Das ist ziemlich einfach. Keine wahnwitzige Ideologie verfolgen, ohne echte Alternative. Alle 3 AKW am Netz lassen, wenn möglich, weitere AKW Reserve aktivieren. Nicht in dieser Krise davon schwätzen, die Kohlekraftwerke bis 2030 abschaffen zu wollen. Ganz besonders nicht, wenn ständig nur von erneuerbarer Energie ohne jegliche Speicherkapazität gesprochen wird. Die Regierung müsste eigentlich jetzt groß angelegte Programme für Stromgroßspeicher beginnen. Solche Projekte dauern Jahre, da haben wir mind. den nächsten und übernächsten Winter immer noch nix von.
Stattdessen haben wir Zertifikatenwahn und sonstige ggü. erneuerbaren Energien feindliche Gesetzgebung. Ist doch klar, dass es so schief gehen musste, wie es jetzt passiert. Und auch die jetzige Regierung ist verantwortlich, sie kann zwar nicht 16 Jahre Missmanagement mal eben so beheben, aber sie kann, genauso wie bei den Soforthilfen, sofort erneuerbare Energie freundliche Gesetze schaffen und den alten Mist abschaffen.
Ich ärger mich auch, wie die Energiewende ausgebremst wird. Wir brauchen flexible Strompreise und flexible Netzentgelte und weniger Bürokratie. Es ist ein Unding, dass in Städten so wenig PV gebaut wird und dass Mieter nicht so ohne weiteres billigen PV Strom kaufen können. Wenn ich jetzt ein paar Module dazu baue, will ich nicht schon wieder Tausende für einen Elektriker zahlen müssen, wenn das nicht wirklich nötig ist. Ich will eigentlich auch nicht die Mikrowelle ausregeln müssen. Das geht über das lokale Netz viel billiger, dafür müsste man aber die Regulatorik ändern, so dass der private Stromkunde auch selber was von den Kosteneinsparungen hat.
Bei AKW bin ich ideologiefrei und denke, dass Streckbetrieb eine gute Sache wäre. Ob es sich wirtschaftlich lohnt, die Kraftwerke für längeren Weiterbetrieb zu ertüchtigen, da bin ich mir nicht so sicher.
Was die Speicher angeht, wir haben ganz viel Langzeitspeicher in der Form von Biomasse, Speicherwasser, Öl, Erdgas. Klar, irgendwann sollen Öl und Erdgasverbrauch bei Null sein.
Aber: erstmal ist es zielführender bei den 1000 TWh Erdgasverbrauch effizient zu sparen, also z.B. die Brauchwasserwärmepumpe im Sommer für PV Überschüsse zu nutzen und dann 5 kWh Erdgas pro kWh PV Strom einzusparen, als den PV Strom in einen schlecht ausgelasteten Elektrolyseur zu stecken.
Wir brauchen dringend vor allem mal Kurzzeitspeicher, sprich Batterien. Man überschätzt leicht, wie viel Langzeitspeicher gebraucht wird, wenn man auf PV fixiert ist. Grob ist es so, dass die Hälfte des Jahres PV sehr zuverlässig reicht und Wind für 80% der anderen Hälfte. Damit bleiben etwa 10% übrig, für die man ein Backup braucht und dafür kann man Biomasse/Biomethan nutzen, die Riesenspeicherseen in Norwegen und erstmal ruhig etwas Erdgas. Von den 1000 TWh Erdgas ist nur 12% für Strom, aber über 500 TWh für Heizung.
Kohleausstieg bis 2030 ist völlig in Ordnung, man muss aber bis dahin auch ordentlich Erdgas im Heizungssektor einsparen. Wenn dann 200 GW PV und 100 GW Wind 2030 stehen, brauchen wir sicher viele Batterien, aber wir brauchen 2030 keine neuen Langzeitspeicher, einfach weiter das Speicherwasser aus Norwegen nutzen, die Biomasse konzentriert in den Winter schmeißen (statt wie heute etwas unter 10% der Stromversorgung als Grundlast konstant übers ganze Jahr) und etwas Erdgas. 100 TWh Erdgas 2030 sind nicht schlimm, das kann teilweise auch Biomethan sein und richtig sparen kann man Erdgas schnell vor allem bei der Heizung.
https://www.smard.de/home(guck dir mal den grünen Balken an, der variiert weniger als AKW, fast nur wegen der regulatorischen Rahmenbedingungen)
Zu Biomethan:
https://en.energinet.dk/Green-Transition/Renewable-energy-in-the-energy-system#WindIm August war Biomethan in Dänemark bei 28,7% des Methanverbrauchs, im Januar 2020 waren es noch nur 10,9%. Da geht schon einiges sehr schnell, wenn der Wille da ist.