Man kann aus Schatten keine Sonne machen.
Es ist sinnvoller keine ModulWR zu benutzen sondern
- sich die konkrete Verschattungssituation genau anzuschauen und dann in Teilstrings aufzuteilen
- die Mehrkosten der ModulWR in eine größere Anlage investieren, also längere Strings und Dach wirklich bis Kante voll machen
- beim Wechselrichter mehr investieren für ein gutes Schattenmanagement und hohe Effizienz.
- beim Akku kleiner als größer verringert oft die Amortisationszeit
- den Eigenverbrauch zu erhöhen
zu 1.
Aus Schatten macht man kein Licht. Worum es bei ModulWR/Optimierer eigentlich geht ist das bei einem verschatteten Modul dieses Modul den kompletten String aller Module wie ein Flaschenhals ausbremsen wird. Wenn man ModulWR/Optimierer in Erwägung zieht dann nicht sowas wie SolarEdge oder ähnliches. Es gibt "unintelligente" ModulWR/Optimierer für einen Preis von ca. 15-30€ pro Modul. Diese sind einfachste Technologie, robust und der Mehrpreis für intelligente und vernetzte Systeme rentiert sich nie (also für dich nicht, für andere schon)
zu 2.
Immer Fläche machen. Das ist das was Amortisation bringt. Module sind kostengünstig und sie sind die Basis jeder PV Anlage. Je mehr Module um so kostengünstiger wird die Anlage. Nur Solarmodule haben diesen Effekt, bei der Komponentenwahl, in der Kalkulation einer PV Anlage.
Auch Nordseite mit bis zu 25-30 Grad Neigung Richtung Nord lohnen sich heute. Die bringen ca. 50% von Südseiten. Da ist der Preis der Module sogar untergeordnet und der Preis der Unterkonstruktion und Installation ist höher als die der Module. Wenn es geht Ost-West Ausrichtung bauen, so hat man morgens und abends bessere Erträge und dafür Mittags bischen weniger.
Aber egal welche Ausrichtung oder Anzahl an Module usw. bauen ist das Wichtigste dabei. PV lohnt sich für privat immer.
Ein Balkonkraftwerk rentiert sich am schnellsten für privat.
zu 3.
Ich habe einen Deye 12k 3-phasig installiert. Dieser kostet mich im Winter 2kWh pro Tag bei einem Gesamtbedarf von 13kWh pro Tag. Und das im Winter wo nichts an Ertrag vom Dach kommt. Da hilft auch kein Akku, der ist leer.
Wenn du dich entscheiden musst dann überlege ob dir Ersatzstromfähigkeit des WR wirklich wichtig ist. Wenn nicht, dann lass es und kaufe einen normalen String-Wechselrichter oder einen Hybrid-Wechselrichter bei dem du ganz genau weist das du diesen im Winter Nachts über abschalten kannst.
Achte darauf das der WR eine hohe Effizienz hat denn eine niedrige Effizienz ist es was bei mir eben die 2kWh am Tag zusätzlich kostet.
Die Frage ob der Akku HV (Hochvolt) oder LV (Niedrigspannung) sein soll ist schwieriger zu beantworten. HV ist die Zukunft und kann deutlich effizienter sein, also Kostensparender. Wenn du also einen Händler/Hersteller wählst bei dem du dir sicher sein kannst das er dir 20 Jahre Support und Garantie liefert dann kann man den deutlich höhrern Mehrpreis von HV-Akkus akzeptieren. Wenn du aber Flexibilität möchtest (in deinen Entscheidungsmöglichkeiten), eher in Richtung DIY gehst ist ein LV System, trotz der geringeren Effizenz, viel preisgünstiger, selbst wartbar und der Wiederverkaufswert viel weniger an eine prohibitäre Herstellerlösung gebunden.
Achte darauf das der WR ein gutes Schattenmanagement integriert hat. So kannst du schon einige Probleme mit Schatten einfach "umgehen". Meistens hat man größere Schatten eines Baumes und da sind defakto ModulWR nur wenige bis garnicht im Vorteil zgegenüber einem guten Schattenmanagement.
Ich habe ebenfalls ModulWR, bzw. sogenannte Optimierer verbaut. Aber das sind sehr günstige China-Böller, unintelligente und robuste Geräte, verbaut an Modulen an die ich jederzeit sehr schnell heran komme. Preis ca. 20€ Pro Optimierer damals. Diese Optimierer benötigen weiterhin einen herkömmlichen Wechselrichter.
zu 4.
Ein Akku sollte, damit er die Amortisationszeit der Anlage reduziert, nur so groß ausgelegt werden das er gerade so deinen Nachtstromverbrauch liefern kann. Wenn du keine Ersatzstromfähigkeit anstrebst. Ersatzstromfähigkeit kostet immer zusätzlich für einen Einsatzfall der hier in DE im Grunde so gut wie nie vorkommt.
Ich rede hier von Anlagen für Nutzer die der Regelfall sind. Also nicht so Leute die auf Teufel komm raus eine Inselanlage, Ersatzstromfähigkeit, geringes Vertrauen in unsere Zukunft, haben. Das ist jedem selbst überlassen. Aber bei den meisten geht es um Reduzierung ihrer Stromkosten, Unabhängigkeit vom Strommarkt und bischen Ökologiegedanken, der ebenfalls das Gewissen beruhigen kann.
Bei meiner Planung geholfen hat mir: https://pvtools.sektorsonne.de/
Meine Anlage:
- Deye/SunSynk 12k 3-Phasen LV-Hybrid-Wechselrichter
- Growatt 2.5kW String-Wechselrichter
- 12 Optimierer
- 33x 425W Solarmodule, 9 Module davon zeigen Richtung Nord (25 Grad Neigung)
- 2x 16kWh Akku
Kosten für alles 15k€ wobei 2300€ für den Elektriker sind für die Anmeldung der Anlage. Alles DIY, sogar Unterkonstruktion, WR, Optimierer, Solarpanel direkt aus China importiert. Und damit keine Garantiemöglichkeiten usw. Für viele ist sowas viel zu riskant oder die Zeit nicht vorhanden sich tief in die Materie einzuarbeiten. Berechnete Amortisation: 7 Jahre da noch FBH + LWWP hinzukommt.
Du siehst ich habe eine Ersatzstromanlage und riesigen Akku. Heute würde ich anders planen. Allerdings entsteht unser Verbrauch (2 Personen Vollzeit) bei uns immer zu ungünstigen Zeiten morgens und abends. Von den 13-14kWh pro Tag entfallen 2kWh auf den WR, 8kWh in die morgen/abend Stunden und der Rest ist Grundlast ca. 250W bis 400W.
Demnächst wird unser Jahresbedarf von ehemals 3600kWh/a ohne PV, 4400kWh/a mit PV auf ca. 7500kWh/a mit PV und FBH+LWWP ansteigen. Dadurch rechnet sich nun auch der große Akku deutlich besser. Die FBH+LWWP reduziert die Amortisation von 8 Jahre auf 7 Jahre der Gesamtinvestition.
Punk 6.
Niemals Angebote wie die von Enpal annehmen, also Mietanlagen oder so ein Quatsch. Die sind am Ende teuerer als der Strom den man sowieso ohne PV bezahlt hätte. Und für 1€ Kaufpreis nach 20 Jahren bezahlt der Kunde auch noch für die Entsorgung der PV Anlage aus Sicht von Enpal.