Summierung von zwei Energy Meter in Victron ESS

Hallo, wir planen ein Victron ESS aufzubauen und hier haben sich insbesondere zur Energiemessung noch Fragen ergeben.

Aufbau: Hauptzähler in Hausanschlusssäule an Grundstücksgrenze (gebäudeextern). Von dort erfolgt jeweils ein Abzweig zum Haus und zur Garage.

PV und Wechselrichter sind auf der Garage.
Multiplus II / Raspi (Venus OS) / Speicher im Haus.

Ein EnergyMeter VM-3P75CT direkt in die Anschlusssäule hinter dem Zähler wäre am einfachsten. Ein Problem könnte der Temperaturbereich lt. Datenblatt min -10°C werden. Eventl. könnte der Platz in der Säule auch zum problem werden.
Wenn das nicht umsetzbar ist, müsste sowohl in der Garage als auch im Haus jeweils ein Energymeter verbaut werden.

Kann man im Victron OS die beiden Energymeter so einbinden, dass die Summe der Last aus beiden Energymetern für die Ausregelung des ESS verwendet werden kann?

Dazu konnte ich leider nichts finden.

Danke schonmal im voraus.

Wie wäre es mit einem Shelly 3EM oder ähnlichen Gerät? Das Teil sollte in die Säule passen und laut Angaben bis -20 Grad. Zumindest ist der viel schmaler als so ein Energymeter und er lässt sich ins Victron System einbinden. Einfach mal bei Youtube nach Shelly 3EM und Victron schauen.

Ich habe zwar einen Cerbo und keinen Raspi für mein Victron-System, ich kann aber sagen das es super funktioniert zur Nulleinspeisung mit einem Multiplus.
Mein Multiplus 2 ist gestern gekommen und ich musste tatsächlich nichts ändern und der hat einfach den Shelly als Energymeter genommen.

Der ist zwar nicht ganz so genau wie so ein Energymeter, aber ich finde doch relativ gut.
Vermutlich mindestens genau so genau wie 2 Energymeter summiert.

Das geile ist auch, dass der Shelly nicht direkt mit deinem Raspy verbunden sein muss. Der muss einfach nur in dem gleichen Netzwerk sein..
Ich glaube der 3EM Pro oder so müsste sogar Lan-Anschluss haben. Das ist dann definitiv nochmal genauer bzw. schneller als mein System mit dem Wlan des Shellys.

btw.: Mit dem OS von Victron muss man teilweise etwas rumspielen und sich mit den Einstellungen einige Zeit beschäftigen.
Das ist bei Victron leider sehr umständlich gemacht.

Aber auf der anderen Seite finde ich das genial, denn du hast so verdammt viele Möglichkeiten zum einstellen.

Ich habe es sogar geschafft meine Hoymiles WR zu integrieren. Als nächstes kommt den Hoymiles AC-seitig einzubinden und der Multiplus soll bei Überschuss den AC-Strom nehmen und in den Speicher laden.

Ich werde das mal die Tage mit einem meiner Hoymiles und einem Modul probieren. Das steht noch im Garten rum. Bis ich meine neuen Module bekomme und montiert habe, dauert noch etwas.

Lange rede, kurzer Sinn: So viele Einstellungen und Anfangs kompliziert, aber so verdammt viele geile Möglichkeiten.

Würde nur einen Zähler am Hauptanschluss machen. Die Minus 10 Grad (für den Zähler) würden mir keine Sorge machen. Die sind eben als typischer Wert spezifiziert für die Genauigkeit. Das heisst nicht daß der Zähler darunter nicht mehr funktioniert oder sogar kaputt geht. Es ist ja sowieso keine geeichte Abrechnung. Falls du immer noch Bedenken hast: Ich habe die Zähler von ABB im Einsatz. Da weis ich die spezifizierte Temperatur zwar auch nicht, aber die sind MID geeicht. ABB ist aber auch im Elektrogroßhandel immer Bestellware wegen dem Ablaufdatum der Eichgültigkeit. Selbstverständlich funktionieren die auch noch nach Ablauf.

Venus kann 2 Zähler von Haus aus nicht addieren. Es gibt in Venus aber einen internen Datenbus "dbus" als ziemlich schlaues Konzept. Darauf könnte man mit einem Skript zugreifen das die Addition macht. Würde ich aber nicht empfehlen.

So einen Gedanken mit dem Skript hatte ich auch. Aber da gehen die Daten unnötig Wege, das dauert dann länger und bei der sogenannten Nulleinspeisung zählt jede kleinste Millisekunde.

Dann ist noch die Frage ob die Daten von den beiden vom selben Zeitstempel sind. Da ist dann noch mehr Ungenauigkeit drin.

Ich danke Euch für die schnellen und aufschlussreichen Antworten.
Das mit dem Zeitstempel hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm und wird sicher Probleme bereiten, wenn beide Zähler nicht "synchron" arbeiten. Und bei den -10° hatte ich auch in die Richtung gedacht.
D.h. ich werde den Zähler in die Säule setzen und mir das Verhalten anschauen. Notfalls könnte man ja auch mit einem "gesteuerten" Heizpad bei extremen Temperaturen nachhelfen.

