ich habe gerade ein kleines Streitgespräch mit einem Kollegen. Er hat mir ein Foto seiner Anschlussleitung geschickt. Es ist von einer Kesser Split 12000 BTU 3,4 kW Klimaanlage.
Ich bin der Meinung, es ist eine Quick Connect Leitung und sie muss nicht evakuiert werden. Was meint ihr?
Evakuiert werden muss oft trotzdem. Immer dann, wenn der Verkäufer an IG und AG noch nicht die QC-Konnectoren angeschraubt und dort schon evakuiert hat.
Davon abgesehen: Woher sollte man wissen, ob tatsächlich “ordentlich” evakuiert ist - selbst wenn es so sein sollte
Ist ja nicht so, als wären da Anzeigen dran… Es sind ja bei Mono dann min. drei Sachen (bei Multi noch mehr) die einzeln evakuiert sein müssten. Und wer schon evakuiert hat weiß ja, wie mühsam das ist, speziell “nur Rohr” etc. zu evakieren.
Ich glaube wenn man es wirklich ordentlich haben will - und sicher sein will - dann geht es ohnehin nur mit evakuieren der fertig angeschlossenen Anlage. Dann Drucktest.
Diese Ungewissheit u.A. macht mir Quick Connect immer ein bisschen madig.
Man bezahlt oft einen ordentlichen Aufpreis für QC-Sets (teilweise 100€+), kann nicht mehr kürzen, hat keine zusätzlichen rechtlichen Vorteile bzgl. DIY und wenn man Pech hat, muss man trotzdem Vakuum ziehen.
Der einzige Vorteil, der noch bleibt, ist, dass man theoretisch die Leitungen ohne Pumpdown trennen könnte, ohne dabei große Mengen an Kältemittel zu verlieren. Hab mal jemanden mit einem beweglichen Tiny House gesehen, der das Außengerät für den Transport abschraubt, ansonsten sehe ich dafür auch keinen notwendigen Anwendungsfall.
Und die O-Ringe die darin verbaut sind werden mit den Jahren auch spröde... Kältemittel adee. Ich würde nie Quick Connect verbauen.... es macht nur den Anschein das es schnell, einfach und gut ist, ist es aber nicht.
Das - kann - sicher auch ein Problem sein… Immerhin sagt man bei Trinkwasserleitungen auch, dass man solche mit O-Ringen nicht in Decken und Wänden verbauen soll, weil es mal undicht werden könnte. Und der Druck im Trinkwassersystem ist ja sehr viel geringer als in der Klima.
Ich habe aber keinerlei Erfahrungen mit QC. Im Grunde ergibt es aber keinen Sinn, weil man selbst für den Aufpreis bei einer Anlage schon ein brauchbares Set aus Pumpe und Monteureinheit / Schläuchen bekommt. Gut, Werkzeug etc. kostet dann noch extra - fällt aber ja nur an, wenn man keine gebördelten Leitungen kauft oder kürzt. Der einzig “größere Brocken” ist das Testo 552 - was aber aus meiner Sicht absolut empfehlenswert ist und aus meiner Sicht mit die wichtigste Anschaffung in der Hinsicht überhaupt.
Wir haben hier eine fast 10 Jahre alte QC Klima, die läuft immer noch einwandfrei. Also es muss nicht schlecht sein, aber wie schon von @redhot geschrieben, heute gibts die Werkzeuge so günstig dass es sich nicht mehr lohnt. Ausserdem kann man nur dringlichst eine Druckprüfung + Leckageprüfung vor Inbetriebnahme empfehlen, wozu es ja hier sehr gute Tutorials gibt. Mit QC aber nicht möglich, was ich als Ausschlusskriterium sehen würde.
Das funktioniert anders: Die O-Ringe dichten nur im Moment des Verschraubens. Wenn komplett verschraubt, wird metallisch gedichtet, genau wie beim Bördel.
Kann man so nicht verallgemeinern, oft ist es auch nur evakuiert.
habe ich tatsächlich noch nie gesehen? Bei meiner Midea R290 war das Innengerät mit Stickstoff gefüllt. Keine schlechte Idee, da hat man gleich eine zusätzliche Dichtheitsprüfung und es ist keine Feuchtigkeit im IG.
