Volksenergiewende statt Ausbremsung der privaten Energiewende!
Bei den meisten Themen sind wir uns einig.
Parkplatz-PV, Industriehallen-PV, Freiflächen-PV usw. wird eh kommen, das nutzt Unternehmen, sie sparen/verdienen damit Geld.
Jetzt zur Energiewende für die privaten Haushalte:
Zwang zur PV lehne ich ab, aber die Menschen sollten selbst drauf kommen, dass PV in den meisten Fällen die optimale Lösung ist. Motivieren, evtl. fördern mit Priorität auf PV wäre ein gutes Ziel. Dämmung bei Neubau ja und bei Altbau, wenn Sanierungsmaßnahmen eh anfallen (eh-da-Kosten).
Jetzt zu meinem Vorschlag PV auf allen Dächern (Fraunhofer-Studie): Natürlich weiß ich, dass ich privilegiert bin, das Glück habe, ein Enfamilienhaus zu besitzen. Daher sehe ich auch meine Verantwortung, selbst möglichst viel zum Kllmaschutz beizutragen, und andere zu motivieren, es mir gleichzutun.
Die Indach-PV (Achtung: keine PV-Schindeln, sondern große Indach-PV-Module) macht m.E. aus den von mir genannten Gründen Sinn. Man braucht darunter kein Blechdach. Bei mir ist es eine 6cm Weichfaserplatte mit Folie, darunter Zwischensparrendämmung. Wenn man PV erneuern möchte wg Wirkungsgrad, dann muss man eh ein Gerüst stellen, alt demontieren, neu montieren… was macht da groß den Unterschied zu Aufständerung? Übrigens: bei mir haben die PV-Module von 2013 ca 13,7% Wirkungsgrad und reichen für das Haus aus. Warum soll ich diese austauschen? Das macht ökonomisch und ökologisch wenig Sinn.
Mehrfamilienhäuser und sogar Hochhäuser sind in der Regel effizienter gedämmt, verbrauchen pro m2 Wohnfläche weniger Energie. Daher reicht oft Dach-PV, bei Hochhäusern zusätzlich Fassaden-PV. Gut ist, dass die aktuellen Module 22% haben, bald 25% und mit Perowskit wohl auch über 30% haben werden. Dann sollten wir kein Energieproblem mehr in D haben. Bei den niedrigen Kosten für die kWh mit PV amortisiert sich auch Dämmung immer weniger. Trotzdem sollte man sie bei Sanierungen im Auge behalten.
Ziel sollte sein, dass jedes Haus soviel Energie erzeugt, wie der Haushalt mit Heizung und eAuto verbraucht. Genauer betrachtet eher sogar mehr, da es ca 60-70% Umwandlungs- und Speicherverluste bei Power2Gas für den Winter gibt. In meinem Fall mit ca 50% Autarkie müsste ich dann zusätzlich ca 7000kWh x 3 erzeugen für das Winterhalbjahr, um die Verluste zu kompensieren. Die mit PV zu produzierende Gesamtenergie wäre dann für mein Altbau-Haus ca 28000kWh statt 14000kWh pro Jahr. Würde ich die aktuellen PV-Module mit nur 13,7% Wirkungsgrad (19kWp erzeugen 16MWh) gg aktuelle PV-Module mit 22% austauschen, käme ich mit meinem Dach allein auf etwa 28kWp und ca 24MWh. Daher verfolge ich zweierlei Ziele: weitere PV-Module am Balkon, Holzschuppen, auf Garage, evtl noch an Südfassade sowie Dämmungsmaßnahmen am Haus zur Einsparung von Heizenergie. Noch besser wäre natürlich eine hocheffiziente Wärmepumpe, wie du sagst: SCOP oder JAZ von 5 wäre natürlich optimal, dann könnte ich in meinem Fall ca 3000kWh pro Jahr Heizenergie sparen bzw 9000kWh PV-Energie. Beide, PV und Wärmepumpe, habe ich bereits jetzt mit normalem Wirkungsgrad in Betrieb, und die private Energiewende funktioniert hervorragend. Erst recht wird sie dann in Zukunft mit hocheffizienten PV-Modulen und Wärmepumpen funktionieren. Ich kann also beweisen, dass die meisten Wohnhäuser in D in diesem Sinne energieautark werden können und dabei noch viel Geld gespart werden kann.
Schlüssel für die weitgehende dezentrale Energieautarkie für Wohnhäuser ist natürlich die saisonale Pufferung der PV-Überschussenergie im Sommer für die Heizung, Haushaltsstrom und Auto im Winter. Sinnvoll wäre, wie du sagst, eine abgestimmte Power2gas-Lösung in jeder Stadt, jedem Landkreis, jeder Region, um die großen Stromnetze nicht zu überlasten. Dazu viele Energiegenossenschaften, die den Energiefluss und die Speicherung dezentral managen und das Geld und die Wertschöpfung in der Region halten.
Daran sollte Frau Reiche arbeiten, an einer echten Volksenergiewende, und nicht an der Ausbremsung der Energiewende.