Guten Morgen,
ich habe mir in 2024 selbst eine 20 kWp PV-Anlage (10 kWp Ost-Ausrichtung, 10 kWp West-Ausrichtung und 45° Neigung) aufs Dach gebaut. Dazu nutze ich 2x den Kostal Plenticore 8.5 G2. Bevor die Frage nach der hohen Peak-Leistung kommt: Ich brauchte sowieso 4 Strings und ich wollte Kostal-Wechselrichter nutzen. Daher waren 2 Wechselrichter gesetzt und die Module haben preislich nicht den Unterschied gemacht, weshalb ich mir dachte “lieber mehr als zu wenig”. Ich habe die Anlage aufgebaut und ein Elektriker hat sie überprüft und beim Netzbetreiber gemeldet.
Damit komme ich übers Jahr auf eine Autarkie von 50%. Nun wollte ich letztes Jahr meine Anlage um einen Speicher erweitern. Geplant war, dass ich den Speicher wieder selbst besorge und durch den Elektriker anschließen lasse. So habe ich Oktober letzten Jahres den Speicher bestellt und auch recht zeitnah geliefert bekommen. Dann begann jedoch das Dilemma. Der Elektriker kam nicht heran, um mir den Speicher anzuschließen. Es dauerte wirklich ewig, bis er dann soweit war. Ich wusste, dass ich den Speicher in Verbindung mit dem Wechselrichter nur betreiben kann, wenn ich mir die Funktion von Kostal freischalten lasse. Ich habe mir also einen Plenticoin besorgt, den man für einen Aktivierungskey eintauschen kann. Leider konnte der Elektriker damit gar nichts anfangen und dachte immer, dass der Plenticoin bereits der Aktivierungskey wäre. Er ging also unverrichteter Dinge. Es dauerte erneut sehr lange, bis der Elektriker den Sachverhalt endlich verstanden hatte (dazu waren echt viele Telefonate notwendig). Als er den Zusammenhang zwischen Plenticoin und Aktivierungskey verstanden hatte stellte sich heraus, dass er mir den Coin nicht umwandeln kann, da die Firma in der Zwischenzeit keine Zugangsdaten für Kostal mehr hat. Der Mitarbeiter der sich um solche Themen gekümmert hatte, wechselte in der Zwischenzeit das Unternehmen und hat die Accounts nicht übergeben.
Über den Freund eines Freundes (das war schon dumm von mir) habe ich mir den Coin dann umwandeln lassen und wollte selbst handanlegen. Der Speicher war, obwohl er noch nie lief, bereits beim Netzbetreiber gemeldet und genehmigt.
Hier habe ich nun richtig Scheiße gebaut. Ich dachte mich mit Videos und Anleitungen ausreichend über die Inbetriebnahme des Speichers informiert zu haben. Leider habe ich mich getäuscht.
Der Speicher ist nun tiefenentladen (niedrigste Zellspannung bei 1,63V) und das BMS hat ihn verriegelt. Ich habe meinen Verkäufer kontaktiert und der den Herstellersupport. Der Herstellersupport hat das System ausgelesen und gibt nun die Aussage, dass der Speicher wahrscheinlich aufgrund einer fehlenden Konfiguration des Kommunikationsprotokolls vom Wechselrichter tiefenentladen wurde.
Scheinbar habe ich also die Tiefenentladung verursacht.
Der Support schreibt, es gibt nun zwei Möglichkeiten an:
entweder er entsperrt mir das BMS und wir versuchen den Speicher dennoch zu laden (hierfür benötige ich aber wieder einen Elektriker, den ich nicht mehr habe), oder ich schicke die Batterie zu einem Reparaturservice nach Belgien (Partner der Herstellers).
Aber die wichtigste Frage: Ist der Speicher überhaupt noch zu reparieren, wenn er so tief entladen ist? Habt ihr Erfahrungen, wie teuer so eine Reparatur inkl. Transport kosten könnte (auf diese Frage ich vom Support oder Verkäufer noch keine Rückmeldung bekommen)?
Meine Dummheit = meine Kosten… ![]()
Ich wäre für eure Meinung bzgl. der richtigen Vorgehensweise sehr dankbar.
