Die Takte zu reduzieren/verlängern wäre auch für sowas wie Sanftanlaufmodule oder andere Einschaltstrombegrenzer (NTC) sinnvoll. Dies haben auch eine begrenzte Takthäufigkeit (Pausenzeit zwischen Schaltvorgängen).
Im Prinzip muss dazu nur die Fördermenge passen. Vielleicht findest du mit dem HWW-Typ die Kennlinien, zur groben Abschätzung tuts aber auch ein anderes Gerät der gleichen Leistungsklasse.
Dann hängt es vom Einsatzzweck ab, wie soll die automatische Bewässerung erfolgen? Regner haben ebenfalls eine definierte Wassermenge abhängig vom Druck, bei einem Perlschlauch hilft nur ein größerer Druckspeicher.
Für diesen Fall einfach mal einen Eimertest durchführen (stoppen, wie lange es dauert einen 10-20L Eimer zu füllen), damit man zumindest eine Idee hat, was "was Brauchbares" bedeutet. Das klappt vermutlich in deinem Fall nicht ohne zu takten. Die Saugseite ignorieren wir jetzt mal, auf der Druckseite würde ich bei 20m für die Gartenschlauch-Anwendung aber auf jeden Fall auf mind. 3/4" verwenden.
Zu groben Abschätzung verwende ich gerne https://www.druckverlust.online/. Nehmen wir mal 10L Eimer in 30sek=1,2m³/h und 20m Schlauch: Ergibt für den 1/2" Schlauch (12,7mm Innendurchmesser, in der Praxis je nach Schlauch deutlich weniger) bereits ca. 2bar Druckverlust, bei 3/4 (19mm) nur noch 0,25bar. Ebenfalls gerne unterschätzt: Die ganzen Verengungen (gardenaähnliche Schnellkupplungen), da bleiben oft nur 6-8mm übrig (als sprungartige Änderung 2x >0,14bar (?)), das gleiche gilt für Kugelhähne! (einfach mal in die Öffnung reinschauen, gerade billige haben oft nur kleine Durchlässe) oder die Gartenspritze.
Ebenfalls könnte interessant sein, wie viel Wasser der Druckbehälter überhaupt aufnimmt, das ist abhängig vom Vordruck: Schlauchende schließen, HWW einmal laufen lassen bis es sich selbst abschaltet und dann Menge messen.
Ich habe ein ähnliches Problem (ohne Victron, ich will nur das Takten vermeiden um das Gerät zu schonen) und befülle deshalb ein IBC, die Bewässerung erfolgt dann quasi drucklos. Das hat außerdem den Vorteil, dass die Pflanzen nicht immer das frische, kalte Brunnenwasser bekommen.
@WattJetzt das eine korrekt installierte 3x5kW- Victronanlage mit einer Wasserpumpe nicht zurechtkommt, die im 10 Sekundentakt schaltet, halte ich für ein Gerücht. Da ist kräftig der Wurm drin. Auch Klappferrite oder Drosseln werden das Problem nicht beheben. Die MPs regeln Lastsprünge von 3kW locker aus, ohne daß das zu Problemen führen würde.
Vielleicht sind die Akkus für die Last zu klein oder die Verbindung zwischen Akku und MP ist an einer Stelle wackelig oder ein Übergangswiderstand, z.B. in einer Sicherung ist zu groß.
Die Frage ist was man als Problem definiert. In dem Setup mit EM540 als Netzzähler und 800W Nennlast der Pumpe (Einschaltstrom dürfte höher sein), trifft man auf die Kommunikation/Abtasrate des EM540 und das Rampenlimit des Systems von 400W/s
Wenn da also mal ~3 Sekunden vergehen bis eingeregelt ist, ist das so und nicht zwingend ein Problemfall sondern Natur der Sache. Messerscharf kontrolliert habe ich es aber nicht und das VRM Portal lässt mit seiner eigenen Trägheit aber vermuten dass es nicht ohne Netzbezug (ohne PV Leistung) bleiben wird mit der Pumpe.
Dann stellt sich die Frage, wie Dein System überhaupt arbeitet? Gibt es Akkus, wie groß, welche Solarleistung und was macht der EM540 in dem System? Vielleicht gibt es da von meiner Seite ein Missverständnis, denn das beschriebene Problem kenn ich nur bei Überlast, ich habe allerdings auch eine “Insel”, komplett ohne direkten Netzbezug.
Das ist ein essentieller Unterschied. Ein Off-Grid Victron-Anlage regelt nahezu in Echtzeit (<100ms). In einem OnGrid ESS ist sowohl der externe Referenzpunkt (Netzzähler) als auch das Stufenweise Ramping von 400W/s aktiv.
Für die 800W Pumpe im 10 Sekunden Takt sind das ~3 Sekunden beim Einschalten und nochmal ~3 Sekunden beim Abschalten. Damit ist man 6 Sekunden von 13 nicht eingeregelt unterwegs. Daran werde ich in dem Setup nichts ändern. Da es wie bereits erwähnt um Regenwasser und Gartenbewässerung geht, hab ich nicht vor hier groß zu investieren. Simpelste Handlungsweise, weiterhin Wässern wenn genug PV-Überschuss = Netzeinspeisung da ist, dann kann mir das ESS egal sein.
