Thema Schimmel

Zahlreiche Klimafirmen raten von ab. Vermutlich, weil es dort kritisch werden kann und Firmen müssen ja 5 Jahre Gewährleistung übernehmen. Wenn man etwas aufpasst, dass es nicht zu lange zu feucht im Bad ist und man damit leben kann, dass das Innengerät öfters mal gereinigt werden muss, sollte es wohl gehen.

@matze_hbn es gibt eine Reihe von Gründen warum man sich den Einbau ein Split in Badezimmer gut überlegen muss. Die meisten hast du in den Beiträgen ja schon gelesen.
Lediglich die Zusammenhänge und Abhängigkeiten sind zum Teil nicht ganz klar.

Bei einem konventionellen heizsysystem sind die Heizkörper nicht grundlos unter den Fenstern verbaut.
erstens sorgt der von Heizkörper aufsteigende warme Luftstrom für eine Umwälzung der Luft im Raum - an der kalten Fensterseite steigt die warme Luft auf (Richtung Decle wo es noch wärmer ist) und „fällt“ aufgrund des wärmeaustausch an der gegenüberliegenden Wand wieder nach unten (zumindest so ungefähr)

Zweitens nimmt die vor dem Fenster aufsteigende warme Luft Feuchte vor dem kühleren Fenster auf und trägt sie in den Raum.

hier ein kleiner Ausflug in die Bauphysik:

Ist jetzt der Heizkörper aus dreht sich die Zirkulation um und warme, rel. feuchte Luft kommt aus dem Raum und fällt vor dem Fenster (durch Abkühlung) nach unten. Das bedeutet das die vor dem Fenster stehende rel.Feuchte (aufgrund der kälteren Fläche ) nicht absorbiert wird und irgendwann kondensiert. Zusätzlich wird es am Boden vor dem Fenster kühler also nimmt auch das Lokal die rel. Luftfeuchte zu.

weiterhin sind Heizkörper Wärmestrahler die umgebende Massen wie Wände erwärmen. Sprich einen wärmere Wand hat bei dem selben Wassergehalt pro kg Mauerwerk eine geringere Feuchte!
Außenwände transportieren Feuchte je nach Jahreszeit in beide Richtungen. Im Winter muss eine Außenwand Feuchte so nach aussen führen können so dass der Taupunkt nicht in oder auf der Wand liegt.
das ist aber hinreichend schwierig insbesondere im Badezimmern da hier ein sehr hoher Wassereinbruchs stattfindet. (Fließen sind relativ dicht - Fliessenfugen nicht!)

um die kondensation in der Wand zu verhindern muss man diese bauphysikalischen Eigenheiten verstehen.

  1. Wasser/ Feuchte muss schneller aus der Wand raus als sie eingetragen wird

  2. der Taupunkt (rel.Feuchte vs. Temperaturgefälle in der Wand) darf nicht auf noch in der Wand liegen.

Das kann man erreichen indem man die Wand so aufheizt das sie selbst außen noch warm genug ist - oder weniger Wasser einträgt als in der selben Zeit durch diffundieren kann.

Beide Bedingungen werden mehr oder weniger gut erfüllt mit einem Heizkörper unter dem Fenster (siehe oben)

Eine Klimaanlage die lediglich die Raumluft fern der Außenwand/Fenster erwärmt ist für die Feuchteverhältnisse in der besagten Wand deutlich schlechter.

Ganz übel wird es wenn man auf eine Wand mit hohen Feuchteeintrag eine Außenisolierung klebt.
Diese sorgt dafür dass die Temperatur auf der Außenseite deutlich geringer ist (also weniger Wärmeverlust)
Das bedeutet aber auch das Taupunkt der noch „vor“ der Wand lag auf einmal in der Wand liegt.
Taupunkt bedeutet Kondensationen von Dampf zu Wasser - In der Wand wird das über kurz oder lang zu Schimmel führen.
-Ende der Vorlesung -

Baut man sich eine Klimaanlage (Truhe) unter das Fenster so bleibt die Zirkulation und der Feuchtetransport noch halbwegs erhalten.

Ein völlig falsch platziertes Innenmodul an der Decke stellt alle Strömungs und Feuchtetransportverhältnisse auf den Kopf was zu dem berichteten Fällen von Schimmel beiträgt.

