PV-Planung

Moin zusammen,

ich mache mir gerade Gedanken über die Planung meiner zu installierenden PV-Anlage. Vorweg: Installation erfolgt durch Dachdecker unter meiner Mithilfe und Elektriker/Solarteur, den ich auch schon mit einer Anfrage zur Planung belästigt habe - trotzdem möchte ich mir auch selbst Gedanken machen. Klar ist, ich bin Laie und beginne erst, mich einzulesen, ein Profi wird hinzugeholt, trotzdem erhoffe ich mir gute Ratschläge/Tipps, um auch informierter mit dem Solarteur sprechen zu können.

Meine DHH bietet insgesamt vier Dachflächen, die aufgrund unterschiedlicher Ausrichtung resp. Neigung imho als separate Strings an jeweils einem eigenen MPP zu installieren wären.

Folgende Flächen:

  • NNO, 45° Neigung, max. 7 Module

  • SOO, 56° Neigung, max. 7 Module

  • SOO, (circa) 30° Neigung, max 5 Module (Anbaudach)

  • SSW, 45° Neigung, max. 7 Module

Es gibt keinen Schornstein an meinem Dach und vermutlich sehr bald an der anliegenden DHH auch keinen mehr.

Der Screenshot zeigt die Belegungsplanung im BayWa-Tool mit Trina Vertex 470 Modulen. Die Dachmaße sind soweit von mir eingegeben. Meine Energieberaterin und ein (nicht beauftragter anderer) Solarteur kamen auf die gleiche Belegungsmöglichkeit. Soweit sollte das also mal stehen. Zur Vollständigkeit: Die linke Haushälfte gehört natürlich nicht mir.

Ich habe es nicht geschafft, in dem Tool das Dach des Anbaus einzuzeichnen, das Bild zeigt den Altbau (zwei Vollgeschosse), an den noch rechtsseitig (also SOO-Richtung) im EG ein Anbau mit einfachem Walmdach angeschlossen wurde, die Daten sind oben genannt. Die Belegung habe ich hier in SketchUp gezeichnet, gerechnet und von Beraterin und bereits genannten Solarteur bestätigt.

Zukünftig kommt eine kleine Wärmepumpe, sehr wahrscheinlich eine kleine Multi-Split-Klimaanlage mit vier Inneneinheiten und in einigen Jahren eine Wallbox. Dazu kommt immer wieder HomeOffice bei beiden Erwachsenen. Daher (und aufgrund der niedrigen Modulpreise und jetzt anstehenden Einrüstung des Hauses wegen Dachsanierung) plane ich, auch die NOO-Seite zu belegen.

Wenn ich es bis hier richtig verstanden habe, sollte ich dann aber einen Wechselrichter nutzen, der auch vier MPPT bietet, da die Dachflächen zu unterschiedlich ausfallen, um in gemeinsame Strings gelegt zu werden. Weil ich auch gerne einen deutschen (oder wenigstens europäischen) Wechselrichter möchte, bin ich auf den hier gestoßen: Solis S6. Dann stünden meine Überlegungen hier:

Modul: Trina Vertex S+ TSM-470NEG9R.28 - 470 Wp

WR: Solis S6 8KW 3Ph

Speicher ist noch völlig ungeplant, muss aber gleich mitkommen.

Weiterer offener Punkt: Ich würde gerne mittelfristig auf einen dynamischen Stromtarif umsteigen und dann ein intelligentes Speichermanagment einrichten, sodass bspw. nachts mit billigem Strom der Akku geladen wird, wenn er zB mangels Sonneneinstrahlung nicht ausreichend geladen werden kann. Wäre das über HomeAssistant möglich?

Könnt ihr mir mit Hinweisen, Anregungen, erhobenen Zeigefingern etc. weiterhelfen?

VG

Julius

Was erwartest du an Not - bzw. Ersatzstrom?

Wie hoch ist dein aktueller Verbrauch bzw. Grundlast?

