Streitschrift - Warum man SOC nicht als Regelgröße im Akkubetrieb nutzen sollte

Vorneweg: Ich hab mich bislang noch nicht wirklich tiefer mit dem Thema SOC beschäftigt, hab nur einen 14 kWh Akku mit einem Multiplus dran und zumindest bislang keine Automatismen, die den SOC oder Alternativen nutzen könnten.

Hab mich nur gewundert, warum man hier so extreme Auflösungen wie 24 Bit Digitizer braucht und gefragt, wie das ganze eigentlich auf der algorithmischen Seite aussieht, da diese Fragestellung ja nicht nur bei PV Systemen sondern auch speziell bei Handys und Autos millionen/milliardenfach auftritt.

https://www.analog.com/en/resources/technical-articles/a-closer-look-at-state-of-charge-and-state-health-estimation-tech.html

Werden solche Systemmodellierung mit Kalman-Filtern im PV Bereich eigentlich auch genutzt oder werden nur die 100% neu gesetzt, aber Parameter wie Peukert exponent und charge efficiency factor (Victron Handbuch für den smart shunt) werden nicht verfeinert.

Bei einer externen Messung stelle ich es mir auch schwierig vor, daß man nicht weiß, wieviel Strom das BMS und ein Balancer verbrauchen, was ja vermutlich auch schwanken kann. Oder geht das im Rauschen unter?

Gibts da ggf. Links zu, wo der Stand der Kunst im PV Bereich beschrieben wird, um Euch hier nicht mit zu nerven?

Ich bin grad am Sprung aber ein paar Gedanken dazu:

24 Bit sind bestimmt nicht notwendig aber wer hat der hat. Spaß beiseite aber der ADC für den ich mich entschieden habe (~12USD) hat halt eine Menge an Board. Rauschen gibt es immer allerdings scheint mein System davon nicht wirklich betroffen (+/-0.3mA) und ich glaube auch nicht, daß das das Coulumb Counting wesentlich beeinträchtigt.

Kalman Filter habe ich angedacht aber dazu bin ich noch zu blöd und habe noch kein geeignetes Modell zusammengebracht.

Peukert und Charge efficiency - naja darin sieht man, daß auch Victron Smart Shunts nur mit Wasser kochen. Ich verwende auch 98% aber darin “verstecke” ich auch den Eigenverbrauch meiner vier JK-Module. Natürlich wäre es möglich auch das aktive Balancing und die dabei entstehenden Verluste mitein zu beziehen. Aber oberhalb von 3.4V gibts bei mir eh nur selten. Bluetooth werde ich bald deaktivieren, da nicht verwendet.

Bei meiner großen Kapazität bin ich insofern im Vorteil, daß ich kaum über 0.05C komme und die Ent/Ladeeffizienz quasi immer konstant ist. Sollte aber auch kein Problem sein, bei höheren Strömen einen Peukert-Korrekturwert zu verwenden. Auch die Temperatur meiner Zellen verändert sich dadurch nur sehr unmerklich. Bei NVs mit >100A ergeben sich hier bestimmt schwierigere Meßbedingungen.

Und ja ich verwende SoC auch als Regelgröße um die Ladeleistung zu regeln. Eine Plausibilisierung/Anpassung ist aber selbstverständlich.

Im Moment scheint bei meiner Batterie das Motto “Was rein geht kommt auch wieder (98%) raus” sehr zuverlässig zu funktionieren. Die Parasiten, die es gibt (BMS-Verbauch, Selbstentladung 1%/Monat) und Meßfehler scheinen in dieser Rechnung keine Rolle zu spielen, solange das was rein und raus geht korrekt erfasst wird. Ich lade im Moment gerade von SoC 30 auf 35% und poste dann später die Kruvenverläufe. Langzeiterfahrungen habe ich noch keine.

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