Ich bin ja auch sehr dafür, dass wirklich alles berücksichtigt und bezahtl werden muss. Natürlich muss da auch der Einkaufsprozess entsprechend bezahlt sein und auch der komplette organisatorische Aufwand. Ich hab beruflich auch einiges an Kostenrechnung gemacht und weiß, was da alles berücksichtigt werden muss.
Was ich nicht mag, ist diese Abzockerei. Wenn ein Überspannungsschutz im Internet für 65 Euro zu bekommen ist, dann hat auch der Verkäufer des Online-Shops ja schon eine Menge organisatorische Kosten mit eingerechnet. Wenn das gleiche Bauteil dann für einen UVP von 500 Euro dem Endkunden in Rechnung gestellt wird, hat das für mich nichts mehr mit realem Aufwand zu tun, das ist für mich Abzocke. Und wenn der Großhändler das Teil für 250 Euro dem Elektriker verkauft, stimmt auch gewaltig was nicht.
der hiesige Elektrogroßhändler hat einen eigenen Lieferdienst, da bist du je nach Lieferadresse aber erst später am Tag dran. Wenn du es also direkt morgens auf der Baustelle brauchst, dann mußt du in's Abhollager fahren.
ich will nicht wissen wie viel Umsatz z.B. Würth oder Hansa-Flex mit ihren Popupstores auf Großbaustellen macht
Ich bin auch gegen Abzocke und ärgere mich, wenn ich sie sehe.
Ich habe aber auch noch nie einen Dehn Überspannungsschutz als Kombiableiter an der Sammelschiene für weniger als 200€ entdecken können. (Von Hager oder ABB kosten die vergleichbar)
Mein Ele hat mir damals auch 250€ abgenommen, als er ihn eingebaut hat.
Es gibt da verschiedene Versionen des Dehn Überspannungsschutz, die kleine Verison (2+3) zum Verdrahten und die große Version (1+2+3) für die Sammelschiene.
Die Kleine kostet um die 50€ und die Große um die 200€.
Reden wir bei deinen 65€ und 250€ jeweils über die große Version?
Steck da jetzt auch nicht so drin, aber der für 61,50 Euro hatte einen UVP von 438,87 Euro (siehe Link oben). Und ich hab schon zahlreiche Handwerkerrechnungen gesehen, wo die UVPs der Hersteller angesetzt wurden.
Das Schlimme ist ja, dass es vermutlich ein “völlig legaler Wucher” ist…
Ich nehme an, wenn man eine “UVP” verrechnet (selbst wenn die normalerweise nie jemand zahlen würde - es ist ja quasi der fiktive “statt Preis”) so ist das in jedem Fall legal. (Dürfte aber auch erklären, welchen Sinn diese ominösen “UVP” wirklich haben…)
Gleichzeitig gibt es aber ein Gesetz gegen Wucher, das in anderen Bereichen wie Miete bereits bei “nur” 50% (!) über dem “marktüblichen Preis” greifen kann und auch bei 20% kann es schon eine Ordnungswidrigkeit darstellen.
Hier geht es aber u.U. um mehrere 100%
Aber ganz grundsätzlich sind die völlig unangemessenen Materialpreise - zusätzlich zu den eigentlichen Arbeitskosten - problematisch. In allen Bereichen. (also dort wo so “gearbeitet” wird - ist ja zum Glück nicht immer so…)
Einerseits schön, weil da so viele mitverdienen, dass auch viele Arbeit haben…
Andererseits unschön, wenn man diese enormen Aufpreise bezahlen muss ohne nennenswerten Mehrwert.
Der aus dem Link oben ist auf jeden Fall der Kleine, das erkennst du an den Schrauben.
Wenn den jemand für 400 Ocken auf die Rechnung knallt käme ich mir auch abgezockt vor.
Auch bei Handwerkern gilt Vertrauen aufbauen, am besten Empfehlung von Freunden oder guten Bekannten.
Schwarze Schafe gibt es in jeder Branche, die muss man halt rechtzeitig identifizieren und auch andere vor denen warnen.