Unser aktueller Verbrauch (mit Durchlauferhitzer für Küche und Bad - wird es nicht mehr geben) liegt bei 4300kWh. Dazu eben noch WP, Multisplit-AC mit 3/4 Inneneinheiten und perspektivisch eine Wallbox.

Ich verstehe deine erste Frage nicht ganz.

In dem Fall nicht zwingend nötig, da 2 gleiche Strings (bei dir alle mit 7 St.) auch problemlos parallel auf einen MPPT können. Aber wenn du einen guten (Wirkungsgrad und Erfahrungen) mit 4 MPPT findest ist das natürlich auch ok.

Das ist Aberglaube, da gute Elektronik stark zunehmend aus Asien kommt. Also kastriere deine Anlage nicht selber indem du 90% der möglichen Technik ausschliest.

Grundsätzlich:

Du nutzt die Fläche voll aus, was bei nur rund 10 kWp und deinem zukünftig sehr hohem Verbrauch richtig ist. Verabschiede Dich erstmal von den Trinas. Viel wichtiger ist das Richtige System mit dem WR als Zentrum. Dieser WR bestimmt, was du die nächsten 20 Jahre damit machen/erweitern kannst.

Passend zu dem WR entscheidest Du dann welche Spannung / Stromstärke die Module im Idealfall haben. DANN kannst Du schauen ob die Trinas zufällig passen. Da es viele 144 Zeller bei den Trinas gibt könnte das auch passen (hohe Spannung gut bei wenig Modulen). Aber genauso wären 144er anderer Hersteller möglich.

Die Frage war, ob du Notstrom willst oder brauchst.

Kleiner Hinweis: Ich hätte einen String mit 5 Modulen (der auf dem Anbaudach, dessen Neigung ich gleich noch ausmessen muss), ansonsten ja, wären alle mit sieben Modulen.

Mir geht es bei der Beschränkung auf deutsche/europäische WR nicht darum, dass die asiatischen nicht notwendigerweise schlecht sind. Das kann ich gar nicht beurteilen und das glaube ich auch nicht. Aber ich glaube erstens den Berichten über nicht dokumentierte eingebaute Funkmodule, die dann sicherheitsrelevant sind, und zweitens liegt der Überlegung auch der Gedanke zugrunde, nach den PV-Herstellern, nicht auch noch die WR-Hersteller über den Jordan gehen zu lassen.

Nichtsdestoweniger danke für die Priorisierung, erstmal den WR entscheiden und dann darauf aufbauend die Module/Verschaltung.

Notstrom wäre cool, muss ich aber nicht zwingend haben.

Die gesamte Anlage sollte jedenfalls noch dynamische Stromtarife vorteilhaft verarbeiten, gibt es WR, die bereits mit entsprechender Speichermanagment-Fähigkeit ausgestattet sind, oder muss dass immer extra laufen?

Das Projekt hat einige unschöne Baustellen die nicht mal so out of the box zu erschlagen sind.

  • wenig module
  • kleine Strings
  • Dauerverbraucher WP
  • Starker Verbraucher WB

Willst du Effizienz (HV) oder geringere Anschaffungskosten (LV)?

Bei WB würde ich nicht unter 11KW entladeleistung gehen. Bei 0,5 C würde das Akku Kapazitäten deutlich über 20KWh bedeuten.

Mit 12KWp bekommst du den nur von O bis O voll. Im Rest vom Jahr geht der Ertrag in die WP, Speicher musst du dann zu billigen Stunden laden.

Danke für die Hinweise.

Ich habe nur begrenzte Mittel zur Verfügung - meinst du mit HV/LV high resp. low voltage speicher?

Grds. muss ich (Dach neu, Niedersachsen) eine PV legen. Wenn ich dich richtig verstehe, sagst du ja auch, dass ein intelligentes Speichermanagment, dass z.B. nachts mit Netzstrom den Akku lädt, bei mir sinnvoll wäre, oder?

