Dass die Zelle beim vollständigen Laden ~ 8 Ah mehr aufnimmt als sie beim Entladen wieder abgibt ist verdächtig.
Wenn Li-Ionen in einer LFP Zelle "verloren gehen" bedeutet dies praktisch immer, dass diese auf dem Solid Electrolyte Interface (SEI) angelagert werden.
Wenn dieser initiale Kapazitätsverlust bei den Zellen typisch ist, könnte folgendes die elektrochemische Erklärung sein:
Bei den Zellen, die nach dem Formierungszyklus eine besonders hohe Kapazität zeigen, wurde das SEI im Formierungszyklus besonders fragil/dünn ausgeformt.
Dadurch steht bei den initialen Zyklen besonders viel Li und damit Kapazität zur Verfügung.
Bei folgenden Ladezylen nähert sich das SEI einer typischen Ausprägung an. Das Li, das dabei verbraucht wird, steht dann nicht mehr zur Verfügung und die Kapazität pendelt sich bei ~ 280 Ah ein.
Naja, zu dem Zeitpunkt hat NKON die Zellen rund 20% günstiger angeboten wie EVE, bei EVE wäre noch der Transport dazu gekommen. Nkon hat also damals schon geschummelt was die Qualität angeht. Meiner Frage ob es sich um echte A-Grade handelt sind sie auch ausgewichen. Die haben damals wie die meisten China Händler nur B-Grade verkauft.
Und die Excel Tabelle kann man Problemlos selbst tippen, da gibt es keinen Nachweis, dass die Tabelle von EVE ist.
Ich glaube ich habe das Dokument gefunden, auf das du dich beziehst. Die Rev C vom Datenblatt taucht bei Google erst recht spät auf und ältere Versionen des Datenblatts enthalten diese ausführlichen Angaben noch nicht.
Dem Dokument entnehme ich, dass EVE die Kapazität bestimmt, indem mit 448 W auf 3,65 V geladen und anschließend mit 448 W auf 2,5 V entladen wird.
Mein Strom beim Kapazitätstest ist aufgrund der technischen Grenzen der Messmittel wesentlich geringer, ansonsten ist meine Prozedur identisch mit der von EVE.
Übersehe ich was oder was meinst du mit "komplett anders"?
Ergibt Sinn. Interessant ist dann für mich, wieso ich dann mit meinem Entladetest nicht auf wesentlich höhere Kapazitäten komme, wenn ich nur mit sanften 40 A entlade.
Auch wenn die Zellen nach dem Versand schon längst keine Freshcells mehr sind ist, finde ich eine solche Abweichung doch bemerkenswert.
@nimbus4
Danke für den Denkanstoß, die chemischen Vorgänge innerhalb einer solchen Zelle sind noch neu für mich, da muss ich mich erst einlesen. Klingt plausibel und wäre festzustellen, indem einige Zyklen mehr mit den Zellen gefahren werden. @stromsparer99
Einen echten Nachweis über die Echtheit der Testreports gibt es natürlich nicht, da bleibt nur, der Größe und Bekanntheit des Händlers zu vertrauen.
Daher habe ich eigentlich auch diesen Thread gestartet um zu erfahren, ob sich andere bereits näher mit den Angaben aus den Testreports auseinandergesetzt haben und ob es Erkenntnisse zu deren Verlässlichkeit gibt.
@ipv6 [quote data-userid="17712" data-postid="207156"]
Danke für den Denkanstoß, die chemischen Vorgänge innerhalb einer solchen Zelle sind noch neu für mich, da muss ich mich erst einlesen. Klingt plausibel und wäre festzustellen, indem einige Zyklen mehr mit den Zellen gefahren werden.
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Dann empfehle ich Dir folgendes Video:
LiFePO4 Battery 101
Ist zwar schon 10 Jahre alt, aber ich kenne keine andere Quelle, die in 75 min soviel Wissen über LFP Zellen vermittelt.
Der Vortragende scheint sich inzwischen auch seine Sporen in der Batteriewelt verdient zu haben:
Jay Whitacre, a materials scientist and professor at Carnegie Mellon University’s College of Engineering, is the recipient of the 2015 $500,000 Lemelson-MIT Prize...