Bei uns in Schweden ist es recht gewöhnlich einen zeitdynamischen Strompreistarif zu haben.
Es gibt danaben noch den Festpreisvetrag (3 Monate bis 10 Jahre) und den monats-variablen Preis.
Festpreis ist klar: man zahlt für jede kWh den vorher vertraglich vereinbarten Preis. Egal wann man diese verbraucht hat.
Monatsvariabel ist der volumengewichtete Durchschnittspreis des Kundenkollektivs. D.h. dieser basiert auf dem Verbrauch des Kundenkollektivs und den für die jeweilige Verbrauchs-Stunde gültigen Spotmarktpreis and der Strombörse.
Wenn man grosse Verbraucher zeitlich steuern kann, also Heizen, Warmwasser und Elektroauto, Waschmaschine, Trockner ... kann man mit dem zeitdynamischen Tarif den kWh Preis für den bezogenen Strom reduzieren.
Man muss aber aufpassen, dass man nicht durch Mehrverbrauch verliert. Z.b. durch uneffizientes Heizen. Die Wärmepumpe will ja in allgemeinen auf geringer Last durchlaufen.
In unserer Familie (die Familie muss mitziehen) funktioniert es sehr gut und wir schlagen den monatsvariablen Preis bisher jeden einzelnen Monat. Zwischen 25% und 4%.
Dabei parieren wir in erster Linie die teuren Tage durch Wahl der Heizung. Wärmepumpe vs Holz / Pellets. Dann versuchen wir die teuren Stunden-Peaks zu kappen. Das sind dann die Verbraucher wie Waschmaschine, Geschirrspüler etc. Abends beim Kochen verlieren wir leider immer.
Wir haben keine home automation, sondern arbeiten heuristisch. Nach einer Weile ist das drin. Wie aus dem Fenster schauen und je nach Wetter die passende Jacke anziehen. Meistens liegt man richtig.
PV hat man ja weniger im Winter. Und im Sommer ist der Verbrauch bei uns gering, weil weniger oder gar nicht geheizt wird.
Darüber hinaus haben wir in Schweden 4 Strompreiszonen. Das ist ja für Deutschland auch im Gespräch.
Also, hast du grosse Strom-Verbraucher? Kannst du diese zeitlich sinnvoll steuern? Passt es für die Familie, oder gibt es eher Stress? Ist der Verbrauch sehr gering, ist es tendenziell nicht relevant.
In Schweden war tibber in einigen Foren in der Kritik, weil die Aufschläge auf den Spotmarktpreis gemacht haben, diese aber untransparent. Ich selber habe das aber nur gelesen und kann nicht sagen wie es wirklich ist.