Single- vs. Multisplit

Mögen elektronische Geräte nicht so gerne mit extrem hoher Feuchtigkeit. Auch die Elektromechanik leidet da (Schrittmotore, Lüftungsmotor). Die Fernbedienung mag bestimmt auch keine Feuchtigkeit.

Ich würde aber sagen, das ist eine sehr allgemeine Aussage. Ich könnte mir vorstellen, dass vielleicht doch gut geht. Hängt auch davon ab, wie groß das Bad ist und wie feucht es dann wird. So sensibel sind die Dinger ja auch nicht.

Ich lese jedenfalls oft, dass man es nicht machen sollte, aber nur selten von jemanden, der es gemacht hat und damit gescheitert ist.

Ganz genau. Hier wird m.E. mittlerweile viel nachgeplappert, ohne Quellenangabe von einem Hersteller z.B. Und Deinen Text mit dem Radio im Bad im anderen Fred wollte ich heute ganz genau so bringen. {green}:cool:

Läuft bei mir ebenso seit >>20Jahren völlig problemlos.

Gruß: Win

1 „Gefällt mir“

Das kommt auf deinen Anwendungsfall an. Wärmepumpen haben für die praktische Anwendung die ungünstige Charakteristik, dass ihre thermische Abgabeleistung mit steigendener Außentemperatur steigt, während der eigentlich Abnehmer, in diesem Fall dein Raum, weniger Leistung benötigt bei steigender Außentemperatur.
Fall A: Du willst deine Raum/Räume nur mit der Wärmepumpe heizen.
Die Wärmepumpe muss also bei der Normaußentemperatur (NAT) in deiner Region genug thermische Leistung liefern, um die von dir gewünschte Raumtemperatur (irgendwas zwischen 20-25°C) aufrecht zu erhalten.

Fall B: Du willst bis zu einer gewissen Außentemperaturgrenze die Wärmepumpe einsetzen. Darunter wird die Wärmepumpe durch einen anderen Wärmeträger unterstützt/ersetzt.

Hier ist darauf zu achten, dass du in dem gewünschten Außentemperaturbereich (Heizgrenze bis Außentemperaturgrenze) deine thermische Leistung mit der Wärmepumpe generieren kannst. Hier kommt jetzt der zu Beginn genannte Fakt zu tragen: Um ein Takten der Anlage zu vermeiden, da die thermische Abgabeleistung bei hohen Außentemperaturen zu groß werden kann, sollte die Wärmepumpe gerade in diesem Bereich modulieren können.
Gut zu sehen ist das in dem geposteten Graphen der Haori. Diese liefert bei einer Außentemperatur von +12°C eine min. thermische Leistung von 1 kW. Ein Raum der bei +12°C Außentemp. eine Heizlast von 1 kW besitzt, besitzt bei -10°C Außentemperatur aber eine Heizlast von 3,8 kW. Die im Graph betrachtet Haori liefert bei -10°C Außentemp. nur max. 2 kW. Es ist also darauf zu achten, dass bei hohen Außentemperaturen die Wärmepumpe soweit modulieren kann, dass ihre min. Abgabeleistung unter der Heizlast des Raumes liegt.

Noch ein Wort zu den Tabellen bei Eurovent. Der Hersteller legt die Heizleistung der Wärmepumpe fest, das ist Pdesignh (h für heating). Diese Heizleistung liefert die Wärmepumpe im durchschnittlichen Klima (heating average climate) bei einer Außentemperatur von (Tdesign=) -10°C und einer Innentemperatur von +20°C ab. Beide Temperaturen werden durch das vorgebene Klima definiert.

Die Werte der Heizleistung Pdh für höhere Außentemperaturen (-7/2/7/12°C) werden von Pdesignh durch die Multiplikation mit einem Teillastfaktor gewonnen. Wie schon oben festgestellt, sinkt der Wärmebedarf eines Raumes mit steigender Außentemperatur und damit auch die benötigte Heizleistung. Das will man damit adressieren. Pdh wird wie folgt berechnet:

Pdh(Außentemperatur) = Pdesignh * (Außentemperatur - 16°C)/(Tdesign - 16°C)

Liegt dieser in der Tabelle über dem aus der vorherigen Gleichung berechneten Wert, so ist hier die minimale thermische Leistung in diesem Betriebspunkt erreicht, kurz die Anlage kann nicht tiefer modulieren. Siehe z.B. die 2MXM50A / FTXM35R / FTXM25R: Pdesignh = 4,2 kW. Rechnerisch sollte Pd(12°C) = 0,65 kW sein, angegeben ist aber Pd(12°C) = 1,39 kW. Kurz die elektrische Aufnahmeleistung berechnet und man sieht, dass die Anlage am Modulationsminimum elektrisch liegt. [1]

Man kann also hieraus abschätzen, wie schlimm es um das Modulieren steht. Gerade kleine Anlagen mit hohem COP sind stark hiervon betroffen, z.B. meine CU-Z25XKE / CS-XZ25XKEW: Pdesignh = 2,5 kW. Wenn Pdesignh = Heizlast bei -10°C, dann bräuchte ich bei +12°C nur noch 0,67 kW thermische Leistung, um die Raumtemperatur zu halten. Die Anlage liefert bei +12°C 1,17 kW. [2] Also muss sie bei +12°C Außentemp takten.

