Projektvorstellung: Deye 12K-SG01HP3 & Dyness HV am SolarEdge-Bestand (Schwarzstartfähig via GEN-Port)

Hallo zusammen,

ich plane aktuell die Erweiterung meiner bestehenden SolarEdge-Anlage (~20 kWp an 3 SE-WR). Ziel ist die Einbindung eines Speichers sowie die Absicherung des gesamten Hauses gegen Stromausfälle (Ersatzstrom).

Hier die Eckdaten der Planung:

  • Zentraler Wechselrichter: Deye SUN-12K-SG01HP3-EU-AM2 (Hochvolt).

  • Speicher: Dyness Powerbox Pro (HV) oder ähnlichen.

  • Bestand: 3 SolarEdge Wechselrichter (AC-gekoppelt am Gen-Port des Deye).

  • Speicherbestand: Ein LG RESU 10H (bleibt am SE-WR, Steuerung über SE-Smartmeter).

Besonderheiten der Verschaltung (siehe Schaltplan):

  1. Zählerkaskade: Ich setze einen Eastron SDM630 (für Deye) und das SolarEdge Smartmeter in Reihe in den neuen Unterverteiler. Dieser UV ist über 5x16mm² direkt am Netzanschluss angebunden und versorgt das gesamte Haus.

  2. Bypass-Lösung: Ein Kraus & Naimer Umschalter (KG64B) dient als Revisionsschalter. Falls der Deye gewartet werden muss oder ausfällt, kann das Haus direkt auf Netzbetrieb umgeschaltet werden.

  3. AC-Kopplung: Die SE-Wechselrichter hängen am Gen-Port des Deye, um bei Netzausfall (Inselbetrieb) die Akkus über die SE-Anlage nachladen zu können (Schwarzstartfähigkeit).

  4. Absicherung: DC-seitig ist ein 4-poliger Noark (50A, 1000V) geplant; AC-seitig Hager MBN350.

Meine Fragen an euch:

  • Haltet ihr die Zählerkaskade im Unterverteiler für sinnvoll?

  • Gibt es Erfahrungen mit der Frequenzverschiebung (Frequency Shifting) des Deye am Gen-Port bei vollem Akku und gleichzeitig hoher SE-Produktion?

  • Habt ihr Verbesserungsvorschläge?

Ich freue mich auf euer Feedback und Verbesserungsvorschläge!

**VG, Andreas

Update:**

Ich habe mich kürzlich mit ähnlichen Gedanken zur Notstromversorgung meines Hauses beschäftigt.
Meine Anregungen/Hinweise:

  1. Den Deye immer so auslegen, dass er die ganze Backuplast im Notstromfall tragen kann. Andernfalls wird es, wenn zuviel Leistung gefordert wird, erstmal dunkel im Haus. Zusätzlich wüürde ich noch über Kuppelschalter nachdenken, welche die Wallboxen abwerfen, sobald Netzausfall ist, sonst brauchst du über 40kW Deye. Alternative: Die Wallboxen nicht auf den Loadausgang hängen.
  2. Wozu Zählerkaskade? Nimm für den Deye die CT-Klemmen und für die Solaredge das bisherigen Strommessgerät. (Problem könnte bei Netzausfall die Ladung der bisherigen Batterie am Solaredge werden, weil der nix mehr vom Überschuß weiss. Das Problem hast du auch bei Kaskade, weil der Deye bei Stromausfall alles intern regelt.)
  3. Erfahrungen zum Inselbetrieb habe ich keine, die Deye steuern aber auch die echten Genos über Frequenzanhebung bis zum Abschalten, das sollte die Solaredge entsprechend berücksichtigen.
  4. Schwarzstartfähig???: Die Solaredge funktionieren doch nur, wenn sie Netz haben, oder?
    Wie sollen die denn dann die Batterie laden und schwarzstartfähig sein, wenn es kein Netz vom Deye gibt? Du müsstest über gewisse Regeln sicher stellen, dass im Akku am Deye immer eine Restladung vorhanden ist, die ihm erlaubt ein Netz für die anderen WR am Gen-Port bereitzustellen. Schwarzstart ist das noch nicht, sichert aber zumindest eine höhere Betriebszeit, falls die Sonne scheint, während das Netz weg ist. Echte Schwarzstartfähigkeit bekommst du erst mit einem Ladegerät an der Batterie das völlig netzunabhängig funktioniert. (Siehe Victron MPPT)
  5. Schau mal nach den Dyness Stack100 Batterein, die sind derzeit mit 150-170€/kWh recht günstige HV-Batterien.

Herzliche Grüße
Eclipse

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Hallo Eclipse,

erst einmal besten Dank für deine ausführliche Antwort und die wertvollen Denkanstöße! Zu deinen Punkten habe ich mir bereits einige Gedanken gemacht:

Zu 1 (Lastmanagement & Wallboxen): Da der Deye SUN-12K bis zu 80A Passthrough (ca. 55 kW) stemmen kann, sehe ich physikalisch erst einmal kein Problem bei der Durchleitung zum Haus. Was den Notstromfall angeht: Du hast völlig recht, Überlast ist hier das Risiko. Ich löse das aber softwareseitig: Wir steuern unsere Wallboxen bereits über evcc und Node-Red. Im Falle eines Netzausfalls fahren wir die Ladeströme automatisch auf Null oder regeln sie hart ab (ähnlich wie bei der §14a EnWG Ansteuerung). So verhindern wir, dass der Deye im Inselbetrieb in die Knie geht.

