PV Anlage auf Endausbaugröße anmelden

Hallo,

wir besitzen seit kurzem einen Winkelbungalow mit 24°-Walmdach und ich möchte darauf eine PV-Anlage installieren. Auf Ost, Süd und West passen zusammen 15 kWp. Eventuell will ich auch die Nordseite mit 3 bis 4 kWp belegen und ein Carport bauen, auf den rund 5 kWp passen würden. Also in Summe ca. 15 bis 23 kWp.

Ich weiß, dass nur Module, die nach Inbetriebnahme innerhalb 12 Monaten angeschlossen werden, noch zur Anlage/Anmeldung gehören, aber meines Erachtens ist es technisch sinnvoll, alle Module an einen WR und einen Speicher anzuschließen.

Ob und wann ich das Carport überhaupt baue, weiß ich noch nicht.

Was passiert denn nun, wenn 23 kWp anmelde, zur Inbetriebnahme nur 15 kWp angeschlossen sind und ich z.B. erst 2 Jahre später noch einige kWp anschließe? Was passiert rechtlich? Oder andersrum melde ich nur 15 kWp an und schließe innerhalb von 2 Jahren zusätzliche 8 kWp an.

Wie macht man es, wenn man aus technischen Gründen alles an einem WR und Speicher angeschlossen haben möchte, aber auch alles legal machen möchte? Und z.B. bereit ist auf die Einspeisevergütung auf die zusätzlichen 8 kWp zu verzichten?

Matthias

Hallo Matthias,

alle Module wirst du bei den vielen Ausrichtungen eh nicht an einen Wechselrichter anschließen, da mir nur WR mit max. 3 MPPT-Eingängen bekannt sind. Bei dir wären es aber 5 verschiedene Ausrichtungen, also eher mind. 2 WR.

Richtig ist, dass eine Erweiterung der Anlage innerhalb von 12 Monaten zu einer Anlage gezählt wird. Liegt die Inbetriebnahme weiter auseinander gilt sie als Neuanlage. Die Einspeisevergütung (sofern es dann noch eine gibt) wird dann Prozentual zu den installierten Peak-Leistungen berechnet.

Grüße

Heiko

Hallo Heiko,

das Carport hätte die gleiche Ausrichtung wie das Süddach. Von daher … ja, incl. Norddach wären es 4 Ausrichtungen.

Danke für den Hinweis mit der prozentualen Verrechnung. Nachgelesen und kapiert. Gut zu wissen.

Es sollte aber nicht nur die Ausrichtung gleich sein, sonder idealerweise auch die Neigung der Module. Auch spielt bei zwei unterschiedlichen Flächen evtl. mögliche Schattenbildung eine Rolle.
2 Strings können an einem Eingang auch nur bei gleicher Anzahl der Module im String parallel geschaltet werden.

Vermutlich gar nichts! Da kommt i.d.R. niemand zum Nachmessen und Nachrechnen. Bei uns hat der Eli angeschlossen und angemeldet, dann kommt jemand vom VNB und baut die benötigten Zähler ein, aber hat sich weder für WR noch unsere PV interessiert oder irgendeine Batterie. Kann bei jedem anders laufen, aber es wäre m.E. nur zu deinem Nachteil bzgl. EEG-Vergütung, wenn Du über 2 Jahre zuviel anmeldest. Dann bekommst Du für den Anteil an PV-Leistung, der die ersten 10 kWp übersteigt, etwas weniger - macht aber unterm Strich kaum etwas aus, bei den geringen Sätzen heute. Du hast ja durch die ‘Mehrangabe’ auch niemanden übervorteilt, wer soll dich deswegen verklagen?

Okay, interessant, werde ich bei meinen Planungen bedenken.

Bei meinen Eltern, denen ich eine 10 kWp Anlage auf’s Dach gebaut habe, habe ich es auch so erlebt, dass der VNB sich nicht für Anlagenwerte interessiert hat, sondern nur für vorschriftsmäßige Einbauten im Zählerschrank. Auf’s Dach haben die auf jeden Fall nicht geschaut und nach dem WR auch nicht.

Wenn man jetzt 23 kW anmeldet, aber vorerst nur 15 kW baut, würde man sich ja damit die aktuelle Einspeisevergütung für die restlichen 8 kW “sichern”, auch wenn sie erst später zubaut. Vorausgesetzt, es würde niemand kontrollieren und merken. Von daher wäre das sowas wie Betrug?

Ach, du meinst weil die Vergütungspreise alle 6 Monate reduziert werden? Daran hatte ich gar nicht gedacht.

Die andere Alternative wäre, du meldest jetzt einfach deine 15 kWp an und baust später nochmal irgendetwas dazu - interessiert ja auch keinen (solange Du nicht mehr als 14.x kW einspeist). Aber selbst das würde vermutlich in der Masse der PV-Betreiber untergehen, solange kein PV-Detektiv jede Zählerhistorie analysiert. Bei einem Smartmeter wäre das natürlich irgendwann per EDV/KI möglich - aber ich denke, das wäre noch ein langer Weg…

Letztlich sind das aber alles Peanuts gegen die großindustriellen Betrüger.