Und da sieht man auch wieder Delta U = 0,5V. Dazu kommt, dass der "volle" Akku nur 3 A liefert, der "leere" dagegen 4,3 A. Das macht keinen Sinn und widerspricht dem Ohmschen Gesetz, wenn sie parallel geschaltet sind. Da muss entweder ein Messfehler vorhanden sein oder der Fehler liegt in den Verbindungen.
Das kann auch ein Meßfehler beim Strom sein oder ein kleiner Spannungsabfall auf den Leitungen. Kommt drauf an, wo der Verbraucher angeschlossen ist, aber der Akku mit dem geringsten Leitungswiderstand dürfte beim Entladen den größten Strom liefern. Das wäre dann der Unterste mit 4,3A. Der nächste in der Kette hat noch 1,5m Leitung mehr, damit dynamisch eine etwas höhere Spannung und geringeren Strom, in dem Fall 3,0A. Über die Leitung fließt aber vermutlich mehr als die 3A, sondern auch noch die Ströme der älteren Blöcke, wenn die oben angeschlossen sind. Die ganze Installation ist nicht perfekt, die Akkus sollte man alle mit möglichst gleichen Leitungslängen einzeln an den Lynx anschließen oder zumindest die Zuleitungen kreuzen, also Plus an den Anfang und Minus ans Ende der Kette.
wir wissen nur, was wir auf den Bildern sehen, hier 0,5V Differenz, die zwischen den parallel geschalteten Akkus bestehen. Das ist definitiv zuviel und bei den geringen Strömen spielen die Leitungslängen und Querschnitte eine untergeordnete Rolle. Da hilft nur direkte Messung an den Polen der Akku´s mit einem Multimeter. Auch wenn das nicht perfekt geeicht ist, würde man schnell sehen, ob die angezeigten Spannungsunterschiede tatsächlich vorhanden sind. Wenn ja, dann ist´s kein Messfehler, dann liegt die Ursache wo anders.
Ciao
Ja, aber vorher BMS abschalten. Dazu den Taster oben in der Mitte für 5s oder so drücken. Dann piepst das BMS kurz, schaltet die Mosfets ab und die LEDs gehen aus.
Auch bei denen kann man wahrscheinlich das BMS abschalten. Kommt darauf an, welcher Typ BMS verbaut ist. Abtrennen sollte man nur im stromlosen Zustand, also komplette Anlage soweit wie möglich abschalten. Ob der MPPT dann noch produziert hängt davon ab, ob er am Steuerrechner hängt oder rein spannungsgesteuert produziert. Ich weiß nicht, ob man den per Bluetooth abschalten kann, meine hängen am Cerbo und stellen die Produktion ein, sobald da keine gültigen Daten mehr kommen.
Die JK BMS sind dafür bekannt, dass diese den SOC nur sehr schlecht schätzen. Bei geringen Strömen wird der Entladestrom/Ladestrom nicht erfasst. Das JK BMS passt den SOC nicht später auf Basis der Zellspannungen an, wie es ein JBD BMS macht.
Habe bei mir jeweils eine Akku mit JK BMS und JBD BMS. Der SOC des SK BMS ist sehr of komplett daneben. Beim JBD BMS ist es meist ziemlich gut geschätzt.
Wenn ich mir das Bild 20260804_121123.jpg - pCloud ansehe, ist es eigentlich klar. Die Akkus sind bzgl. der Kabel hintereinander geschaltet. So fliesst der Strom nicht gleichmäßig zu den Akkus und die BMS haben unterschiedliche SOC.
Was ich persönlich machen würde:
- Akkus nicht mehr hintereinander schalten. Die Länge der Kabel vom Akku zum MP2 muss die gleiche Länge haben. Siehe auch die Doku bei Victron. Siehe https://www.victronenergy.de/upload/documents/The_Wiring_Unlimited_book/43562-Wiring_Unlimited-pdf-de.pdf auf Seite 17 "3.3. Parallele Batteriebankverkabelung".
Der erste Akku mit kürzerem Kabel wird also mit höherem Strom entladen bzw. geladen. Der zweite mit geringerem, was sich aber später ausgleicht. Dass bekommt der Shunt des JK BMS aber nicht mit, weil er geringere Ströme nicht erfasst. - Beide Akkus jeweils mehrfach entladen und dann laden, damit der SOC vom BMS angepasst wird.
Ist natürlich in Deiner Situation als externer Berater schwierig. Du musst die Verkabelung ändern, um das Problem langfristig zu lösen. Oder man ignoriert die SOCs des JK BMS und setzt einen Victron Shunt ein.
Wenn ich täglich mit genau solchen Anlagen zu tun hätte, dann müsste ich nicht hier im Forum fragen ![]()
Hier geht es primär darum, sicherzustellen, daß die Anlage betriebssicher ist, daß keine Batterien aufgrund z.B. einer Tiefentladung schaden nehmen und ggfs in der Zukunft diese Anlage weiter zu betreuen und zu warten, sollte der Erbauer sich nicht soweit erholen, daß er sich da wieder selbst drum kümmern kann.
Genauso sieht es aus.
Auf den beiden Blöcken steht einer der DIY-Kisten - die Parallelschaltung ist jeweils so realisiert, daß die Blöcke hintereinander durchgeschleift sind, wobei die beiden neuen Blöcke in der Mitte sitzen.
Nach allem, was ich jetzt hier gelesen habe würde es ja Sinn machen, die Anlage irgendwann mal umzubauen, und die Batterien mit identischer Leitungslänge einzeln auf die Lynx zu legen.
Ich muß das mal mit der Kundin besprechen.
Zunächst mal ist prioritär, daß die Anlage nicht die Hütte abfackelt oder Schaden nimmt, z.B. aufgrund einer Tiefentladung o.Ä. Und ich glaube, da sind wir auf der sicheren Seite, soweit ich das mittlerweile durchschaut habe.
Ich mache dennoch gleich nochmal mehrere Messungen, und überprüfe auch mal die Ströme (kann ich ja jeweils mit einer Differenzmessung vor / hinter einem Block machen, mit der DC-Strommeßzange).
Dank Dir auf jeden Fall für die Hilfe! Das ist ne Menge sehr guter Input!!!
Hallo Sascha,
so wie Du schreibst, hatte ich es vermutet. Das war natürlich ohne jede Kritik von mir gemeint.
Ich finde Deine Herangehensweise passend und absolut richtig. Es sollte nur ein Hinweis sein, dass wenn mehrere Köche in einem Brei rühren und würzen, meist nichts Gutes dabei herauskommt. Jedenfalls so lange, wie Du selbst die Auswirkungen nicht sicher beurteilen kannst. Das braucht eher Monate als Wochen. Außer es ist ein absolut grober Schnitzer drin.
Möglicherweise reicht es erstmal, die "unglückliche" Verkabelung zu berichtigen und die Ladestände anzupassen.
Sehr hilfreich ![]()