Moin,
ich habe einen "alten" SI 6.0H-11 an einem anderen Standort seit 2016 mit Blei (24x250Ah Winner Zeus OPzV) betrieben, netzgekoppelt.
Nach Umzug und aufwändigem Transport musste ich feststellen, daß der wohl nicht mehr anmeldefähig ist, weil nach ARN 4105:2011 zertifiziert, gefordert wird heute zwingend ARN 4105:2018. Bevor ich nun in tiefe Diskussionen mit dem VNB einsteige habe ich mich dazu entschlossen, eine Notstrominsel zu schaffen. Ansonsten müsste ich bei Anschaffung eines neuen WR 20.000kWh bei den sagenhaften 8,3ct Vergütung einspeisen, um den Invest auszugleichen.
Meine Notstrominsel:
1x Hoymiles HM-1500 mit 4x JA Solar 410Wp Blackframe, Flachdach, 15° Aufständerung, Ausrichtung Süd
1x Hoymiles HM-600 mit 2x JA Solar 410Wp Blackframe, angemeldet seit Oktober als Balkonkraftwerk, zZt. flach liegend, Aufständerung kommt noch
In Summe also 2,1kWp, 600Wp währen der Netzkopplung, 1,5kWp im Notstrombetrieb zusätzlich
1x SunnyIsland 6.0H-11, konfiguriert "OffGrid"
Manueller Notstromschalter im Sicherungskasten (vom Installateur bei Erneuerung Sicherungskasten direkt mit einbauen lassen), dort den SI aufgeschaltet als Notstromgenerator mit manueller Phasenkopplung
2x EEL Batterybox mit je 16x280Ah EVE und Seplos BMS 10E, Version 16.4
Weil ich mir nicht sicher war, ob der SI die Hoymiles bei PV Überschuß einfangen kann, habe ich ersteinmal dem HM-1500 plain auf den SI mit der alten Bleibatterie losgelassen. Es läuft alles so, wie es soll. In der Konstantspannungsphase regelt der SI den HM per Erhöhung der Frequenz sauber zurück, bis zum Abschalten desselben. Passt also.
Vor ca. zwei Wochen den SI umgeklemmt auf die erste fertige LFP Batterie und umgestellt auf Notstrom.
Die Zellen hatte ich einzeln auf 3.65V mit 40A bis 14A Cutoff geladen, anschließend 10% (42Min 40A) wieder rausgezogen, damit sie nicht tagelang auf den annähernd 100% Ladung in der Gegend rumstehen.
Die Umstellung des SI auf Lithium war easy, allerdings musste ich den SI mit nur einer Batterie dreimal starten, bis seine Kondensatoren die Initialladung bekommen hatten. Zweimal hatte das BMS abgeschaltet, beim dritten Anlauf lief der SI dann durch. Mit zwei Batterien ist das Thema behoben.
An der Remote Console des SI Während des Startvorganges in dem Moment, wenn er anzeigt "Init System" den Knopf drücken, bis der SI dreimal piept. Im Menü "New Battery" auswählen, dort "Lithium/Ext BMS" anwählen, Kapazität einstellen und das war es. Dei vom Blei bekannten Einstellungen der verschiedenen Betriebsspannungen gibt es im Menü dann nicht mehr.
Das BMS - auf Protokoll SMA-SOFAR gestellt - wird sofort per CAN erkannt. Der SI bekommt sauber den SOC der Batterie geliefert. Spannung und Strom scheint er selber zu messen. Der angezeigte Ladestrom ist etwas größer, als der, der am BMS ankommt. Zieht man den Eigenverbrauch des SI ab, pastt es wieder. Macht auch Sinn, da derr SI sich zu 100% aus der DC-Seite speist (weshalb der ja auch schwarzstartfähig ist).
In Ermangelung von Empfehlungen hatte ich im BMS die OVP Warnung ersteinmal auf 54,4V gestellt, OVP Warnung Einzelzelle auf 3,5V. Sobald die Spannung auf 54,4V angestiegen ist gibt das BMS die Warnmeldung raus. Der SI reagiert innerhalb von ca. 10 Sekunden und zieht die Frequenz hoch um die Hoymiles zu drosseln, stellt den Ladestrom in etwas auf 10A. Das klappt, der "große" schaltet zeitweise komplett ab. Maximalspannung in der Zeit 54,43V. Da ist noch Luft nach oben. Die brauchts auch. Denn in dem Moment, wenn ein "großer" Verbraucher ausschaltet oder eine Wolke vor der Sonne verschwindet muß die Batterie dazu in der Lage sein, während der Einregelungsphase der PV noch etwas Energie zu schlucken. Sonst könnte es kleine blaue Wölkchen geben, wo auch immer. Befürchte ich.
Da die Zellen bei 54,4V Gesamtspannung nur 3-4mV auseinanderliegen konnte ich keinen Einsatz des Balancing registrieren. Zeigt mir schonmal, mit der Einzelbeatmung bei der Initialladung der Zellen habe ich soviel wohl nicht verkehrt gemacht. Habe jetzt die OVP Warnung hochgesetzt auf 54,8V.
Gestern habe ich dann, als die erste Batterie so um 90% SOC angezeigt hat, die zweite Batterie mit der ersten verheiratet, deren Zellen waren ja auf 90% vorgeladen. Es gab eine kurze Zeit (ca. 10 Minuten) einen Ausgleichstrom von 6-7A (über die Zeit abnehmend, klar), danach war die Spannungsdifferenz ausgeglichen.
In Summe bin ich jetzt, mit der zweiten Batterie im Einsatz, zumindest für den Sommer safe. Einpersonenhaushalt, keine Wärmepumpe, kein EV. Bis jetzt konnte ich problemlos meinen Haushalt führen, Waschmaschine, 50l Warmwasserboiler, die gesamte Ladearie mit den Zellen (bei drei Zellen am Tag immerhin 5kWh in Zellen und verlustreiches Ladegerät versenkt) und sogar morgens einen kleinen Radiator im Badezimmer sowie abends einen größeren im Wohnzimmer konnte ich mit dem Ertrag der kleinen 2,1kWp PV füttern. Blackout kann kommen.
Ich werde weiter berichten, was die Einstellungen anbelangt, Stay tuned.