Tibber, wie seht ihr die Entwicklung?

Morgen wird es wieder "günstig"

Bei dem Preis würde ich nicht auf die Idee kommen etwas am laufenden System zu ändern. Bis Monatsende habe ich 27,72 ct/kWh. Die hätte ich auch noch gerne weiter behalten.

Ist ein gewisses Risiko, aber das gehört eben auch mal dazu. Ich kann zumindest den Netzbezug recht gut steuern - hilf mir nat. nichts wenn der Preis mal tagelang ohne Tiefen daher kommt. So ist das eben.

Ja, Tibber hat gerade immer wieder kurze Hochpreisphasen. Morgen fast 1€/kWh, wenn auch nicht sehr lange. Das lohnt sich nur, wenn man große steuerbare Verbraucher hat - und die Hochpreisphase mit nem Akku überbrückt/abpuffert. Bin seit 3/4J dabei und meine anfängliche Freude hat sich etwas gelegt.

Hier mal mein Fazit vom ersten Jahr mit Tibber, im Vergleich zum Vorjahr.

Der Vergleich geht aber nicht zu 100% auf, da der Vorjahreszeitraum die E-Autos nicht gleichwertig abdeckt und auch mein Speicher erst seit Jun' 23 installiert ist.. In 2022/2023 hatte ich glaube einen Arbeitspreis von 33,55 Ct/kWh --Am Ende aber knapp 600€ an Stromkosten eingespart, obgleich der Strommarkt sich aber generell wieder "erholt" hat. Wie gesagt, solange man steuerbare Großverbraucher hat, kann man deutlich profitieren.

Zeitraum: Jul '22 - Jun '23 // RheinEnergy
Netzbezug: 4899 kWh
Gesamtkosten: 1795,91 EUR (inkl. sämtlicher Gebühren)
resultierender Strompreis: 36,66Ct / kWh

Zeitraum: Jul '23 - Jun '24 // Tibber
Netzbezug: 5111 kWh
Gesamtkosten: 1200,88 EUR (inkl. sämtlicher Gebühren)
resultierender Strompreis: 23,49Ct / kWh

1 „Gefällt mir“

Ich erwarte keine übermäßigen Ergebnisse. Denke aber, mit E-Auto und Batterie, einen Vorteil erzielen zu können. Unsere WP arbeitet ohne Pufferspeicher, kontinuierlich, vergleichbar den Split-Klimas. Der Puffer würde also die Batterie sein. Wir werden sehen.

Moin, Tibber lockt gerade mit Erlass der Grundgebühr, für meine PLZ liegt die untere Grenze aber bei 20 ct., d.h.mit Ladeverlusten würde ich nur in einem sehr kleinen Fenster überhaupt sparen ggü. Fixtarif.. wie war denn Euer Schnitt über den letzten Winter? Kann mir im Moment kaum vorstellen, dass sich Tibber in meiner PLZ im Winter lohnt, wenn 20ct die Untergrenze an Netzgebühren bildet. Oder sind die Netzgebühren auch variabel?

Es ist schon eine Preistendenz nach oben zu beobachten, aber für mich habe ich noch keine bessere Alternative gefunden (21 ct Netzgebühr). Durch drei BEV ist einigermaßen viel steuerbarer Verbrauch vorhanden. Die PV ist seit diesem Oktober vollständig mit 15 kWp, deswegen der Minderverbrauch gegenüber letztem Jahr.

Danke für die Zahlen, die 26ct im Winter berücksichtigen diese auch Ladeverluste? Weil mit Ladeverlusten bräuchte ich mind. 23ct oder drunter, insofern sind diese 26ct dann trotzdem nicht der Rede bzw die Mühe wert. Zumal die Fixtarife bei 27ct oder sogar darunter liegen. Auch frage ich mich, ob Tibber überhaupt als Marktakteur die gleichen Einkaufspreise bekommt wie die anderen, oder sowieso nie soweit runter kommt, da die anderen dank eigener Kraftwerke viel langfristigere und stabilere Kontrakte abschließen.

1 „Gefällt mir“

Meine Meinung zu tibber ist Folgende:
Man versucht mit mit dynamischen Tarifen entsprechend Anreize im Verbrauch zu setzen um die Netze zu entlasten. Für den Anwender , der bereit ist sich etwas umzustellen oder „anzupassen“ , kann damit für Umwelt und Geldbeutel , zumindest theoretisch, etwas einsparen.
Die Grundidee ist sicher gut. Als Endnutzer für mich völlig inakzeptabel. Ich zahle aktuell 25,5c / kWh fix. Im Jahr zuvor 28,xx c … zumindest noch nie über 30. Vergleiche ich tibber mit dem Grundversorger ist die Differenz deutlich größer (36,xx) - aber kein fairer Vergleich.

