Bei R290 sind Single-Splits schon das höchste der Gefühle. Multisplits wird es auch in absehbarer Zeit kaum geben. Denn prinzipbedingt braucht man für Multisplits große Kältemittelmengen. Mit Propan ist das wegen der hohen Explosionsfähigkeit nicht vertretbar. 200-300g gelten momentan als noch vertretbar. Das reicht gerade mal für ein Singlesplit mit keiner sehr langen Kältemittelleitung.
Das stimmt nicht. Bei solchen Regulierungen bitte idealerweise immer auf die tatsächlichen Normen verweisen, in dem Fall die EN IEC 60335-2-40
the limit for propane (R290) has been raised from 340 g to 988 g
Die Erhöhung ist aber recht neu, aktuell ist mir auch noch keine Multisplit bekannt. Gehen sollte es jetzt aber. Und spätestens Mitte 2028 wird es bei allen Herstellern welche geben.
Man wird die Menge nach oben immer weiter aushöhlen, was am Risiko aber nichts ändert und die Füllmengen z.B. durch den Einsatz von Microchannel-Wärmetauschern immer weiter reduzieren. Für ein Single-Split gelten ca. 150g Propan so als praktikabel. Keiner weiß aber, wie es mit der Robustheit solcher fragilen Wärmetauscher über Jahre hinweg sein wird und die Hermetisierung solcher Anlagen muß man gewaltig überarbeiten. 4 Bördelverschraubungen gehen so für einen jahrelang sicheren Betrieb auch nicht mehr, wenn man nicht regelmäßig nach füllt. Ich hätte aber auch nichts dagenen, gleich alles hart zu löten, wie man das bei Verflüssigersätzen oft macht. Serviceventile brauche ich nicht.
Die mir bekannten Single Split haben genau die bisher erlaubten 340g Füllmenge.
So auch meine beiden Midea R290.
Bzgl. Bördel Dichtheit sehe ich bei R290 den Vorteil der deutlich niedrigeren Drücke. Das war ja bei R32 die grosse Befürchtung, und bei R744 anscheinend aktuell ein grosses Problem.
Ich habe mit R12 und R22 angefangen. Damals war alles tabu, was brennbar oder giftig ist. Mit R410A hat man sich dann auf ein Mehrstoffgemisch eingelassen, das bei sauberen 50/50 nahezu azeotrop ist und so auch keine explosiblen Gemische bilden kann. Also alles gut. Auch für ein VRF mit 30 Kilo Füllung. Die "gefährliche" Hälfte von R410A der 50/50-Mischung ist das heutige R32. Jetzt setzt man es auch in größeren Mengen pur ein, was vor ein paar Jahren noch unvorstellbar gewesen wäre. Daher interessieren mich aktuelle Normen nicht wirklich, denn die ändern sich stetig, die Physik und Chemie dahinter aber nicht und auch die realen Gefahren ändern sich nicht, egal wie weit man das ganze aufweicht.
edit:
die 150g Propan für ein Split gelten als technisch praktikabel. In der Praxis hat das noch kein Hersteller umgesetzt.
Das ist richtig. Aber will ich das wirklich haben? Dann könnte ich auch eine alte, völlig intakte R22-Anlage aus der Garage holen, das Expansionsventil tauschen und mit Campinggas füllen.
Mit explosiven Gasgemischen kann man komplette Gebäude weg sprengen. Beim Einsatz größerer Mengen an Propan sehe da eine ernste Gefahr. die 50g im Kühlschrank lösen vielleicht einen Brand aus, aber jagen keine Wohnung in die Luft.
Auch da wieder: Wir müssen unterscheiden, was du haben willst (=persönliche Vorliebe) und was sich am Markt entwickeln und durchsetzen wird (=Marktentwicklung, total unabhängig von deiner persönlichen Vorliebe).
Ich denke, wir schauen hier eher auf den Aspekt, wie sich der Multsplit-Markt entwickeln wird.
Ich gehe auch stark davon aus, dass die Hersteller neue Sicherheitsmaßnahmen entwickeln werden, wodurch das Risiko durch R290 stark minimiert wird.
Ist dann für R290 nicht eine Gefährdungsbeurteilungen notwending. Da gibt es sicher Normen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Versicherungen das einfordern werden. Das ganze muss ja dann in Kombination mit Kaminofen, Herd usw. beurteilt werden.Wer übernimmt dann die Verantwortung, Kältetechniker, Schornsteinfeger, ...?
Abgesehen davon sind auch 988g bei einer Multisplit nicht besonders viel, ein großteil dürfte schon in den Leitungen sein.
Ich kenne nicht die Beweggründe für R290 des OP, möchte aber einen Gedanken in die Runde schmeissen:
Ich habe es mir fürs Heizen angeschaut; auf R290 warten ist klimaschädlicher als eine R32 Anlage, die ihr ganzes Kältemittel verliert.
Der Co2 Ausstoß von Öl und Gasheizungen ist so hoch, dass eine R32 Anlage nur ein paar Wochen als Heizung laufen muss, bevor diese ihr gesamtes Kältemittel in die Atmosphäre verlieren könnte und immer noch besser dasteht als Öl und Gas.
Also: beim Heizen ist "auf die perfekte R290 Anlage warten" schlimmer als R32.
ich persönlich hätte da mehr Sorgen mit einer der (millionenfach verkauften) R290 Monoblock LWWP Wärmepumpen. Denn ein Frostschaden am Wärmetauscher ist in Deutschland sehr schnell passiert, und Propan im Heizungswasser ist richtig problematisch. Es gab auch bereits Explosionen. Bisher Einzelfälle.
Bei den Splitklimas kann zwar ein Bördel undicht sein, aber das Gas wird dabei normalerweise extrem langsam entweichen.
Es sind mit R290 Split Klimas auch schwere Unfälle passiert, aber meist bei Servicearbeiten, von Technikern die eben nicht brennbare KM gewöhnt waren. Ein Unfall war durch einen Staubsauger verursacht worden..
Ist da nicht eher das Problem, dass der Wärmetauscher undicht wird? Gerade bei Truhen, wo man Gegenstände reinstecken kann ist das nicht unproblematisch.