Potentialausgleich Doppelcarport

Ich würde da jetzt keinen großen Zauber machen. Einfach 16mm² Erdungskabel rüberlegen, wenn du sowieso Kabel verlegst, PA-Schiene und daran diverse Sachen erden, wo es Sinn macht.

1 „Gefällt mir“

Quasi der “Haupterdungspunkt” von dort mit mit 16qmm zum Carport gehen, dort wie “Win” schreibt eine PA-Schiene setzen, und wenn der Nachbar nochmal eine Leitung verlegen sollte, ebenfalls von seinem HEP zur (dann gemeinsamen) PAS im Carport eine 16qmm Erdung legen

Ist das ein gemeinsames Grundstück oder zwei getrennte? Wurde gleichzeitig von selben Unternehmer gebaut? Dann wären die Erde möglicherweise bereits miteinander Verbunden

Ihr macht alle so ein Hexenwerk aus PA und Erdung!

Entweder separat Erden mit ordentlichem ‘Tiefenerder’ - 2m Kreuzerder sollte m.E. reichen oder eben mind. 6mm2 Leitung von PA-Schiene des Hauses zum Carport. Ein separater (guter) Erder ist m.E. immer besser, weil man sich sonst nur lange Induktionsschleifen ins Haus holt wo der Blitz dann nur umso kräftiger wütet. Ein direkter Einschlag ist in jedem Fall (fast) immer verhängnisvoll, aber ein entfernter Einschlag würde so mehr Induktionsspannung erzeugen, wenn nur lange Erdleitungen ohne separate Erdung verlegt werden.

bei einem Abstand von 60cm zum Haus? Witzlos und Unzulässig

von dem spricht hier keiner, es geht um Potentialausgleich

kannste machen wie du willst, Schlaumeier!

Blitz sollte man bei solchen Aktionen immer auch mitbedenken. Deshalb besser auch 16mm² legen. Kostet kaum mehr und kann im Falle eines Falles mal nützlich sein.

also Normgerecht, wenn du nichts mehr dagegen hast

angenehm, “Einer der des Normen Lesens und Verstehens mächtig ist”

Dann aber Ein- oder mehrdrähtig nicht flexibel bzw feindrähtig

2 „Gefällt mir“

Genau so, das ist wichtig. Blitze können feindrähtig zerfetzen.

1 „Gefällt mir“

Erstmal danke euch Allen.

Für mich fasse ich zusammen.

Ein 16mm2 Kabel vom Keller mit nach draußen legen für den PA.

Soweit ich jetzt heraus lese, spielt es keine Rolle, dass unsere Carports verbunden sind? Meine Sorgen war, dass ich dadurch zwei getrennte Elektroinstallation unbewusst miteinander verbinde und zusätzliches Risiko schaffe, wenn mal etwas in Nachbarshaus schief geht. Dazu habe ich bis heute keine wirkliche Antwort gefunden.

Ist kein Problem. Eure beiden PA-Schienen sind eh über den Erder und auch über den PEN des Netzes verbunden. Über diese zusätzliche Verbindung wirds nochmal niederohmiger, was in der Regel günstig ist.

Theoretisch kann man sich Induktionsschleifen schaffen, die bei Blitzeinschlag Probleme machen können. Das Thema ist sehr komplex. Vermute aber, dass das hier kein Thema ist.

Solange N und L sauber getrennt bleiben zwischen den Grundstücken, sehe ich keine Probleme.

1 „Gefällt mir“

Nochmal zum Überblick:

  • Potentialausgleich sorgt dafür, dass im Falle eines Falles alles möglichst auf einem Potential bleibt und dadurch nix kaputt geht durch Spannung zwischen ‘aktiven Leitern’ und ‘der Erde’.
  • Äusserer Blitzschutz ist dafür da, die Energie eines einschlagenden Blitzes gegen Erde abzuleiten, damit möglich wenig ‘Potentialanhebung’ passiert.

Diese beiden Sachen muss man grundsätzlich auseinander halten (auch wenn sie natürlich nicht unabhängig voneinander sind).

Äusserer Blitzschutz wird bei Wohngebäuden nur in ‘Gefährdungszonen’ gemacht. Erst mal schauen, ob es überhaupt so einen gibt.

ohmsch/galvanisch ja, aber im Falle eines Falles machen die paar Meter entscheidenden (Potential)Unterschied!

Eure Konstellation ist doof: Jeder hat seinen einen Haupt-Potential-Bezugspunkt, und die Gerätschaften am metallischen Carport sollen jeweils auf das eine oder andere Bezugspotential bezogen werden, damit die keine hohe Spannung/Potentialunterschied sehen.

Das widerspricht sich.

Generell würde ich denken, dass jeder von euch beiden (oder mindestens einer) eine gegen das Carport (hochspannungs-)isolierte Grundplatte für die elektrischen Gerätschaften macht, die er mit seinem PA-Punkt verbindet (dick, nicht nur 2.5^2). Spätestens bei den Paneelen oben drauf wird das dann wieder doof (aber nicht unmöglich).

