SOC unterhalb eingestellter Schwelle

Das passt nicht nur für mich so sondern kann man bei jedem System so rausfinden welches einen Shunt mit Synchronisation auf 100% besitzt :wink: (vorausgesetzt er ist richtig konfiguriert). Allerdings sollte es aber ein richtiger Batteriemonitor/Shunt wie die von Victron sein, und nicht einfach einer der nach Spannung XY auf 100% SOC synchronisiert. Also einer der sich nach dem regulären CC-CV Ladeverfahren für die Synchronisation richtet wie das bei den Victron Shunts der Fall ist (weitere die das so beherschen kenne ich nicht). Da es bei den Victron Shunts 3 Kriterien gibt und erst dann wird auf 100% syncronisiert, weil erst dann der Akku auch zu 100% voll ist. Deswegen schrieb ich auch: " nach XY Tagen lädst du wieder voll und schaust was der Shunt kurz vorm synchronisieren also bei erreichen des Abschlussstroms und synchronisieren auf 100% anzeigt. Die einstellbaren Kriterien: Spannung wenn aufgeladen, Schweifstrom, Zeit für die Ladezustandserkennung sind mit der wichtigste Punkt für diese Methode zum ermitteln der Messungenauigkeit die über die Zeit entsteht. Natürlich must du hier aber die gleichen Parameter verwenden die du schon verwendet hast als du voll geladen und auf 100% synchronisiert hast (im Laderegler sowie auch im Shunt selbst). Eine SOC Synchronisation auf 100% nur nach Spannung ist viel zu ungenau. Genau das und die Genauigkeit ist es ja warum ich die Dinger so liebe und zu schätzen weiß, da hat sich Victron richtig was dabei gedacht :wink:.

Der Shunt ist dann beim nächsten mal voll laden nach langem Betrieb ohne Synchonisation eben nicht bei 100%, das kann er garnicht. Und genau das machst du dir zu nutze. Weil deine Refrenz eben das voll laden vom Akku ist welches du Wochen zuvor gemacht hast inkl. Synchronisierung vom Shunt auf 100% Ladezustand. Genau zu diesen Zeitpunkt ( ganz kurz vor der 100% Synchronisierung und vor erreichen des Abschlussstroms) schaust du dir den Ladezustand (SOC) an welchen der Shunt anzeigt. Und die Differenz von diesem Wert zu 100% SOC sind die Messungenauigkeiten etc. die sich über die Zeit eingeschlichen haben bei denen du nicht voll geladen und synchronisiert hast. Also welche eben im mittleren Betriebsfenster entstanden sind. Sonst wäre ja die Sache mit der 100% SOC Synchronisation auch völlig sinnfrei denn diese ist ja gerade dauzu da Messungenauigkeiten die im Betrieb entstehen (also unterhalb von Voll) wieder auf Null zu setzen. Weil Akku voll heißt: Voll laden auf Ladeschlussspannung mittels CC-CV Ladeverfahren inklusive passenden Abschlussstrom, das sind 100% Ladezustand. Würde der Shunt nach Tagen/Wochen ohne Synchro wieder genau zu diesem Zeitpunkt 100% SOC anzeigen dann wären es 100% Genauigkeit die es aber natürlich nicht gibt. Das war nun sehr ausführlich, ich hoffe aber auch sehr verständlich :upside_down_face:. Falls du mal einen Victron Shunt hast und diesen auch richtig konfiguriert hast wirst du verstehen warum ich so begeistert davon bin. Und ich bin mir zu 1000% sicher das du dann nichts mehr von "Genauigkeit" anzweifelst, weil es einfach perfekt und mehr als ausreichend funktioniert und Genau ist :wink:.

Und ein richtiger Shunt besitzt wie von Carolus schon aufgeschlüsselt einen richtigen "Messwiderstand" aus speziellen Material bezüglich Temperaturkompensation. Die kleinen SMD-Messwiderstände welche in vielen BMS verbaut sind können also nur ungenau sein. Es hat schon seinen Grund warum richtige Shunts so groß und schwer sind.

Doch, warum und wie steht oben.
Du hast eine Referenz, alles was anschließend als Differenz entsteht sind Messungenauigkeiten etc... dazu braucht es kein Labor :wink:.

Das war etwas unglücklich formuliert von mir.
Ich nutze den genauen SOC damit ich immer nur auf 20-30% entladen kann (Schonung des Akkus). Im Winter lasse ich die Akkus bei 50% oder auch etwas mehr stehen zur Reserve und für den Notfall weil dann kaum was vom Dach kommt, und auch dafür brauche ich einen genauen SOC :wink:.

