Ich plane aktuell fast das selbe, also ein KFW 40 Haus mit 35 Modulen auf dem Süddach, 14 Module auf dem Norddach und 20 Module auf der Garage. Nach den Simulationen bin ich damit bei 98% Autarkie, daher baue ich ohne öffentlichen Stromanschluss.
Für die Beheizung zur Winterzeit plane ich nur einen Kaminofen mit geringer Leistung - weil das Haus ca. 3 - 4 kW Heizleistung braucht. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe werde ich im Sommer zur Kühlung benutzen und in den Übergangsmonaten zur Beheizung.
Bei der Auslegung halte ich es für wichtig, die Akku Leistung im Blick zu haben. Das oben dargestellte Konzept mit 3x MP2 6k5 und zwei 16,2 kWh Akkus hatte ich vor ein paar Monaten in meinen Berechnungen und ich habe es für nicht tauglich (im Sinne einer optimalen Versorgung) für die Strominsel wieder verworfen.
Im Falle eines Netzanschlusses, der bei mir mit ca. +10.000€ die Baukosten erhöhen würde, ist eine Solaranlage mit Hybrid Wechselrichter durchaus sinnvoll und einfach. Jedoch ist auch in diesem Fall die Leistung des Akku ein begrenzender Faktor.
Aktuell sieht mein noch unvollendetes Konzept so aus (die aktuelle Minimallösung die geht):
- Grundversorgung mit Drehstrom aus 3x MP2 3000 in Kombination mit einem 8k Sungrow String Wechselrichter (nord + süddach anteilig)
- Epever Laderegler der neuesten Bauart mit 60A (süddach anteilig)
- 1x Multi RS Solar 6000 (Garage komplett) mit zuschaltbarem Generator (EPever Sinus Wechselrichter 5kW) für eine einphasige Versorgung von 8kW.
Diese wilde Mischung ist ein Konzept, das sowohl Kosten der Komponenten im Blick hat, als auch besonders geringe Standby Verbräuche. Dabei ist der Standby eigentlich die falsche Beschreibung, da in Wirklichkeit die 24/7 Verbraucher geringe Leistung ziehen und bei dieser Belastung die leistungsstarken verfügbaren NV Hybrid Wechselrichter auf Verluste von 150 - 170W hoch gehen (auch der Deye nach den veröffentlichten Messungen).
Die Akkus müssen bei dieser Auslegung 18kW Dauerlast können, das bedeutet, dass ich mindestens 3 Stück der 16,2 kWh Akkus brauche. Mehr als 6kW Dauerbelastung will ich einem 16,2 kWh Akku nicht zumuten.
Bei der Eingangs beschriebenen Anlage von 48VVictron würde ich als Variante auch 3x Multi RS Solar als Option durchspielen (ohne String Wechselrichter und ohne MPPT-Laderegler). Dafür ist die Beschreibung von Victron zum Overpaneling wichtig zu verstehen - also dass beim RS Solar die Leerlaufspannung im Winter der limitierende Faktor ist und nicht der max. Strom der Module.
Bei meinem aktuellen Minimal-Konzept gibt es keinen E-Herd und kein Wäschetrockner (obwohl letzteres nicht wirklich eine Auswirkung auf das Anlagendesign hat). Die 3x 16,2 kWh Akkus sind dabei das Minimum und das ist für mich keine Dauerlösung, ich denke, langfristig werde ich mir eine Größenordnung von 6x 16,2 kWh gönnen, auch wenn das dann eher viel ist. Zusätzlich habe ich schon die Powerstation mit vier Räder - die versucht ein Auto mit nerviger Elektronik zu sein - die ich an so ein System als Stromquelle anschließen kann (das ist ineffizient, aber eine geeignet Notlösung). Beispielsweise kann ich über das Multi RS auf diese Weise auch den Hausakku laden.
Die Prognoseberechnungen sagen, dass die Heißwasserversorgung ganzjährig mit Solarstrom versorgt werden kann - das ist dann eher meinem grundsätzlichen Strom Spar Verhalten geschuldet. Mein aktueller Jahres Strom verbrauch liegt bei unter 1500 kWh im 2 Personen Haushalt mit E-Herd.
E-Kochfeld ist für mich ein wirkliches Auslegungskriterium für die Insel Stromversorgung, da die Gleichzeitigkeit aller Kochfelder definitiv gegeben ist. Ein Induktionskochfeld hatte ich in der Vergangenheit, das brauche ich nicht mehr. Induktionskochfelder können nach den Forenbeiträgen hier auch so eine Insel empfindlich stören, wenn diese schnell takten und die Nachregelung nicht hinterher kommt. Dazu habe ich aktuell einen Test eines Multiplus 2 5000 am Leistungslimit gesehen, das bei einem Anlaufstrom im Bereich über 70A (120V) unmittelbar nach dem Anlaufen des Lüfters Überspannung von +16% abgegeben hat - also auch in diesem Fall ist die Regelungsgeschwindigkeit ein sehr wichtiger Faktor bei der Auslegung der Anlage.
Zuletzt muss die Strominsel resilient sein, also so aufgebaut, dass bei Ausfall von Komponenten der Rest ausreicht, um eine Grundversorgung herzustellen. Auch dazu mache ich mir Gedanken hinsichtlich unterschiedlicher Erzeuger und Umschaltmöglichkeiten.
Regelungstechnisch will ich komplett auf Spannungen gehen und nicht auf SOC. Die Regelung über Spannungen halte ich für eine robustere Variante, da dann die Systeme im Fall eines Fehlers eigenständig weiter arbeiten. Dass ich mit so einem System die Akkus nicht optimal betreiben kann, ist der klare Nachteil, aber das ist mein aktueller Planungsstand.
Grüße Tim