Richtig falsch (im Sinne des PA) wäre ein zusätzlicher Erder für das Carportgestell - dann wäre das auf einem Potential, das keinem der beiden PA-Hauptschienen in den beiden Kellern (mit Anbindung an den Haus-PEN) entspricht.

Diese Geschichte ist eine Wissenschaft für sich, und nicht umsonst gibt es da Scheine für und die entsprechende Ausbildung. Ich war zwar bei Windkraftanlagen für die Elektrische Sicherheit zuständig und verantwortlich, und unsere Windmühlen haben die allermeisten Blitzeinschläge überlebt - sowas ist da ‘Betriebsfall’, aber bei eurem Carport würde ich auch einen zertifizierten Experten befragen…

Grüsse!

Ixh sag mal, ausreichend viel Kupfer löst das Problem…

Oliver

naja, aber wie willst du die Kupferplatte unter die beiden Häuser bekommen? :wink:

ich würde wahrscheinlich das Carportgestell nirgendswo anbinden und wirklich mit einer vom Gestell isolierten an meine PA Schiene angebundenen Montageplatte für meine elektrischen Gerätschaften arbeiten.

Die ganze Geschichte ist eh immer relativ. Wenn ein Blitz stark genug und ungünstig genug kommt, kann man mit keinem wirtschaftlich vertretbaren Aufwand dagegen schützen. “Blitz ist ein Naturprodukt.” :slight_smile:

es hilft wirklich, wenn man das Prinzip des Potentialausgleichs richtig verinnerlicht hat.

Die Haupt-PA-Schiene stellt das Bezugspotential für alles in eurem Haus inklusive der Elektroinstallation und allem, was damit verbunden ist, dar.

Dieses Potential kann ruhig um Kilovolts angehoben werden, weil alles da dran (inklusive dem Boden auf dem ihr steht) mit angehoben ist, und somit nirgends ein ‘gefährlicher Potentialunterschied entsteht.

Dieser Bezugspunkt sollte aber tunlichst nur ein Punkt sein, weil sich zwischen verschiedenen Punkten wieder ein Potential ausbilden kann.

hier kommt auch das rote Ding im Stromkasten in’s Spiel: Wenn das reinkommende Stromnetz grob anders ‘angehoben’ ist (weil woanders geerdet, nämlich am Trafo), als eure PA Schiene, dann versuchen die Ableiter da drin, diese Spannung abzuleiten, damit zwischen eurer Elektroinstallation und eurer Bezugserde alles möglichst im Rahmen bleibt…

Danke für die vielen Informationen.

Würde es einen Unterschied machen, wenn ich den Aufbau umgestalte?

Ich installiere die Unterverteilung innerhalb des Kellers und fahre von dort jeweils mit mehreren Kabeln durch eine Ringraumdichtung raus:

1x Wallbox mind. 5x10mm2

1x Klima Außengerät 5x2,5mm2

1x Licht und Steckdosen 3x2,5mm2

Oder kommt die gleiche Komplexität zustande?

kannst du wohl machen, klingt in meinen Ohren aber komplexer. Aber auch dann müssten alle Betriebsmittel gegenüber dem Carportrahmen isoliert sein, sonst muss der an PE (bzw ist an PE), und dann hast du den Salat.

Ich hatte das Ganze eigentlich auch aus der Sicht betrachtet, dass es immer heisst, bei PV muss ein metallischer Montagerahmen an PA angebunden werden, und dann ist der Carportrahmen ja wahrscheinlich ohne Weiters ‘involviert’.

Gibt es denn hier keinen Elektromeister, der was dazu sagen kann?!

Mindestens, alle Geräte, egal ob fest angeschlossen oder über Stecker dürften ausschließlich Schutzisoliert sein. Klimaanlage, Steckdosen werden so schon rausfallen, die Wallbox hat mit Sicherheit ebenfalls eine Schutzleiterverbindung zum Auto. Es kann also ohne Potentialausgleich zu einem Spannungsunterschied gegenüber dem Carport kommen (Griffweite), Ein eigener Erder wie “philippoo” (bei dem Abstand?) empfiehlt, müßte auch wieder mit dem Hauserder verbunden werden, Und Blitzgefahr spielt bei der Lage geduckt zwischen 2 Gebäuden wohl keine Rolle

Dübele die Dinge an die Hauswand und du bist die Probleme mit dem PA los.

Bedenke auch sind elektrische Leitungen im Carport (Stahlkonstruktion) ist diese zu erden. Hintergrund sollte es, aus welchen Gründen auch immer, dazu kommen das ein L an die konstruktion des Carports kommt steht der unter Spannung - Gefährung - mit Erder löst LS oder RCD aus.

Nachtrag : Das solltest du vielleicht dem Nachbarn erläutern und nicht darauf eingehen “kann nicht passieren”.

