Hallo zusammen,
Hier an dieser Stelle mal ein Update, da einige Leute nachgefragt hatten, weil sie selbst ähnliche Probleme mit BMZ-Batterien haben...
Zunächst mal: Der Tausch dieser smd-Sicherung bringt nix!!
Das ist eine Abschaltvorrichtung, die VOM BMS AUS getriggert wird, und eine Sicherheitsabschaltung macht, wenn bestimmte Parameter in der Batterie überschritten werden (z.B. stärkere Balancingfehler oder zu hohe Temperaturen). Tauscht man den Chip einfach so aus, würde dieser erstens vermutlich sofort wieder vom BMS ausgelöst, außerdem wäre das ein Eingriff in die sicherheitsrelevanten Abschaltvorrichtungen dieses Batteriesystemes - und ich denke jetzt mal: Kein PV-Installateur möchte das verantworten, wenn aufgrund eines solchen Eingriffes dann irgendeine Bude abfackelt...
Zu den eigentlichen Problemen:
Das Hauptproblem bei dem Hyperion-System sind offensichtlich minderwertig gematchte / qualitative Zellen in Kombination mit einem unterdimensionierten BMS. Man könnte es auch anders beschreiben: Fehlkonstruktion in Kombi mit problematischer Zellqualität...
Die Fehler treten hauptsächlich auf, wenn einzelne der P22-Blöcke spannungsmäßig abweichen - und das BMS dann mit dem Balancen nicht mehr hinterherkommt. Beim Balancen erreichen die Widerstände auf den Slave-BMS teilweise Temperaturen von über 200°C (ich selbst habe rund 160°C gemessen) - das führt zu verbrannten PCBs - und irgendwann dann zur Abschaltung des Blockes aufgrund des Balancingfehlers. BMZ hatte in der letzen Firmware Version das Problem dadurch beheben wollen, daß beim Balancen die Widerstände jeweils gruppenweise (mit je einem lastfreien WIderstand dazwischen) angefahren werden, das hat die thermische Überlastung etwas verringert - aber halt auch wiederum vermutlich die Effizienz des Balancers reduziert. Und das Problem ist eben auch damit nicht behoben...
Letztenendes ist das traurige Fazit hier, daß es (außer jetzt die Zellen zu zerlegen und daraus eigenmächtig ein eineigenes DIY-System zu bauen) bisher keine wirklich gute Lösung für das Problem gibt.
Wir haben nebenbei rumgeforscht, ob das Auftreten der Probleme mit bestimmten Anwendungsgewohnheiten korelliert (z.B. hohe Entladeraten durch E-Mobilität oder Ähnliches) - konnten aber auch da bisher keine eindeutigen Zusammenhänge erkennen. Ansonsten wäre die "Lösung" gewesen, den Besitzern der Batterien z.B. von gewissen Lade-/Entladearten abzuraten, um das Risiko auf so einen Defekt zu reduzieren.
Generell ist es sicherlich nicht verkehrt, die Batterien nach Möglichkeit niedrigschwelliger zu zykeln, z.B. zwischen 30 und 70 %, um das Risiko eines Ausfalles zu reduzieren.