Hab jetzt mal eine Idee umgesetzt, um das Takten der Anlage noch weiter zu reduzieren.
Zur Vorgeschichte: Seit etwa einem Jahr hatte ich den Innenraum-Sensor der Mitsubishi Heavy SRC schon nach außen verlegt, etwa 2m Kabel dran und in einem Regal platziert. Der Sensor ist auch etwas umgebaut, 10K NTC statt 5k und parallel ein 25 K Spindeltrimmer, so dass ich wieder auf 5k komme. Das verdoppelt schonmal die Hysterese, die bei der SRC extrem gering ist, was zum häufigen Takten führt. Sensor steckt auch in einer Styrodurbox, in der auch noch ein paar Glaskkugeln sind als thermisches Gewicht, um die Trägheit zu erhöhen.
Das klappte schon alles recht gut. Taktete dann etwa noch 2-3 mal die Stunde.
Jetzt wollte ich das Takten in der Übergangszeit noch weiter reduzieren. Und zwar mit folgender Technik: Ich lasse die Anlage normal z.B. 30min heizen. Nach 30 min wird die Styrodurbox durch einen Heizwiderstand etwas aufgeheizt und darüber auch der Sensor. Damit schaltet die Anlage ab. Ich lasse nun die Box 30min beheizen, womit die Anlage definitiv nicht heizen wird. Über die Heizzeit kann ich die Anlage sozusagen für beliebige Zeit blockieren, damit sie nicht heizt. Wird der Heizwiderstand abgeschaltet, fängt die Anlage dann nach einer gewissen Trägheitszeit wieder an zu heizen.
Man könnte auch sagen, dass die Anlage zeitliche Slots bekommt, wo sie heizen darf.
Ziel sollte sein, dass sie in der Überganszeit nur einmal stündlich für vielleicht 10-20 min einschaltet und auf niedrigster Modulation läuft. Mit diesem Konzept kann man das problemlos erreichen.
Andere haben das durch Hausautomatisierung über Software umgesetzt, in dem sie nach einem Ein-Takt die Soll-Temperatur einfach 2 Grad runter setzen für eine definierte Zeitspanne.
Ich wollte eine reine Hardware-Lösung, die im Grunde auch universell für jede Anlage so funktioniert. Das auch deshalb, weil meine Geräte gar kein WLAN haben und ich keine Heimautomatisierung aufsetzen wollte.
Realisiert habe ich jetzt mal einen ersten Prototypen mit einem ATTINY Prozessor und etwas Programmcode. Ich kann 2 Zeitfenster einstellen, zuerst eine Phase, wo der Heizwiderstand aus ist und die Anlage normal heizt. Eine zweite Phase, wo der Heizwiderstand heizt und damit die Anlage blockiert bzw. zum Abschalten zwingt. Beide Zeitfenster laufen dann fortwährend nacheinander ab (1-2-1-2….1-2). Die beiden Zeitfenster kann ich jeweils zwischen 10-60min einstellen.
Heizwiderstand ist ein 100 Ohm, der mit etwa 4 V betrieben wird. Das passte ganz gut, macht einen Strom von 40mA und eine Leistung von 160 mW. Das reicht, um die Styrodurbox je nach Zeitdauer auf bis etwa 4 Grad über Raumtemperatur aufzuheizen.
Natürlich könnte man das auch viel einfacher gestalten, also z.B. nur einen Heizwiderstand auf einen noch im Gerät liegenden Sensor montieren.
Heute erster Testbetrieb. Sieht schon ganz gut aus. Kleine Herausforderung ist die starke Trägheit des ganzen Systems. Schaltet der Heizwiderstand ab, dauert es noch 20-30 min, bis die Temperatur hinreichend in der Box runter gegangen ist, so dass die Anlage wieder startet. Geht also jetzt noch viel ums Feintuning und passende Heizzeiten finden.