viele haben ja schon mal was von dem ready2plugin-Stromwächter gehört, der es ermöglichen soll, Balkonsolar mit mehr als 800W Leistung umzusetzen. Andreas Schmitz hat das Teil ja auch schon mal in einem Video vorgestellt.
Der Anbieter sagt, dass Balkonsolar mit mehr als 800W damit völlig legal ist und beruft sich auf ein "Rechtsgutachten", dass man herunterladen kann. Das "Rechtsgutachen" besteht aus einer netto 2,5 Seiten langen Stellungnahme eines Berliner Anwalts und wirkt erstmal wenig überzeugend. Nur weil ein Anwalt irgendwas schreibt, ist das noch lange nicht geltendes Recht.
Kurze Recherche ergab aber, dass es sich um einen Anwalt aus einer großen Berliner Kanzlei handelt, die komplett auf Energiewirtschaft und Energiethemen spezialisiert ist. Also kein Gefälligkeitsgutachten eines "Wald- und Wiesenanwalts" der sonst den Autoschaden von Heinz Koschinsky oder die Scheidung von Horst Kasuppke abhandelt und von Energierechtlichen Themen keine Ahnung hat.
Nun die Frage: Hat jemand mit dem ready2plugin Stromwächter schon mal Stress mit seinem Verteilnetzbetreiber bekommen und musste das juristisch klären? Unser VNB hier (SH-Netz) ist extremst pingelig und anstrengend.
Und ich frage mich ein bisschen, wann die VNB anfangen, gegen illegale PV-Anlagen vorzugehen? In Frankreich haben die Finanzämter vor einiger Zeit Luft-/Satbilder automatisiert ausgewertet, um nicht angemeldete Pools aufzuspüren. Natürlich könnten VNB auch mal auf die Idee kommen, Luft-/Satbilder automatisiert systematisch nach PV-Paneln abzusuchen. Über die Zahl der Panel kann man dann z.B. schon recht gute Rückschlüsse ziehen, ob das maximal 2000 Wp sind.
Das Dokument hatte ich bisher noch gar nicht gesehen. Da war ja bei den Diskussionen hier bisher recht unklar, wie das überhaupt funktioniert. Das Dokument macht es transparenter.
Ich verlinke es mal:
Hört sich von der Argumentation erstmal nachvollziehbar an. Aber ob die VNBs da wirklich mitspielen, da scheint es noch wenig Praxiserfahrungen zu geben.
Wenn man mit ready2plugin mehr als 2000 Wp an Paneln und mehr als 800W WR-Leistung installiert und das als Balkonsolar anmeldet, dann wird es ja erst mal keine Rückfragen geben. Ich hatte vermutet, dass z.B. im Rahmen eines Zählerwechsels durch den Netzbetreiber o.ä. dann vielleicht mal aufgefallen ist "Ähm, das ist doch kein Balkonsolar mehr, was Sie da betreiben?" und dass das dann jemand mit seinem VNB juristisch ausfechten musste.
Ready2plugin gibt es ja schon über 2 Jahre. Da hatte ich gehofft, dass irgendwer schon Erfahrungen hat.
So funktioniert das Konstrukt aber nicht. Man kann >2000 Wp nicht mehr als BKW anmelden und so ist es vom Hersteller auch nicht geplant. Man meldet es als normale PV-Anlage an. Irgendwo hab ich dafür auch Formulare Online gesehen. Das soll dann alles ohne Elektriker, ohne Umbau des Zählerschrankes usw. gehen. Und die Formulare kann man auch selber ausfüllen und darüber anmelden. Ausfüllhilfen dafür gabs auch.
Von außen sieht man also 800W. Nun KÖNNTE man aber 2KW über die Leitung jagen, das macht er ohne dass diese 2KW nach außen dringen können mit einem Messgerät, welches die Last misst. Ferner wäre dann genau das möglich, was Herr Schmitz gesagt hatte, theoretisch könnte man so auf der Phase mit 3,7KW + 2KW reinnudeln, also 5,7KW belasten. Der Stromwächter würde das feststellen können, macht dann was genau? Denn das darf er nicht zulassen, sonst löst der LSS nicht aus. Wenn er also mehr als 3,7KW misst, müsste er die Einspeisung abschalten. Macht er das?
Da verstehe ich das so, dass ich nur 800 W ins öffentliche Netz einspeisen darf. Davon scheint nicht mein Hausnetzt betroffen zu sein.
Wenn dem so einfach ist, verstehe ich nicht die geringe Anzahl der Videos.
Als Beispiel: gebt mal Anker solex 3 ein.
Nun zu meiner Überlegung:
Als Hausbesitzer haben ich eine Starkstromsteckdose, welche auch gleich neben den Zähler angeschlossen ist und somit mein Haus in die "richtige" Richtung mit Strom versorg. Soweit ich das erkennen kann. Damit habe ich auch gleich alle Anschlüsse auf einmal. Nun einen Wächter der alle 3 Phasen gleichzeitig beobachtet und in jeder Phase 2000 W einspeisen kann. So könnte ich auch zu 100 % meine Einspeiseleistung von 800 W ins öffentliche Netz steuern.
Bis jetzt hatte ich als Info immer eine Solaranlage mit 4000 WP, bis ich das Angebot mit 6000 WP gesehen habe.
Mich Interessiert aber vor allem die rechtliche Richtigkeit.