PV-Anlage mit Speicher: Schrittweiser Aufbau (sinnvoll) möglich?

#NeuHier

Hallo,

ich wohne (nicht alleine) in einem größeren Haus mit verschiedenen Nebengebäuden. Mein Ziel ist es, eine PV-Anlage mit Speicher zu bauen. Seit knapp zwei Jahren habe ich immerhin eine “Balkonsolar”-Anlage ohne Speicher auf dem Schuppendach - und bin begeistert.

Sicher wäre es cool, alles aus einem Guß in Auftrag zu geben - aber so einfach ist die Realität nicht, das Dach ist statisch für PV nicht geeignet und muss daher (generell, nicht nur für PV) saniert werden. Aus Gründen[tm] kann das weitaus länger dauern, als mir lieb ist.

Das Hauptdach hat eine Ost- und eine West-Seite, es gibt ein Flachdach, was allerdings von Westen im Laufe des Nachmittags (teil-)verschattet ist. Und es gibt Dachflächen auf Schuppen. Auf einer davon steht mein Balkonkraftwerk mit 840Wp, aber selbst da ist noch Platz.

Daher meine Frage: ist es zielführend, die Anlage in Schritten aufzubauen? Schließt man dann mehrere Wechselrichter an, wenn mehr Solarpaneele hinzukommen? Oder ist das blöd und man sollte am Anfang einen “großen” Wechserichter kaufen, an den nach und nach Paneele/Strings angeschlossen werden?

Die Dachflächen, die für mich infrage kommen sind von Ausrichtung und Verschattung sehr unterschiedlich, da sind viele MPPT-Eingänge von Vorteil, das würde meinem oberflächlichen technischen Verständnis zufolge mit mehreren einzelnen, irgendwie :slight_smile: zusammengeschalteten Wechselrichtern vermutlich entspannter gehen.

Vermutlich habe ich wichtige Informationen nicht wahrgenommen und daher nicht beigefügt. Fragt gerne nach.

Vielen Dank!

Was genau hast du vor?

Bei netzgebundenen Anlagen die einspeisen größtmöglich bauen. Du brauchst jedes mal einen Fachbetrieb zur Anmeldung und Änderungen der Vorgaben erschweren das ganze, bzw. wirken sich auf die Wirtschaftlichkeit aus (z.b. wenn eine Anlage vor und eine nach dem Solarspitzengesetz gebaut wurde)

s.o.

An deiner Stelle wäre wohl Inselbetrieb mit Victron eine Wahl. Kannst du mittels Ladereglern leichter nachrüsten.

Grundlegend ist schrittweises Vorgehen kein Problem allerdings sollte man sich vorher ein Konzept für die komplette “fertige” Anlage machen und dann schauen welche Teilmengen nach und nach realisiert werden können.

Zu teilverschatteten Bereichen bin ich der Meinung, wenn man die nicht zwingend benötigt diese wegzulassen.

Ich würde das auf eine minimale Anzahl an Schritten ausrichten.

1 - BKW auf 2 kw Moduleistung erweitern also zwei oder drei Module. Wenn genügend MPTT Eingänge zur Verfügung stehen in möglichst unterschiedliche Richtungen.
2 - Speicher ans BKW
Das evtl. gemeinsam. Manche DC gekoppelte Speicher stellen mehrere MPP-Tracker bereit.

3 Das Hauptdach im Zuge der Erneuerung komplett belegen, mit großem Speicher.

Je nachdem, wie “schlecht” dein Dach ist, evtl verkraftet es bis zur Erneuerung ja doch pro Seite ein (Leichtbau) Modul.

Prinzipiell eine Anlage mit Netzverbindung und Batteriespeicher. Ich habe echt Probleme, meinen Jahresverbrauch valide abzuschätzen, zumal der Verbrauch perspektivisch steigt: noch sind zwei Verbrenner-Autos im Haushalt, wenn eins irreparabel kaputt geht wird sich das ändern. Und die Ölheizung soll auch einer Wärmepumpe weichen.

Dann würde ich jetzt die große Dachfläche mit einplanen, und dann als interessierter Laie sie Paneele auf eigene Faust mit dem Wechselrichter verbinden, sobald sie (später) installiert sind?

Das Problem ist hier der Zeitplan: die Sanierung des Dachstuhles wird in 1-7 Jahren angegangen, die anderen Parteien im Haus treten gewaltig auf die Bremse, jetzt wo wir eine Notabstützung des Gebälks haben :man_facepalming:

Das teilverschattete Flachdach werden wir dahingegen dieses Jahr fertig bekommen, das ist finanziell nur unsere Baustelle. Die zusätzlichen Schuppendächer wären auch flott nutzbar, auch hier ist aber teilweise Teilverschattung ein mögliches Problem.

Wenn ich groß anmelde und dann nacheinander die reale Leistung aufstocke entfällt das also?

Da muss ich mich dann einlesen. Ist das Inselbetrieb in dem Sinne, dass es dunkel wird, wenn die Speicher leer sind? Oder schaltet der um und ich kann nur nicht einspeisen?

Danke, das klingt sinnvoll, auch wenn ich mich schwer tue, die notwendige Gesamtleistung abzuschätzen.

Die Erweiterung gibt der Wechselrichter nicht her, da müsste ich den neu kaufen.