1 „Gefällt mir“

Gut erklärt mit Eurovent. Bei diesem Zitat würde ich aber sagen: Die 1,17 kW sind ein berechneter Wert, was man bei 12 Grad an Leistung erwartet und nicht die minimale Leistung, was die Anlage kann. Beispiel: Es gibt Anlagen, die bis 100 Watt Aufnahmeleistung runtergehen, die stehen bei Eurovent bei 12 Grad aber auch mit 1,1kW und mehr bei 12 Grad drin. Und ein COP von 11 ist generell nicht zu erwarten.

@rumo danke für deinen ausführlichen Beitrag. Aktuell tendiere ich dazu die Split Klimas so auszulegen, das diese bis -5° bzw. -7° Standalone als Heizung funktionieren und die benötigte Heizlast in den beiden Wohnzimmern aufbringen können. Unser NAT liegt bei -12 °C , allerdings liegen die Jahresstunden kälter als -5°C bei lediglich 225h/a. Also weniger als 10 Tage im Jahr. Die ganzen vorgestellten Rechnungen sind allerdings deutlich tiefgründiger und komplexer als gedacht. Ich denke einen Tod muss man irgendwie sterben. Entweder reicht die benötigte Heizleistung nur bis zu einer gewissen Minustemperatur aus, ohne die Ölheizung zuzuschalten, oder die Anlage ist teilweise overpowered und taktet dann bei höheren Temperaturen schneller.

Bei Single Split Geräten insbesondere bei Mitsubushi oder auch auch bei dem Beispiel der Toshiba Haori sieht man sehr gut welche Heizleistung bei welcher Aussentemperatur erreicht wird. Aber wie verhalten sich die Angaben bei Multi Split Geräten , mit unterschiedlich grossen Innengeräten?

Wenn ich mir jetzt das technical order book von der Daikin 2MXM50A / FTXM35R / FTXM25R anschaue und z.b. die -6° Celsius betrachte, heisst es dann, das ich insgesamt nur 4,37 KW Heizleistung bei gewünschten 20° Innentemperatur zur Verfügung habe, welche sich dann auf beide Geräte aufsplittet? mal ganz salopp gesagt 2 KW Heizleistung für das 25er Innengerät und 2,37KW für das 35er Innengerät?

Bei der Toshiba Haori ist es genau zu sehen:

-6° Außentemperatur/ Maximale Heizleistung 2,6KW bei 0,83 KW Stromaufnahme. Das sind Tabellen die man einfach verstehen kann, aber irgendwie bekommt man sowas nicht bei Daikin.

Der COP des größeren Außengeräts 2MXM50A ist mit 4,05 niedriger als bei dem kleineren 2MXM40A mit 4,46. Dafür stellt das größere Gerät natürlich mehr maximale Heizleistung zur Verfügung.

Insgesamt ist allerdings die Stromaufnahme bei dem kleineren Außengerät auch deutlich niedriger. Insbesondere bei den angesprochenen +12°C :

Obere Reihe 40er : 0,75 KW / untere Reihe 50er : 1,39 KW

Bei angenommenen, benötigten 70 W Heizleistung pro qm² bräuchte ich für das Wohnzimmer im Keller ca. 2,5 KW ( 35qm²) und im Ergeschoss ca. 2,9 KW ( 42 qm² ). Daher denke ich, liege ich mit den 25 bzw. 35er Innengeräten gut. Lediglich beim Außengerät bin ich unsicher, obwohl ich mittlerweile eher zum kleineren (40er) tendiere, da die Tage mit hohen Minusgeraden eher die Minderheit sind und die Anlage viel häufiger mit wärmeren Außentemperaturen zutun hat.

Die CS-XZ25XKEW hat bei +12°C einen COP von 8,28, also eine elektrische Aufnahmeleistung von 0,14 kW. Panasonic gibt die min. el. Leistung im Heizbetrieb mit 0,16 kW an. [1] Für mich klingt es erstmal plausibel, dass die Anlage einfach nicht tiefer kann. Auf der anderen Seite vertraue ich den Daten bei Eurovent auch nicht ganz, weil im praktischen Betrieb konnte ich die 0,16 kW el. Leistung noch nie beobachten. Und laut Eurovent soll die RAS-25J2AVSG-ND1/RAS-25J2KVSG-ND von Toshiba bei +12°C auf bis 60 W el. Leistung modulieren können. [2] Im Handbuch ist aber bei dieser Temperatur ein min. thermische Leistung von 1,13 kW bei 0,22 kW el. Leistung angegeben. ([3] Seite 20) Ich kann mir vorstellen, dass das irgendwie mit der Berechnung des SCOP zu tun hat, der nicht ganz so die Realität abbildet. Also so eine Art Prüfstandsmodus für Klimaanlagen.