Ich kann also zwangsläufig kaum etwas einsparen, trotz Zeitaufwand und Anpassung.
Das viel schlimmere: ich habe keinen Einfluss auf den Energiemarkt , lediglich auf meinen Sicherungskasten und kaufe mir bei Tibber ein ungeahntes Risiko, das nichtmal einen Preisdeckel kennt - umgekehrt bei negativen Preisen ist mein Einsparpotential aber hart begrenzt durch die Netzentgelte , die immer angerechnet werden.
Ein Best case / Worst case Szenario aus finanzieller Sicht brauch man da nicht mal anfangen aufzustellen. Das mögen manche aus Leidenschaft zum Energiewandel verkraften können , bei einer Bank als Risikomanager wird man aber vermutlich (hoffentlich) schlechte Karten haben.

1 „Gefällt mir“

Genau, das scheint regional sehr unterschiedlich zu sein, was Strompreise angeht. Für den einen lohnt es sich mehr, als für den anderen.

Generell ist Tibber dann interessant, wenn man größere Lasten in günstige Stunden schieben kann, z.B. Auto laden. Hat man das nicht, lohnt es in der Regel nicht.

Ich hatte mal überlegt, ob theoretisch ein Tarif möglich wäre, der die Börsenstrompreise mit Hedges aus dem Terminmarkt kombiniert.
Wäre dann zwar vermutlich etwas teurer, aber man hätte zumindest etwas Schutz gegen durchgehend hohe Preise.

Naja, ich erzielte dieses Jahr mit meinem Setup (2x BEV, WP, 17kWp PV, 20Kwh Batteriespeicher) und aktivem Verbrauchsmanagement durch mich grob geschätzt einen Tibber Durchschnittspreis, den ich kommendes Jahr als Festpreis auch bekomme. Daher wechsle ich. Dann habe ich auch daheim nicht mehr die Diskussionen ("Nein, bitte nicht heute laden, morgens ists billiger" usw).

Ich bin seit Anfang Dezember wieder weg von Tibber. Ich habe es mir im Frühjahr von einem Bekannten aufschwatzen lassen und bin froh, dass die Wechselfrist nur 14 Tage betrug.

Was bringt es mir, wenn im Sommer der Strom am Wochenende preisgünstig ist, wenn ich 8kWp auf dem Dach habe. Da bin ich autark. Jetzt im Winter mit den Dunkelflauten lag ich über den Angeboten von Festpreisanbietern, die auch Ökostrom anbieten.

Ich habe keine Verluste aus der Ladung der Akkus aus dem Netz, was bei einer EEG-Anlage sowieso unzulässig ist und brauche meiner Familie nicht mehr zu erklären warum man sich den Wecker stellt um um 3 Uhr in der Nacht den Geschirrspüler einzuschalten (Scherz).

Was stört mich der Strompreis im Sommer, wenn ich nur ein Backup für die Dunkelflauten und das Tal der Tränen brauche?

Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit intensiv mit Tibber und seinen Möglichkeiten.

Allerdings sehe ich unsere Wärmepumpe sowie das EV (einphasigen Lader) nicht als verschiebbare Lasten an, da sie in ihrer Funktion und Nutzung nicht flexibel genug sind, um von den Vorteilen einer dynamischen Preisgestaltung zu profitieren.

Um die Wirtschaftlichkeit von Tibber besser einschätzen zu können, habe ich eine Simulation mit dem Verbrauch meiner Wärmepumpe laufen, bei der ich die Kosten von PV+Tibber im Vergleich zu PV+Festpreis analysiere.

Dazu habe ich zwei EVCC als „Datenlogger“ eingerichtet, um präzise Daten zu sammeln und auszuwerten. Bisher zeigt meine Analyse, dass Tibber für mich nicht wirtschaftlich ist.


Update zum Ende der Heizsaison 24/25

Bei meinem Setup würde ich mit Tibber bzw. dem Börsenstrompreis insgesamt teurer sein.
Der Fixpreis-Stromvertrag (0,2889 € pro kWh) war für meine Wärmepumpe in der Heizsaison um 103,49 € günstiger.

Ich bin seit Feb 2023 bei Tibber und gespart habe ich dadurch nicht viel, da ich auch noch keine großartigen Verbraucher angehängt habe. Für mich ist es mal ein Versuch, auf die Strompreise aktiv zu reagieren. Falls mal ein E-Auto oder ähnliches kommt, bin ich etwas vorbereitet.

Ich werde nächste Woche Tibber KD und habe bei mir eine 19,8 kwP Anlage mit Speicher und WP. Dazu im Haushalt ein E Auto und 2 hybrid Autos. Versorgt werden 2 Wohneinheiten mit 6 Personen.

Da mir das mit Tibber alleine bei den aktuellen Preisen allerdings zu riskant ist... und ich die WP nicht flexibel genug einsetzen kann starte ich mit folgender Konfiguration:
-Zähler 1 Festvertrag: PV Anlage + Speicher für die Hausversorgung und WP.
-Zähler 2 Tibber: Für den Start nur die Wallbox zum Laden.

An beide Zähler habe ich jeweils CEE Dosen um die Wallbox künftig ohne Elektriker je nach dem wo es günstiger/verfügbar ist (eigen PV oder Tibber) von einem zum anderen Zähler wechseln zu können.

Bin mal gespannt wie lange es dauert bis die Elektriker Kosten sich amortisiert haben.

Grüße aus dem Schwabenland