LV-Speicher z.B. 1000€ für 10 kWh

HV-Speicher z.B. 3000€ für 10 kWh

Mal ganz grob als Hausnummer. Wobei die HV-Preise langsam sinken und mit dem passenden WR eine etwas bessere Effizienz als LV haben. LV kann man auch viel selber machen bei HV hingegen nicht. Aber es ist eben eine Systementscheidung durch den WR.

Wenn Geld begrenzt ist, würde ich erstmal nur das bauen was aktuell gebraucht wird. Die Erweiterung sollte aber auf alle Fälle möglich sein.

Da bist du mit LV (16S 51,2V) flexibler.

Laden mit dynamischen Tarifen sehe ich bei deinen aktuellen Verbrauchsprofil nicht als rentabel.

Wenn du dann WP und WB nutzt sieht es anders aus. Bis dahin würde ich nur PV, ausreichend Akku und festen Stromtarif nutzen.

Europäische WR-Hersteller machen es da nicht billiger.

Wenn du bei den Herstellern offener wärst, würde ich einen 48V Hybrid WR nehmen der mit den kleinen Strings (Startspannung) gut läuft. Daran 2 oder 3 von den 7er Strings. Die 5 oder 12 restlichen Module entweder mit extra AC Wechselrichter oder MPPT Laderegler direkt an den Akku.

Dazu einen Akku im Bereich 100Ah bis 330Ah. (5 bis 16KWh)

Alles was zukünftig gebraucht wird dann nachrüsten.

Akkus und WR wurden bisher mit jedem Jahr günstiger.

Also - vielen Dank für die Hinweise!

Vorweg, ich habe die Dachneigung des Anbaudaches vermessen, das sind 25°. Dann noch etwas zu mir: Ich bin handwerklich nicht unbegabt und mache am Haus viel in Eigenregie. Leider habe ich da aber Arbeit, Familie und Sanierungsplanungsaufwand unterschätzt, sodass ich jetzt nur noch wenig Zeit habe, bis das Dach neu gemacht wird und dann sinnigerweise auch die PV hoch soll. Das zum Hintergrund.

Die LV-Systeme machen auf mich einen wesentlich technischeren Eindruck (blöder Ausdruck, ich meine eher, dass sie für eine Planung vom DAU in Kooperation mit Forum weniger gut geeignet sein könnten). Was wäre denn hiermit: Solaranlage mit Speicher | Solis + Pylontech | Notstrom | 0% USt.

Das wäre also ein S6-EH3P10K-EU:

  • 4 MPPT
  • Anlaufspannung 160V: Die 7er-Strings (von denen habe ich drei) sind da jedenfalls drüber, oder?
  • Wie könnte ich da den 5er-String noch reinbringen? Ggf. böte die Garage/Carport in ein/zwei Jahren noch Belegpotential, gleiche Neigung, Ausrichtung, aber ggf. mehr Verschattung, weil näher am östlichen Nachbarn..
  • Entladeleistung: Wenn ich das richtig verstehe, wäre ich hier auch im passenden Bereich.
  • Ich würde den mit 15Wh-Speicher bestellen und komme da auf insgesamt knapp über 6k€ - dann fehlt nur noch die UK (geschätzt 1k€). Wird LV da viel billiger?

Könnt ihr meine Vermutung, dass LV-Systeme weniger Massenware/auf technisch versiertere Nutzer ausgelegt sind, bestätigen?

Könntet ihr mir Feedback zu dem Angebot geben? Oder alternativ die LV-Systeme konkreter benennen, ich stehe da sonst vor einem Dickicht.

Zu dem Solis kann ich nix sagen.

Egal ob HV oder LV, es ist Elektrik. Du musst immer aufpassen was du machst. In Montage, Verkabelung und Konfiguration kommst du überall irgendwie an Infos.

Du solltest auf alle Fälle Module mit hohen Spannungen montieren.