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Die Frage ist halt wo du wohnst.
Wir hatten z.B. letzten Winter nur einmal ganz kurz leicht unter -10 Grad.
Vorletzten Winter war es mal eine Woche lang so um die -17 Grad. Aber hat auch geschwankt.

Man könnte ja schauen ob und wie man diesen Kasten zumindest etwas isolieren kann/darf. Sollte eigentlich mit Zusatzkosten von 20-30€ machbar sein.
Dann solltest du locker 4 bis 5 Tage bei -20 Grad trotzdem noch über -10 Grad an deinem EnergyMeter haben.

Diese Heizpads muss man mit Vorsicht betrachten. Die Fressen ganz schön viel Strom im Vergleich zum Wärmeertrag.
Ich denke auch mit denen musst du schauen zumindest etwas zu isolieren. Ansonsten musst du ja rund um dein EnergyMeter diese anbringen und ob das zulässig ist, ist fraglich: Zählerkasten mit Heizpad :thinking:

Jeder Stromzähler (vor allem die mit Schnittstelle zur Kommunikation) haben einen Eigenbedarf (=Abwärme) von 2-3 Watt. Das ist vermutlich auch einer der Gründe warum sich die VNB mit dem Rollout maximal blöd anstellen weil das auf ihre eigene Rechnung geht.
Die Nulleinspeisung ist sowieso ungenau. Im Victron Forum habe ich dazu einen Thread zum 400W/s Problem aufgemacht den Victron anhaltend (schon im alten Victron Forum) ignoriert.

Ich hatte letztes Jahr einen Zweirichtungszähler bekommen und mich mit dem Herren etwas unterhalten. Auch habe ich gefragt warum nicht gleich die Neuen eingebaut werden.
Er meinte die haben noch so viele von denen auf Lager und zudem muss ja dann auch im Zählerkasten die ganze Kommunikationseinheit verbaut werden. Das dauert wesentlich länger.
Ich habe die Zahlen nicht mehr genau im Kopf, aber ich glaube er meinte das er an einem Arbeitstag ca 3 bis 4 von den neuen Zählern schafft und mehr als 10 von den normalen Zweirichtungszählern.

Zudem läuft der Zähler eh ab bevor die neuen Zähler Pflicht werden.

Also ganz ehrlich, ich finde Victron ist da schon gut wenn es um Nulleinspeisung geht. Du darfst da wirklich keine Perfektion sondern nur eine Annäherung der Nulleinspeisung erwarten.
Deswegen ist das für mich sogar mit einem Shelly 3EM per Wlan im Zählerkasten und einem Multiplus der etwa 30m weit weg hängt, alles andere als eine ungenaue Nulleinspeisung.

Man muss einfach bedenken, dass selbst über LAN die Kommunikation immer etwas Zeit braucht. Wie ich ja bereits geschrieben habe, spielen hier wenige Millisekunden eine sehr große Rolle. Dann kommt noch dazu das der Strom von Multiplus bis zum Zählerkasten auch nicht Instant da ankommt.
All diese wirklich kaum realisierbaren Verzögerungen beeinflussen das eine exakte Nulleinspeisung nicht möglich ist.

Ich möchte Victron nicht kritisieren und exakt ist relativ. Was zu kritisieren bleibt ist die Kommunikation über die (nicht vorhandene) Genauigkeit denn für diese gibt es immerhin VDE Normen. Diese werden nämlich beim Nachrechnen im Vergleich mit den Victron Beschreibungen nicht eingehalten. Hier der Thread.

ähm eigentlich ist "exakt" eben nicht relativ. Relativ ist die Nulleinspeisung und ihre Genauigkeit. Wäre die Genauigkeit bei 100% dann wäre die Nulleinspeisung exakt. Selbst bei 99,9999999......% Genauigkeit, wäre die Nulleinspeisung nicht exakt.

Sorry, das musste jetzt sein.

Ansonsten. Hauptsache ich bin nah genug an dem was ich mir von einer Nulleinspeisung vorstelle und ich bin zufrieden damit.
Wie erwähnt: Perfektion darf man hier halt dann nicht erwarten.

Aber mal ganz ehrlich: Wer Perfektion bei der Nulleinspeisung möchte, der kann doch dann ganz einfach das System so aufbauen, das über den AC-IN nichts zurück gespeist wird und die Verbraucher nur an den AC-Outs hängen.

Tatsächlich bin ich am überlegen ob ich das nicht mache. Dazu muss ich aber noch mit meinem Elektriker reden, welche Kabelquerschnitte für ihn hier akzeptable sind und wie die Kosten dafür dann ausfallen. Ich habe halt ca. 30m Kabelweg von Zählerkasten bis zum Multiplus.
Deswegen soll bei der PV eine UV hin wenn alles an den Out vom Multiplus soll, brauche ich ja Kabel für hin und zurück.
Aber hier geht es mir eher darum wenn doch mal Stromausfall sein sollte.

Alle Probleme gelöst.