Das fasst es gut zusammen. Wie genau sich die thermische Leistung auf die Innengeräte aufteilt, weiß ich leider auch nicht. Vielleicht ist es softwarelimitiert und das Außengerät kann durch ein Stellventil den Durchfluss begrenzen oder es gibt einen innengerätspezifischen Druckverlust, der entsprechende Mengen Kältemittel fließen lässt.

Beim DWD sollte es die Temperaturdaten für eine Messstelle in deiner Nähe geben. [1] Da kannst du ja nochmal schauen, wie lange durchschnittlich gewisse Temperaturen im Jahr herrschen und die thermische Leistung der Klima in diesem Temperaturbereich für einen taktfreien Betrieb denentsprechend optimieren. Schade, dass Daikin nicht so ausführlich dokumentiert wie Toshiba, das würde es vereinfachen. Pi mal Bauchgefühl würde ich aber auch zum kleineren Gerät tendieren.

Wichtig ist vor allem, wie weit ein Gerät runtermodulieren kann. Beispiel: Monosplitgeräte mit 2,5kW und 3,5kW eines Herstellers können oft ganz genauso weit runtermodulieren auf z.B. 100 Watt Stromaufnahme bei niedrigster Kompressordrehzahl. Dann hat man mit dem 3,5 kW Gerät etwas mehr Leistungsreserven und sie taktet nicht früher.

Und auch noch: Für hohe Effizienz würde ich lieber ein Innengerät mehr als eins zu wenig einbauen. Denn die Innengeräte wachsen nicht mit der Leistung in der Größe. Insofern müssen Innengeräte ineffizienter werden, wenn sie mehr Leistung liefern müssen, weil dann die Temperatur am Wärmetauscher steigt.

Wenn man längerfristig noch die Möglichkeit hat, zuzuheizen, kann man die Sache auch recht entspannt angehen. Warm bekommt man die Bude dann immer und bei den wenigen Tagen, wo die Temperaturen dann mal unter z.B. -10 Grad liegen, kostet das auch nicht so viel Brennstoff übers Jahr gesehen. Zumal die Split-Klimas bei solchen Temperaturen ja eh ineffizient werden und die Alternative vermulich günstiger ist.

Ich hätte noch eine Frage: Ich möchte für den BEG-Antrag eine Kombination mit Daikin Stylish (FTXA) statt Perfera (FTXM) rechnen. Die Data Books von Daikin geben nur Kombinationen mit FTXM (Perfera) her. Wie komme ich an solche Daten?

Hallo!

Eine Anfängerfrage: Kann ich bei den Multisplitgeräten auch Innengeräte nachrüsten oder austauschen bei Quick-Connect Leitungen?

Ich plane, das Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kellerraum und evtl. Kinderzimmer mit einer Multisplit Anlage zu heizen.
Kann ich mir eine 4er Splitanlage hinstellen und nach und nach, je nach finanzieller Lage, die Innengeräte zukaufen?

Kann ich ein Innengerät austauschen, wenn ich feststelle, dass die Leistung zu gering ist?

Unser Erdgeschoss ist ein großer Raum in L-Form mit 40m². Allerdings geht viel Energie durch den Hausflur nach oben verloren.
Dadurch werden zwar einige Räume im OG auch beheizt, ich weiß aber nicht, wie ich die Dimension für das Innengerät berechnen soll.

Alternative: Flur dur eine Tür abschließen. Dann müsste aber das Badezimmer und evtl. das Arbeitszimmer extra beheizt werden.

Oder 5 Einzelgeräte. Wie dicht dürfen die Außengeräte in Reihe zusamenstehen?

Gruß, Ralf

Das sollte gehen, hat auch nichts mit Quickconnect zu tun. Minimum sind wohl bei den meisten Außengeräten 2 Innengeräte. Um ein Innengerät zu wechseln, muss ein Pump-Down durchgeführt werden. Da wird das Kältemittel komplett ins Außengerät zurückgepumpt, danach kann man dann die Kälteleitungen demontieren. Nach Neumontage natürlich immer wieder evakuieren, insofern nützt dir da ein Quickconnect eh nichts. Man sollte es klassisch mit Bördeln machen, wo immer es möglich ist.

Das stimmt, diese Beiträge sind rar! Ich tue mir jedoch auch schwer damit und genau so schwer fällt es mir eine andere praktikable Lösung ausfindig zu machen. Derzeit tendiere ich zu einer elektrischen Fußbodenheizung, habe jedoch die Befürchtung, dass diese im Winter nicht immer ausreichend ist.

Herzlichst

Heinz

Auf welche Art willst du denn heizen? Nur bedarfsweise, wenn man im Bad ist oder muss da dauerhaft geheizt werden?

@win Herzlichen Dank für die Antwort. In den Morgen- und Abendstunden sollte es ausreichend warm (um 20 Grad) sein, da hier der Hauptbetrieb herrscht.
Ich will diesen Beitrag hier jedoch nicht in eine andere Richtung lenken und habe daher einen eigenen Beitrag eingestellt.

Herzlichst

Heinz