Mit den WR kannst du dir ja noch etwas Zeit lassen und mehr einlesen was am Besten zu dir passt.

Bei deinem PV-Projekt solltest du wirklich auf Modularität achten, vor allem bei begrenztem Budget. LV-Systeme bieten mehr Flexibilität für spätere Erweiterungen, auch wenn sie technisch anspruchsvoller sein können. Wichtig ist, Module mit hoher Spannung zu verbauen, um den Wechselrichter optimal zu nutzen. Manche Hybrid-Wechselrichter unterstützen inzwischen dynamisches Speichermanagement, oft ist aber eine externe Steuerung flexibler. Mich hat auch überrascht, wie schnell die Speichertechnik günstiger wird, also plane mit einer Option zum späteren Upgrade.

Moin zusammen,

ich habe noch einmal nachgemessen und muss etwas korrigieren, sodass sich die Konfiguration etwas ändert.

Dach NNO, 45°, keine Verschattung, 8 Module

Dach OSO, 52° (nicht 56°), keine Verschattung, 7 Module

Dach SSW, 45° keine Verschattung, 8 Module.

Ich überlege jetzt, um die ganze Konstruktion einfacher zu machen, das Anbaudach erstmal nicht zu belegen: Das hat mehr Verschattung, weil näher am Nachbarhaus und geringere Höhe, könnte also auch noch später gemacht werden (das Hauptdach pressiert jetzt, weil eingerüstet wird und ich die doppelten Kosten vermeiden will). So käme ich auf drei Strings mit mind. 7 Modulen, wovon zwei Strings ja auch parallel geschaltet in einen MPPT geschaltet werden könnten, ergo käme mein WR mit 2 MPPTs aus.

Zum Budget: Ich habe insg. 7k€ geplant (ohne Anmeldung durch Ele, etc.), d.h. für die Module, WR, Speicher und UK. Reicht das nicht für ein HV-System, mir fehlt immer noch ein Gefühl für den Preisvorteil NV.

Die Option für ein späteres Speicherupgrade möchte ich auf jeden Fall haben - aber außer dem Anbaudach kommen auch später keine weiteren Flächen für PV in Frage (außer evtl. FAssadenflächen).

Ich hatte jetzt tatsächlich nach viel hin und her den Kostal Plenticore überlegt, könntet ihr etwas zum Preisvorteil NV und zu meinen Überlegungen sagen, das Anbaudach außen vor zu lassen?

Da zeigt sich der Preisvorteil von LV (48V - Systemspannung) gegenüber HV (ca. 200 bis 800V).

Die HV Akkus sind in Reihe geschaltete Blöcke. Damit wird es schwierig später zusätzliche Blöcke hinzu zu fügen (Problem unterschiedliche Innenwiederstände). Einige Hersteller verlangen max. ein Jahr bis zur Erweiterung. Und du bist an die Apothekenpreise des ursprünglichen Herstellers gebunden.

LV Akkus hingegen können relativ problemlos nachträgelich verdoppelt oder auch verzehnfacht werden. Die Spannung bleibt immer bei den 48V und neue Blöcke werden einfach parallel geschaltet. Da gehen oft sogar verschieden große von unterschiedlichen Herstellern bzw. auch Eigenbau. Damit profitierst Du direkt vom Konkurrenzkampf der Hersteller.

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Jetzt habe ich gerade von meinem Ele erfahren, dass er PV gar nicht mehr macht. Richtig bitter.

Wird das hier im Forum geduldet, als Privatperson einen Elektrik-Partner zu suchen, der zb auch eine NV-Planung durchführt und die Installation im Keller umsetzt?

Ich verstehe deine Frage nicht ganz - hier im Forum wird es das ganze Spektrum geben:
Von Leuten, die praktisch alles selber machen (können und dürfen) über Leute, die fast alles selber machen und den Elektriker nur die Abnahme machen lassen, bis hin zu Leuten, die alles von Handwerker machen lassen.

Das Forum macht da gar keine Vorschriften.

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