Das klingt prinzipiell gut. Die doofe Frage dazu: wenn ich das BKW mit Speicher an Phase L1 habe, die Waschmaschine (…. den Herd, die Spülmaschine, das $BEISPIEL) an Phase L2: funktioniert das sinnvoll? denn: Das aktuelle BKW steht auf dem Schuppendach, die Waschmaschine woanders, die Verbraucher an einer Steckdose des BKW einzustecken ist in dem Fall keine wirkliche Option.

Entsprechendes gilt für eine eventuell neue BKW auf dem Flachdach, auch da wären typische relevante Verbraucher nicht gut direkt an der Batterie zu betreiben.

Das klingt gut. Nach welchen Produktnamen würde man da vielleicht suchen?

Das ist langfristig tatsächlich der Plan, das Dach hat zwar eine Ost- und eine West-Seite (teilweise mit unterschiedlicher Neigung), ist aber gar nicht verschattet.

Sehr schlecht. Ganz sehr schlecht. Das ist leider keine Option.

Vielen Dank für den bereits sehr wertvollen Input!

Sofern du einen “saldierenden Zähler” hast, ist das kein Problem. nicht-saldierende Zähler waren aber nur eine Randerscheinung bei den ersten elektronischen Zählern.

Die Ecoflow Stream Speicher haben 2 - 4 Tracker
Das System scheint so schlau zu sein, dass du da mehrere zusätzliche AC gekoppelte Speicher direkt vor große Verbraucher stellen kannst um die direkt zu versorgen.
Frag mich nicht nach Wirkungsgrad und Preis.

Anker Solix 4Mppt

Ansonsten einfach die Shops für Baklonkrafwerke und die Videos vom Akkudoktor durchstöbern.

Ich gehe davon aus, der vorhandene Wechselrichter ungeregelt ins Haus einspeist. Prüfe, ob der geregelt werden kann, Stichwort Nulleinspeisung. Ermittele den Strombedarf über einen längeren Zeitraum. Ich hab das mit einem Shelly 3em gemacht, den mußte aber ein Elektriker anschließen.

Danach habe ich mich um Komponenten gekümmert, die meinen Bedürfnissen entsprachen.

Was bei dir fehlt, ohne großen Aufwand sind Laderegler und Akku, wenn der WR regelungstauglich ist. Wenn der das kann, dann fehlt nur etwas, daß den Shelly auslesen kann und die Regelung an den WR übermittelt.

Schrittweiser Auf- und Ausbau ist immer möglich, bei netzgebundenen Anlagen jedoch eher ungünstig und unwirtschaftlich, weil eben per Elektriker abgenommen und angemeldet werden muß. Auch ein BKW muß angemeldet werden, braucht aber keinen Elektriker.

Bgzl. ’echter Inselanlagen’ wird hier gerne kontrovers diskutiert. Die harte Regelung: eine echte Insel ist es nur, wenn auf dem Grundstück kein Netzanschluß zur Verfügung steht und damit keine Möglichkeit besteht, Strom ins Netz einzuspeisen oder per Netz den Akku zu laden. Die ‘weichere Regelung’: PV darf keine Verbindung zum Netz haben und es darf auch (techn.) keine Verbindung hergestellt werden können. Notumschalter - mit Trennung über Nullstellung - ist möglich.

Sofern du reine Inselwechselrichter verwendest, wäre letzteres sichergestellt. Du betreibst dann praktisch deine Geräte direkt über den Inselwechselrichter. Dieser kann sich nicht mit dem Netz synchronisieren und deshalb auch nicht einspeisen. Den Akku könntest Du im Zweifel aber immer noch vom Netz aus laden.

Ggf. kann man auch Netzbetrieb und Inselbetrieb kombinieren (über 2 Wechselrichter). Bei Einspeisevergütung kann das rechtlich allerdings problematisch sein. Aber die Einspeisung lohnt m.E. immer weniger und macht die Sache eher schwierig wg. überbordender Bürokratie und deutscher Regelungswut.

Du kannst keine Inbetriebnahme melden, wenn du die Module noch gar nicht installiert hast.

Für schrittweisen Aufbau brauchst du einen guten, günstigen und geduldigen Elektriker, am besten geht das noch mit Vitamin B (Freundeskreis, Verwandschaft).

Nicht unbedingt.
Gibt unterschiedliche Ansätze und technische Lösungen.

Notfalls lassen sich die Speicher auch per Ladegerät laden.

Schau dir die Preis für Module an.

Mittlerweile ist der Fixkostenanteil relativ hoch. Gerüst stellen, Kabelkanäle montieren, Kabel verlegen, Schienen montieren, Anfahrt, … ist quasi identisch für 4 oder 20 Module. Daher sinvolle (!) Dachfläche voll ausreizen, insbesondere wenn Wärmepumpe und BEV geplant ist.

An deiner Stelle wäre es sinvoll das ganze in einem Rutsch zu machen. Wenn das Dach, vmtl. samt Dachstuhl eh komplett neu kommt, dann steht da eh schon Gerüst und Baukran. Billiger kriegst du die Module nicht mehr aufs Dach.

Kannst du direkt die Dachhaken samt Metalldachpfannen montieren lassen. (Flexerei muss nicht unbedingt sein, insbesondere bei einem neuen Dach)

Wie siehts den mit der Elektroinstallation aus?
Nicht, dass da die nächste Baustelle wartet.

Und lies dich mal zum Thema “Nulleinspeisung” bzw. “Zero Export” ein. Gibt manche, deren “BKW” etwas größer ausgefallen ist.