Wenn man eine Infrarotkamera hat kann man die temperaturverläufe gut beobachten und fast punktgenau voraussagen ob und wo Schimmel entstehen kann wenn man an den kalten Stellen die rel.Luftfeuchte messen kann.

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Wenn die Entfeuchterfunktion im Winter häufiger zum Einsatz kommen soll würde ich versuchen das Kondensat gleich innerhalb des Hauses einzuleiten. Es könnte sonst sein das der Ablauf einfriert und dann das Kondensat Innen überläuft.

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Okay vielen Dank für die ganzen Infos.
Bin froh dass ich hier nochmals nachgefragt habe, sonst hätte ich mich glaub voll und ganz auf den Installateur verlassen.
Indemfall werde ich übern Winter eher ein Entfeuchter ins Bad stellen, und zum Heizen evtl. eine elektrische Fussbodenheizung einbauen.
Elektrische FBH habe ich schonmal in einem Raum verbaut und finde ich gar nicht schlecht.
Wird schnell warm und die Fliesen halten die Hitze auch noch paar Stunden.
Im Sommer friert das Dachfenster ja nicht ein, da kann ich dann über das Dachfenster lüften.
vielen Dank und viele Grüße
Andy

Hi

Du hast im Winter, wenn innen geheizt wird keinen Kondensatanfall am Innengerät! Das ist dann prinzipbedingt (Heizung) wärmer als die umgebende Luft.

Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass bei forcierter Luftbewegung durch ein Innengerät, die nicht durch Konvektion unter dem Fenster angetrieben wird, ein zumindest teilweiser Feuchtebefall der Fliesen und eines Fensters mit vermieden wird.

Oder liege ich hier ganz falsch?

MFg

Es ging darum, dass der Threadstarter nicht heizen wollte, sondern entfeuchten. Da läuft die Anlage im Kühlbetrieb und dann gibts auch Kondensat. Wurde aber schon geklärt, dass das nicht sehr sinnig ist im Winter.

Grundsätzlich hast Du beim Heizen recht, jedoch geht es hier um Entfeuchten mit AC und das geht nunmal nicht ohne Kondensat.

Hey zusammen

muss mich mal im Thema einklinken weil ich einige Fragen dazu habe.

Bin auch einst von ausgegangen, dass ne Split Klima im Heizbetrieb entfeuchten kann.
Hab mal das Manual gelesen und wurde enttäuscht. (Daikin XM35A, schon bestellt aus Italy).
Weiter oben wurde das auch gut erklärt.

Nun hab ich im Winter und Sommer allg. mit hoher Luftfeuchtigkeit trotz mehrmaligen Lüften zu kämpfen (Pflanzen, Tropenterrarien, Hunde etc.). Gerade Übergangszeiten sind extrem nervig.
Ein Luftentfeuchter ist vorhanden, wird aus Stromkostengründen nur benutzt, wenn wirklich nötig. Bei dem ist der Nachteil, dass es auch mal gern zu warm wird.

Die o.g. Split soll primär für den Sommer zum Kühlen genutzt werden, da eine Zentrale Heizungsanlage vorhanden ist mit Plattenheizkörpern zzgl. Heizkostenverteiler (könnte genau sagen was wo verbraucht wurde)
Da die Split aber gute Kühl und Heizwerte hat, kamen nun folgende Gedanken, was Sinnvoller ist.

Effektivität bzw. Kosten:

1.) Zentralheizung + elektr. Luftentfeuchter
2.) Zentralheizung + Entfeuchtung via Split
3.) Split - Heizen + elektr. Luftentfeuchter
4.) Split - Heizen + Entfeuchtung via Split (manuelle Umschaltung (oder automatisch wenn möglich)

Gerade die ersten beiden Punkte fände ich Interessant, falls da jmd. Erfahrungswerte zu hat.

In der Heizperiode, wenn du drinnen also zusätzliche Wärme brauchst, macht die Entfeuchtung mit Split-Klima nie Sinn. Damit pumpst du Wärme aus dem Raum, was dem Heizen genau entgegenwirkt.

Ein Luftentfeuchter hingegen pumpt die Wärme direkt wieder in den Raum. Da kannst du vielleicht auch optimieren. Erstmal sollte es ein Wärmepumpen-Entfeuchter sein. Und dann gibts da große Unterschiede im Stromverbrauch.

Wir brauchen auch regelmäßig Entfeuchter. Unsere brauchen um die 100 Watt und laufen dann auch mal 5-10 Stunden am Tag.

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