Dann gibt es wohl verschiedene Varianten, gängiger ist denke ich:
So hatte ich das auch oft gelesen.
Wobei man es dann leider - da wie dort - nicht kontrollieren kann… Wenn “nur Vakuum” kann man wenigstens problemlos Vakuum ziehen hinterher, braucht dann aber eben QC nicht.
QC ist eben “Blindflug” - wobei aber auch Installation ohne ordentlichem Absolutwertvakuummeter und / oder Druckprüfung ein solcher ist. Bevor das also jemand mit “Normalsystem” so macht, ist wohl noch besser, er macht es QC… Da ist die Wahscheinlichkeit dann wohl noch höher, dass es “passt” und dicht ist. (+bleibt)
Was uns hier mit der ChemKlimaschutzV betrifft, sind das Ordnungswidrigkeiten bei denen nach 3 Jahren sowieso die Verfolgung verjährt und die Tat nicht mehr verfolgt werden darf. Und Punkte in Flensburg gibt es auch nicht. Aber natürlich ist es dadurch nicht erlaubt.
Ich habe 2017 drei Comfee-Split-Klimas mit Quick Connect installiert. Die laufen alle drei noch wie am ersten Tag. Ich hatte damals weder evakuiert, noch abgedrückt. Nur mit Lecksuchspray sehr sehr genau geschaut.
Eigentlich bin ich ein großer Fan dieser Verbindung (finde ich subjektiv stabiler als diese hauch dünnen Bördelkelche mit dem scharfen Knick von Bördelverbindungen) , nur leider hat sich wohl in den letzten Jahren die Unsitte verbreitet, ganz normalen Klimas Adapter beizulegen. Dadurch kann das Innengerät garnicht evakuiert sein. Also egal ob die Leitung evakuiert ist, allein wegen dem Innengerät muss man es trotzdem noch mal durchführen. Außerdem ist da noch das nervige aber technisch akzeptable Problem, dass man nur feste Längen zu kaufen bekommt.
Ich installiere mir demnächst eine Daikin Siesta mit Armaflex Flare-Fittings. Mal sehen wie lange die dicht hält. Werde aber sehr ausführlich abdrücken und evakuieren. Zeit spielt keine (große) Rolle.
Schön, wenn man mal positive Praxiserfahrungen damit lesen kann.
Diesen Eindruck - mit der “massiveren Verbindung” habe / hatte ich grundsätzlich auch.
Das ist eben das “Problem” dabei: Die Verbindung darf im Grunde nicht nach dem Motto": “Mal sehen, wie lange es dicht hält” erfolgen - sondern eher nach: “Das muss dicht halten, wenn nicht was unvorhersehbares passiert”
Aber Theorie und Praxis… Am Ende werden wohl alle Systeme gut funktionieren, wenn sie gut und mit gutem Material ausgeführt sind. Und “Restrisiko” wird es auch immer überall geben.
Nicht immer, ich hatte zumindest schon von einer undichten Anlage wegen spröden O-Ringen gelesen. Aber das ist 10 Jahre her, kann gut sein das es sowas heute nicht mehr gibt .
So ähnlich hab ich es damals (10 Jahre her) auch gemacht... nur mit Monteurhilfe, Vakuumpumpe, und Fitwasser. Erstmal habe ich die Monteurhilfe auf Dichtigkeit geprüft, war natürlich nicht dicht... Loctide löste das Problem. Dann 1 Stunde die Leitungen evakuiert, Ventil zugedreht, 6 Stunden gewartet und geschaut ob das Vakuum geblieben ist. Dann die Hochdruckleitung langsam aufgedreht mit Fitwasser alles auf Dichtigkeit gecheckt (Kältemittel war im AG), und anschließend auch die Niederdruckleitung aufgedreht, den Druck des Kältemittels abgelesen und mit der Dampfdrucktabelle abgeglichen. Hat alles gepasst also feuer frei und Anlage in den Kühlbetrieb geschickt, Verdampfungstemperatur abgelesen alles war iO. Läuft bis heute (Mitsubishi Electric). Heute würde ich wohl zumindest einmal abdrücken... sollte auch mit Argon funktionieren das hab ich nämlich da und zwar mit 200 Bar .