicht sind? Bzw. besteht denn dann noch "echter" Bedarf die Räume zu heizen?

Bei mir läuft die Ölheizung auch parallel zur Luft Luft Wärmepumpe weiter, auch wir machen das Warmwasser noch mit Öl.

Man kann die Heizung doch aber in den Sommerbetrieb stellen, also ausschliesslich Warmwassererzeugung aber keine Heizfunktion.

In den letzten Tagen war es hier mal war und mal kalt.
Manchmal habe ich die Heizung in den Sommerbetrieb geschaltet, manchmal habe ich einfach die elektronischen Heizkörperventile auf "Frostschutz" gestellt.
Am Ölverbrauch hat das nichts geändert, es waren in beiden Fällen 1 Liter am Tag für die Warmwasserbereitung.

Was die generelle Optimierung angeht habe ich über Monate meine Heizkurve optimiert und nach einem hydraulischen auch noch einen thermischen Abgleich gemacht.
Das spart dann in den kalten Zeiten, wo die Ölheizung der Klimaanlage noch zuarbeiten muss.

Grüße Jochen

Danke. So genau ist meine Messung nicht. Ich kann lediglich die Brennerlaufzeit erfassen und mit dem Pumpendruck und Düsengröße daraus den Durchsatz ermitteln.

Ich messe täglich mit einem Drucksensor am Tankboden, das ist ziemlich genau