Servus zusammen,
ich möchte hier die Planung und später auch die Umsetzung unseres Heizungsprojekts dokumentieren. Es geht um ein Einfamilienhaus Baujahr 1998/99 in Gaimersheim bei Ingolstadt. Das Haus soll ab 2027 schrittweise umgebaut und ab 2029 oder später wieder bewohnt werden. Die Gasheizung soll dabei raus.
Die wichtigsten Eckdaten aus der bisherigen Planung:
- Berechnete Heizlast: 5,27 kW bei −15 °C
- Vorhandene PV-Anlage: 15,3 kWp
- Bestehende Fußbodenheizung: etwa 54 m², mit eigenem Heizkreisverteiler
- Geplant sind zusätzliche Heizregister an Decken und Wänden
- Ziel für die Vorlauftemperatur: 25 bis 26 °C
Die Fußbodenheizung soll hydraulisch getrennt bleiben. Die neuen Decken- und Wandheizregister sollen parallel eingebunden werden und eine eigene Verteilung erhalten. Geplant ist eine Rohrführung nach dem Tichelmann-Prinzip: Der Vorlaufweg ist beim jeweils ersten Register kürzer und der Rücklaufweg länger; beim letzten Register ist es umgekehrt. Damit soll die Summe aus Vor- und Rücklaufweg zu den einzelnen Registern möglichst ähnlich sein.
Vorteile, die ich mir davon verspreche: eine gleichmäßigere hydraulische Verteilung und weniger stark unterschiedliche Druckverluste zwischen den Registern. Nachteile: längere beziehungsweise aufwendigere Rohrführung und mehr Material. Außerdem ist Tichelmann allein kein Ersatz für eine genaue Auslegung: unterschiedliche Registergrößen, Rohrlängen und Druckverluste müssen weiterhin berücksichtigt und die Volumenströme geprüft werden. Die endgültige Hydraulik ist noch in Planung.
Für das Heizsystem sehe ich derzeit eine Monoblock-Wärmepumpe vor. Eine Panasonic Aquarea mit etwa 5 kW ist aktuell eine Referenz, entschieden ist das Gerät noch nicht. Warmwasser soll voraussichtlich über eine separate Brauchwasserwärmepumpe laufen.
Zusätzlich plane ich einen Batteriespeicher mit ungefähr 32 kWh. Die PV-Anlage soll später möglicherweise erweitert werden. Das ist aber noch nicht umgesetzt.
Ein besonderer Teil des Projekts ist der geplante Reflexionsaufbau hinter den Heizregistern. Die dazu genannten Einsparungen behandle ich nicht als gesicherte Tatsache. Ich will messen und dokumentieren, was im Haus tatsächlich passiert.
Mich interessieren vor allem eure Erfahrungen mit:
- Wärmepumpen dieser Leistungsklasse bei sehr niedriger Vorlauftemperatur
- parallelen Decken- und Wandheizregistern mit Tichelmann-Verteilung
- hydraulischem Abgleich bei unterschiedlich großen Registern
- sinnvollen Messpunkten für einen belastbaren Vorher-nachher-Vergleich
- typischen Planungsfehlern, die ich jetzt noch vermeiden kann
Ich werde den Stand nach und nach ergänzen und auch offen schreiben, wenn etwas anders läuft als geplant. Kritik und konkrete Hinweise sind willkommen. **Bitte keine Schätzwerte als Fakten verkaufen – wenn euch für eine Einschätzung Daten fehlen, fragt danach.
Mit PVGIS habe ich auch unsere Temperaturstunden unter -7 Grad berechnet:
| Jahr | Unter −7 °C | Unter −10 °C | Jahr | Unter −7 °C | Unter −10 °C |
|---|---|---|---|---|---|
| 2005 | 280 | 133 | 2015 | 20 | 0 |
| 2006 | 232 | 56 | 2016 | 47 | 13 |
| 2007 | 23 | 6 | 2017 | 226 | 91 |
| 2008 | 0 | 0 | 2018 | 98 | 47 |
| 2009 | 159 | 53 | 2019 | 34 | 9 |
| 2010 | 304 | 82 | 2020 | 0 | 0 |
| 2011 | 92 | 19 | 2021 | 103 | 41 |
| 2012 | 324 | 197 | 2022 | 26 | 9 |
| 2013 | 77 | 5 | 2023 | 28 | 15 |
| 2014 | 24 | 7 |