Reserve-Bleiakku lange einlagern welche Spannung?

Hi,
Ich habe durch die Umstellung auf Lithium ganz viele (18 x 50 Ah) BleiGel Akkus übrig. Die habe ich selbst schon gebraucht bekommen. Sie sind ca 10 Jahre alt und stammen aus einer grossen USV Anlage. Sie haben bei mir dann noch ca 300 bis 400 Zyklen als PV Speicher gemacht, davon eine Saison noch als Hybrid Anlage mit LFP und ehr Flachen Zyklen.
Ich würde sie nun gerne alle parallel schalten auf 12 V und mit ca 12,8V konstantspannung geladen halten, um bei einem Blackout noch ca 10 kWh Strom extra zu haben.
Welche Spannung würdet ihr empfehlen? Oder lieber zyklisch über ein Ladegerät 1 bis 2 mal im Monat ganz voll laden und eventuell auch mal einen Entladezyklus über meinen 12 V Notfallwechselrichter fahren?

Grüße

Soweit ich das im Kopf habe: sehr regelmäßig bis Anschlag (Datenblatt) aufladen. Blei Akkus haben eine sehr hohe Selbstentladung und müssen daher in relativ kurzen Abständen immer wieder voll aufgeladen werden. Die Maximale Ladespannung ist Type abhängig. Es gibt auch sehr bekannte Ladegeräte die eine eigene Funktion für Langzeitlagerung haben.

Update 17:20
Ist schon so lange her: Soweit ich mich erinnern kann ist es wichtig von Zeit zu Zeit den Akku komplett voll zu laden bis er keinen Strom mehr aufnimmt. Glaube es war wegen Sulfatierung.

Meine AGM von Moll soll mit 14,4V aufgeladen werden möglich wäre auch 14,8V (aber nicht empfohlen).
CTEK Ladegeräte hatten vor Jahren eine eigene Funktion für Langzeitlagerung wo der Akku permanent angeschlossen bleibt. Wie sinnvoll das ist und ob es die Funktion noch gibt weiß ich nicht.

Batterien für Notstromversorgung werden dauergeladen, irgendwas zwischen 13,4 bis max 13,8 V .
Schön voll, aber sulfatieren dabei und werden alle 4 Jahre gewechselt.

Sulfatierung beginnt ab ca. 12,5V und darunter bei einer 12V-Bleibatterie (Nasszelle). Bei AGM ist es sehr ähnlich. Die Erhaltungsladespannung beträgt typischerweise 13,8V - etwas von der Temperatur abhängig. Im Sommer eher etwas weniger (13,5) im Winter eher etwas mehr (um die 14,0V). Hin und wieder sollte man auch mal bis zum Beginn der Gasung (14,4V) volladen (bei Nasszellen gerne auch mal bis 15V und etwas blubbern lassen - das beugt der Säureschichtung vor. Bei AGM nicht nötig (und nicht sinnvoll). Alle 2-3 Monate würde ich auch mal einen Entladezyklus fahren bis ca. 10,8V und dann gleich wieder volladen!

Die Sulfatierung ist ja bei zu niedriger Spannung. Bei zu hoher Spannung soll es zu Plattenkorrosion kommen. Gibt es da nicht irgendwo einen guten Mittelweg?

Deshalb doch die Erhaltungsladungsspannung, die deutlich niedriger ist, als Ladeendspannung bei Zyklusbetrieb.

Du kannst aber auch einfach vollladen und alle 1-3 Monate mal nachladen. Ist ja auch immer die Frage, welchen Aufwand man da treiben möchte. Und auch mal checken, wie viel die sich überhaupt selbst entladen hat nach einer definierten Zeit. Dann weißt du, wie lange du die Ladeintervalle strecken kannst.

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anhand des Typenschild wird man rausfinden wie die float Spannung sein sollte , nach der einmaligen Volladung nun .... eine längere Volladungsdauer mit weniger Ampere wäre ratsam.....
es steckt manchmal mehr Kapazität in ihr drin als man denkt--- Stichwort Peukert-Exponent ----

10j alte Bleiakkus - aufbewahren :rofl:

Ab damit zum Recycling, gibt ein paar Euros.

Da dann etwas zutun und einen 20kWh Li Speicher kaufen :wink:

Blei reimt sich auf vorbei

... meine gebrauchte kaufte Bleibatterie hat nach Abzug der Recycling kosten ca 700 € gekostet , hat dann noch 12 Jahre ein Off-Grid Haus versorgt und ist insgesammt 17 Jahre alt geworden
1,2 Tonnen schwer bei ca 40 Kilowattstunden Kapazität ... ist mir echt ans Herz gewachsen nur das destillierte Wasser hat mir nicht geschmeckt :slightly_smiling_face:

Hast das ja richtig gemacht, Blei zeitnah abgestoßen :rofl:

Das ist ja was ich "vertrete"

das siehst du verkehrt , alte Liebe rostet nicht :wink:

Bei 10 Jahre alt: Hast du mal einen Kapazitätstest mit ordentlich Last gemacht? Vielleicht hast du da nur noch 20% und dann wäre wirklich die Frage, ob das noch Sinn macht.

Die haben noch ca 50% nutzbare Kapazität. Ich habe auch noch ein paar AGMs von meiner ersten Anlage, die ich mit zur Reserve nehmen würde, so dass ich dann am Ende 10 kWh Reserve habe.

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Wenn der Akku schon länger herumgestanden ist ohne das er an einer Ladeerhaltung angeschlossen war, kannst du den sowieso vergessen. Blei Akkus halten lange wenn man sie immer pflegt, wenn nicht sind sie innerhalb kurzer Zeit defekt.

Hi

Ich hatte die Akkus nun einige Monate alle parallel geschaltet und mit 12,8V Konstantspannung beaufschlagt und gelegentlich mal für 1-2 Stunden mit 14,2 V beaufschlagt.

Nun da die LFP nun mit dem ersten Frost in den Winterschlaf geschickt wurden, hab ich die Bleiakkus wieder im 48V System angeschlossen, damit die Anlage zumindest noch mit kleiner Entladetiefe laufen kann. Sonst müsste ich die Anlage komplett herunter fahren und hätte somit 0 Solarerträge. Die Alternative, die LFP Akkus zu beheizen lohnt sich allerdings auch nicht.

Ich habe festgestellt, dass sich der Zellendrift im Laufe der Monate wieder recht gut ausgeglichen hat und die Mittelpunktabweichung nur noch rund 0,5 % beträgt laut BMV.

Gut! 12,8V ist ganz knapp über Ruhespannung bei zimmertemperatur, das dürften die noch jahrelang aushalten.

Blei-Säure-Akkus immer nur ganz voll lagern und spätestens nach 1 Monat wieder nachladen. Entladung unter 50% SoC mögen die gar nicht und noch weniger Tiefentladung.

Erhaltungsladung kann m.W. gerne bei 13,6…13,8V liegen. 12,8…12,9V ist der Ruhezustand nach 1 Tag etwa.

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12,8-13 ist schon gut. Kein Kapazitätsverlust. Notleuchten liefern 13,6-13,8V. Tot nach 4 Jahren.