Das ist richtig.
Aber du beschleunigst zusätzlich zur Kalendrischen Alterung die Degradation wenn du den Akku stressen tust. Unnötig hohe Ladeschlussspannung, immer voll laden und vollständig entladen, hohe C-Raten, hohe Temperatur, zu niedrige Temperatur beim laden etc... Alles ein Zusammenspiel bei dem jeder selbst entscheiden kann. Ich habe bereits Versuche mit zwei Geräten am laufen bei denen beide Akkus noch ~97% Akkukapazität haben. Allerdings Li-Ionen... Ladestrom immer maximal 0,3C, Betriebsfenster immer zwischen 20-70% usw... Beide Geräte sind inzwischen 10 Jahre alt. Jeder andere der nicht auf solche Dinge achtet hat in dieser Zeit schon 5x neu gekauft weil der Akku Schrott ist und ein Reparatur nicht lohnt bzw. zu aufwendig ist. Alleine das ist mir Bestätigung genug, Kalendrische Alterung hin oder her. Und genau deshalb behandle ich meinen PV-Speicher genauso...

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Danke für die ausführliche Info!

Ich habe einen Freund, der bei Fluke sehr teure Messgeräte kalibriert - mit noch teureren Kalibriergeräten, die bis in die 100k€ kosten. Die messen u.a. Spannung, Strom, Widerstand uvm. mit 5-6 Nachkommastellen genau. Die Geräte müssen mind. 15 min. laufen bei gleichbleibender Temperatur und Luftfeuchtigkeit, damit die Genauigkeit gehalten wird. Da ist nicht nur ein extrem guter Shunt verbaut, sondern sehr viel know-how für div. Kompensationen von allen möglichen Fehlerquellen. Ein guter Shunt alleine reicht da bei weitem nicht.

Aber für die Einschätzung des SoC braucht man natürlich nicht diese Genauigkeit. Ggf. gönne ich mir auch einmal so einen Victron-Shunt, Du hast mich schon neugierig gemacht. Bisher hat mir meine spannungsbasierte Einschätzung zusammen mit Erfahrung und Beobachtung des Lade-/Entladestroms allerdings immer gereicht. Der Deye zeigt mir schon bei 52,5V manchmal 0% SoC, während das Seplos-BMS noch bei 40% ist. Die 40% passen recht gut zu meinen Berechnungen.

Nach meinem Kenntnisstand arbeiten die Seplos V3 BMS mit Shunts anstelle von simplen Widerständen. Allerdings liegt der sog. noise floor bei 0,5A. Bei Lasten unterhalb von 25Watt pro BMS schwindet dann halt die Genauigkeit.

Vergleiche ich meine sechs Seplos SOC Werte mit dem des Smart-Shunt liegen die Werte, mit Ausnahme der Randbereiche, über das Jahr gesehen relativ gut beieinander. Erst im Winter wenn das Vollladen deutlich weniger wird oder gar nicht mehr stattfindet entsteht ein Gap zwischen BMS und Smart-Shunt bei dem das BMS tendentiell weniger SOC anzeigt als der Smart-Shunt. Das birgt im Inselbetrieb das Risiko, dass das BMS womöglich früher das Entladen unterbricht als nötig weil der entsprechende interne Alarm ausgelöst wird.

Ich schleppe noch eine ältere Firmware rum, die Seplos setzen sich bei mir niemals auf 100% sondern bleiben bei 99,9% hängen. Was mich aber wegen Nutzung des Smart-Shunts nicht weiter stört.

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Das Seplos BMS definiert die Entladegrenze auf Basis des SOC? Ich kenne Seplos nicht wirklich klingt aber komisch.

Beim Seplos (V.3.0) gibt es m.W. sogar 2 Entladegrenzen: einmal über SoC, einmal über die Spannung. Je nachdem was zuerst greift... :thinking: Nur über die Spannung wäre aus meiner Sicht sinnvoller, da eindeutiger.

Zusätzlich werden natürlich noch die Einzelspannungen der Zellen(gruppen) überwacht - also sogar 3 Abschaltkriterien.

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Das ist richtig. Da gibt es auf dem board ein Foto davon.
Ubrigens kann man shunts bei Ali kaufen, man wenigstens mal die bilder ansehen.

@paddy72
Siehst du, und schon sind wir uns einig darüber das man für solche Sachen keine Laborwerte braucht, wenn gewusst wie und warum :wink:. Sonst könnte man nämlich keinem einzigen Gerät mehr trauen welches dir Messwerte anzeigt. Falls du mal einen Victron Shunt (500A/50mv) kaufen tust kannst du ja mal falls du hast ein Milliohmmeter wie zb. das YR1035 drauf halten, das sollte dann i.d.R 0,1mΩ anzeigen (meins tut das). Bei den Dingern meckert auch keiner wegen der Genauigkeit, und da geht es um den Milliohmbereich nach dem Komma :wink:.

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