Lässt sich wie gesagt im On-Grid-Betrieb nicht anders betreiben und hängt mit der VDE-AR-N 4105:2018-11 und dem Zertifikat zusammen.
Nun gut, wenn ich da jetzt “mit der Brechstange” ran will nimmt man eben einen einzelnen Wechselrichter den ich mit an die Batterie klemme. Der sollte die Einschaltströme dauerhaft abkönnen und liegt nach Ersteindruck um die 100€.
Empfinde ich aber als zu kurz gedacht und der Betrieb der Pumpe, wie mehrfach erwähnt, ist nicht gut gelöst. Wie @Wibbing geschrieben hat dürfte mehr Druckspeicher also komplett neu oder parallel geschaltet das Problem des Taktens beheben und dann wesentlich weniger Störungen erzeugen aber auch die gesamte Pumpe schonen.
Klingt sehr gut, aber erfordert Invest. 50L Druckspeicher mit Schläuchen dürfte etwa bei 120€ auskommen. 100L bekommt man vlt. für 150€. Daran knusper ich gerade noch.
OK, klären wir den Sachverhalt mit der VDE-AR-N 4105:2018-11, diese VDE-Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 legt die technischen Anforderungen für Erzeugungsanlagen und Speicher fest, die über VDE-AR-N 4100 „Technische Regeln für den Anschluss von Kundenanlagen an das Niederspannungsnetz und deren Betrieb (TAR Niederspannung)“ hinausgehen.
Der Text liegt mir natürlich nicht vor, aber da soll es eine Bedingung geben, die festlegt, dass Wechselrichter einer Laständerung nur mit max. 400W/s folgen dürfen? Also wenn ich eine Platte an meinem Induktionsherd mit 2000W einschalt, dann darf der WR erst nach 5 Sekunden diese Leistung bereitstellen?
Ich hatte einmal einen Citroen CX, ein Traumauto, da müsste man nach dem Start des Motors einige Zeit warten bis die Hydraulik den Wagen zuerst hinten dann vorne angehoben hatte, dann konnte man von dannen gleiten….
Der Vergleich mit der Herdplatte hinkt leider fundamental. Eine Herdplatte ist ein passiver Verbraucher – sie zieht Strom, das Verbundnetz liefert ihn sofort durch seine physikalische Trägheit (rotierende Massen aller Generatoren im Netz). Das passiert automatisch und bedarf keiner Regelung.
Die VDE-AR-N 4105 regelt aber keine Verbraucher, sondern Einspeiseeinheiten – also Erzeuger und Speicher die aktiv Strom ins Netz abgeben. Und genau das tut mein ESS wenn es versucht den Netzbezug auszuregeln: es speist ein. Würden tausende dezentrale Speicher dabei unkontrolliert von 0 auf 100% springen, könnte das das Netz destabilisieren. Genau das verhindert der Leistungsgradient von 400W/s.
Die Herdplatte darf also springen, das ESS beim Einspeisen nicht – nicht weil Victron das so will, sondern weil die Zertifizierung nach VDE-AR-N 4105 es vorschreibt.
Die einzige Möglichkeit, um den Netzbezug bei dem fast irrsinnigen Regelverhalten der Gartenpumpe in den Griff zu bekommen, ist sie auf den AC-Out 1 des MP zu legen. Dann liegt sie im “Notstrombereich” und unterliegt nicht mehr der 400W/s Vorschrift.
Wenn aber ein Gartenwasserwerk alle 10 Sekunden tackten muss, dann ist da auch der Wurm drin.
Hast Du das ausprobiert? Nach Netzrecherche scheint es nicht eindeutigob Lastspitzen immer aus der Batterie gepuffert wird. auch je nach Modus der eingestellt ist.
Etwas später…habe ich es endlich verstanden, die Verbraucher zwischen RM540 und MP2 werden zunächst durch das Netz und mit dem Anstieg von 400W/s sukzessive aus dem Victron (Solar + Batterie) versorgt. Schaltende Verbraucher, wie z.B. ein Bügeleisen oder eine flatternde Pumpe, bringen diese Regelung natürlich durcheinander. Langer Draht…
Stellt sich die Frage, warum überhaupt Verbraucher zwischen EM540 und MP2, und nicht alle Verbraucher an AC-Out, gibt es dafür gute Gründe?
Aber folgender Status: Die Pumpe schaltet ein und arbeitet für 10 Sekunden bis der Druck erreicht ist. Nach 18 Sekunden schaltet sie dann erneut ein.
Nur mit dem neuen Druckschalter sehe ich extrem wenige Ausfälle des Victronsystems. Da es flott ging nun um sämtliche Datenleitungen und insbesondere die RS485 Anbindung des Netzzählers nochmal am Anfang und Ende mit Klemmferriten bestückt.
Seitdem konnte ich keinen Ausfall mehr beobachten.
Ich werde wohl noch das RC-Glied über den Schaltkontakt packen und dann so erstmal damit Wässern bzw. den Anschluß noch auf den AC-OUT legen und dann hoffentlich erstmal taugliche und oekonomische Lösung haben.