Die meisten BMS haben unterschiedliche Überstromabschaltfunktionen mit jeweils unterschiedlicher Stromschwelle und Auslösezeit.
"short circuit" ist die schnellste mit der größten Stromschwelle.
Vermutlich sind die batterieseitigen MosFets des DCDC Wandlers, mit dem die Batterie im WR an den Zwischenkreis angebunden wird, zunächst aus irgendwelchen Gründen mit Kurzschluss ausgefallen.
Deswegen hat das BMS abgeschaltet.
( Alternativ könnte auch ein Fehlauslösen der short circuit protection des BMS in Kombination mit einer schlechten Regelung des WR zu einer Beschädigung der MosFets z.B. wegen Überspannung führen )
Beim Wiedereinschalten des BMS hat vermutlich eine Totzeit der shortciruit protection ( für das Laden von großen Kondensatoren im WR -> Precharge ) ein schnelles erneutes Erkennen des Kurzschlusses verhindert.
Durch die hohe Verlustleistung in den kurzgeschlossenen MosFets haben sich die Halbleiter so stark erwärmt, dass die Gehäuse der Bauteile verschmort/ geplatzt sind.
Jetzt sind die MosFets bzw. deren Überreste zwar wieder "offen", aber die Anbindung der Batterie ist natürlich außer Funktion.
Neben den Mosfets selber dürfte auch die Gate-Ansteuerung beschädigt sein.
Eine Batterie (mit oder ohne BMS) kann nur die Leerlaufspannung als Maximalspannung liefern, und als Strom nur das was der Widerstand am Verbraucher zulässt.
Bei einem Kurzschluss wird der Strom entsprechend hoch ausfallen.
Wenn also ein Wechselrichter wie Deiner knallt und stinkt, dann ist ganz sicher der letzte der dran schuld ist... die Batterie oder das BMS.
Angenommen der WR läd die Batterie gerade mit 100 A und aus welchem Grund auch immer trennt das BMS nun den Akku.
Dann werden die 100 A erst einmal weiter fließen, bis der WR aktiv gegenregelt.
Bei einem 5 kW WR findet man am Batterie-Port oft ~ 15 mF Elkos.
100 A für 1 ms ergeben bereits > 6 V Überspannung nur durch die ideale Kapazität. Dazu kommen Spannungsanteile durch den ESR der Elkos und Spannungspitzen durch die Schaltvorgänge.
Wenn der WR hier nicht spätestens innerhalb weniger ms reagiert und insbesondere wenn nur 80 V FETs verbaut sind kann es dann irgendwann knapp werden.
Es gibt z.B. auch MPPT Laderegler, die bekannt dafür sind, dass sie sich selber zerstören können, wenn bei hohen Ladeströmen die Batterie getrennt wird.
Der Eröffner schreibt ja selber, dass er wegen "empfindliche Grundeinstellungen" Probleme hatte.
Durch wiederholte Trennung bei hohen Ladeströmen könnten einzelne Zellen in den MosFets beschädigt worden sein, die dann irgendwann "spontan" zu einem Ausfall des ganzen FETs geführt haben.
Erst einmal vielen Dank für die interessanten Ausführungen. Ich habe den Fall dem Wechselrichter-Hersteller gemeldet und bin gespannt, ob es eine qualifizierte Antwort gibt.
ich werde jedenfalls das Ergebnis mitteilen und hoffe ein wenig, das es gelingt nur einzelne elektronische Bauteile zu tauschen, ohne dass der ganze