Zu 2 (Messung & Regelung): Ich hatte ursprünglich das Eastron SDM630 für die Regelung im Kopf, aber nach deinem Hinweis und weiteren Recherchen bin ich nun doch auf die CT-Klemmen umgeschwenkt. Da mein Unterverteiler (Hager Vector VE212DN) direkt neben dem Deye sitzt, sind die Wege kurz und die Regelung über die CTs ist einfach deutlich flinker für die Nullausregelung. Das Schema habe ich entsprechend angepasst. Dennoch ist mir wichtig, dass das System auch ohne externe Software-Regelung (Home Assistant/Node-Red) stabil läuft – quasi als "Fallback".

Zu 3 & 4 (Inselbetrieb & SolarEdge am GEN-Port): Hier liegt der Clou: Der Deye bietet am GEN-Port den Modus "Micro Inverter Input". In diesem Modus baut der Deye im Inselbetrieb ein eigenes Netz für die drei SE5000 auf. Er nutzt dabei Frequency Shifting, um die SolarEdge-Wechselrichter bei vollem Akku kontrolliert abzuregeln (die SE reagieren ja nach Norm auf die Frequenzanhebung).

Das Thema Schwarzstart ist damit auch gelöst: Solange ich einen "Battery Reserve" (SoC) im Deye vorhalte, kann er morgens das Netz für die SE-WR "anschubsen". Sobald die Sonne scheint, laden die SE-Wechselrichter über den Deye den Akku wieder auf – ein klassisches AC-Coupled System im Inselbetrieb.

Zu 5 (Batteriewahl): Die Dyness-Systeme habe ich verglichen. Soweit ich das sehe, ist die von dir genannte Stack-Serie in der Erweiterbarkeit oft limitiert. Ich tendiere daher zum Dyness Tower (HV). Dieser ist modular aufgebaut, sodass ich später einfach weitere Batteriemodule dazustecken kann, falls der Speicherbedarf wächst.

Nochmals danke für den Input – das hat mir geholfen, das Thema CT-Klemmen nochmal neu zu bewerten!

Beste Grüße,
Andreas

Umbau.pdf (253,4 KB)

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Deine Schlussfolgerung zum Stack100 verstehe ich nicht.
Der Stack100 ist genauso modular wie der von dir favorisierte Dyness Tower T7, nur mit größeren Modulen. Der geht von 15,36 bis 76,8kWh für eine Anlage und es können noch bis zu 15 parallel geschaltet werden. Da kannst du alles abbilden von 15,36kWh bis über eine MWh, falls du Platz hast... :nerd_face:
Vor dem Hintergrund des Notstroms und der geplanten "Reserve" scheint mir eine größere Batterie sinvoller, als der T7 mit 7kWh.
Ich habe im Rahmen meiner Planung die beiden System auch preislich gegenüber gestellt und der T7 liegt bei über 190€/kWh, der T21 noch bei 165€/kWh während der kleinste Stack 100 bei 167€/kWh losgeht und für das 51,2kWh Modell bei 137€/kWh liegt. (Das 51,2kkWh modell deshalb, weil die Spannung gut zu meinen PV-Strings passt und der Batterie-Turm mit 1,60m Höhe noch gut aufzubauen ist. Außerdem soll die Effizienz bei 512V Batteriespannung nahe dem Optimum leigen.
Ist natürlich eine Preis-/Bedarfsoptimierung, die von deinen persönlichen Anforderungen getrieben ist. Für mich und meinen Bedarf ist der Stack100 daher deutlich attraktiver als der Dyness Tower.

Herzliche Grüße
Eclipse

Schaue ich mir später genauer an, ich hatte kein Modul zur Erweiterung gefunden.

Ja die 7kWh ist mir auch nicht genug, ich strebe so 20kWh zu dem Resu und dem Marstek an, bin aktuell nicht ganz so flüssig wie ich gerne wäre.

Ah, jetzt sehe ich, warum ich den nicht auf dem Schirm hatte: Der Stack100 fängt erst bei 15 kWh an und liegt bei ca. 2.600 €.

Das ist preislich pro kWh zwar top, aber aktuell möchte ich das Geld nicht auf einmal binden. Ich halte mir die Option aber definitiv im Hinterkopf! Mein Plan ist jetzt erst einmal, die gesamte Installation (Deye + SolarEdge AC-Kopplung) zeitnah fertigzustellen und den Akku dann im zweiten Schritt dieses Jahr nachzuschieben.

Danke dir aber trotzdem für den Hinweis, solche Preis-Leistungs-Tipps sind immer wertvoll

Btw. ich habe meine Planung noch etwas verfeinert und oben im ersten Beitrag rein kopiert.

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