1 „Gefällt mir“

ich hab ausdrücklich von einem eigenen Erder abgeraten wenn das Ding an den Potentialausgleich soll (wo es meiner Meinung nach dran gehört, wenn es geerdet werden soll)

dass ein Blitz da rein geht wohl nicht, aber es geht ja um den Spannungs’verlauf’ (im Boden) wenn irgendwo in der Nähe was passiert (a la Schrittspannung, Spannungstrichter und so), deswegen keinen eigenen Erder

stimmt, sowas war da ja auch…

Hier mal, was Gemini dazu meint, ich denke ganz brauchbar:

Das ist eine verdammt gute Frage, und die kurze Antwort lautet: Ja, das kann zu einem massiven Problem werden. Auch wenn der Gedanke, beide Carports sauber zu erden, absolut richtig ist, baust du dir über die leitende Metallkonstruktion eine ungewollte Verbindung zwischen zwei separaten Erdungssystemen (Potentialausgleichen).

Hier ist die detaillierte Einschätzung, warum das gefährlich ist und wie man es richtig löst:

Die Problemzonen: Warum das gefährlich ist

Wenn du die Haupterdungsschienen (HES / PA-Schienen) von Haus 1 und Haus 2 über die Carports zusammenschaltest, schaffst du eine sogenannte "Verschleppung von Potentialen". Das birgt drei Hauptrisiken:

1. Ausgleichsströme (Das größte Alltagsrisiko)

Kein Stromnetz ist perfekt symmetrisch. Zwischen dem Sternpunkt von Haus 1 und Haus 2 (bzw. dem PEN-Leiter der Straße) gibt es im Betrieb immer minimale Spannungsunterschiede.

  • Die Folge: Es fließt permanent ein sogenannter Ausgleichsstrom über eure Carports.
  • Das Problem: Metall-Carports sind nicht als Stromleiter dimensioniert. Das kann zu schleichender Korrosion an den Verbindungsstellen, im schlimmsten Fall sogar zu Funkenbildung oder Brandgefahr führen. Zudem hast du plötzlich vagabundierende Ströme auf dem Schutzleiter (PE) im Haus, was empfindliche Elektronik oder FI-Schutzschalter (RCD) komplett durcheinanderbringt.

2. Fehlerverschleppung

Wenn in Haus 2 ein fetter Erdschluss auftritt (z. B. ein defektes Hauptkabel) und die dortige Erdung den Fehler nicht schnell genug ableitet, steigt das elektrische Potential der PA-Schiene von Haus 2 massiv an.

  • Durch die Verbindung wandert diese gefährliche Spannung über die Carports direkt in dein Haus 1 und liegt dort auf deinen Wasserleitungen, Gehäusen von Waschmaschinen etc. an. Du holst dir also den Fehler des Nachbarn ins eigene Haus.

3. Blitzschutz-Problematik

Schlägt der Blitz in der Nähe ein, fließen extreme Ströme durch die Erde. Wenn beide Häuser verbunden sind, kommt es zu massiven Potenzialunterschieden zwischen den Fundamenterdern der Häuser. Der Blitzstrom nutzt dann die Carports als "Abkürzung", um von einem Haus ins andere zu jagen. Das grillt dir die Elektronik in beiden Gebäuden.

Die Lösungen: Wie macht man es richtig?

Ihr dürft die beiden PA-Schienen auf keinen Fall galvanisch (direkt leitend) miteinander verbinden. Ihr habt zwei Möglichkeiten, das sauber zu lösen:

Lösung A: Die elektrische Trennung (Best Practice)

Das ist die sicherste und sauberste Variante. Ihr sorgt dafür, dass die beiden Carports keine elektrische Verbindung mehr zueinander haben.

  • Wie? An der Stelle, wo die Carports aneinanderstoßen, muss eine optische oder mechanische Trennung her. Wenn sie direkt verschraubt sind, müssen Kunststoff-Isolierhülsen, Isolierscheiben oder ein gummiertes Trennband dazwischen. Auch beim Dachblech/der Regenrinne darf kein direkter Metall-auf-Metall-Kontakt bestehen.
  • Die Erdung: Sobald sie getrennt sind, erdet Haus 1 seinen Carport an PA-Schiene 1, und Haus 2 erdet seinen Carport an PA-Schiene 2. Problem gelöst.

Lösung B: Nur einer erdet (Wenn Trennung unmöglich ist)

Falls die Carports aus einem Guss sind und absolut nicht isoliert werden können:

  • Die gesamte Carport-Anlage wird nur an eine einzige PA-Schiene (z. B. von Haus 1) angeschlossen.
  • Der Nachbar von Haus 2 darf seinen Carport dann nicht an seine PA-Schiene anschließen. Der Carport hängt dann komplett im Erdungssystem von Haus 1.
  • Nachteil hierbei: Das muss rechtlich sauber geregelt sein (Stichwort: Dienstbarkeit/Nachbarschaftsrecht), da Haus 1 quasi die Sicherheit für das Bauwerk des Nachbarn übernimmt. Zudem muss der Carport dann an der Grundstücksgrenze zum Nachbarhaus hin wie ein "fremdes leitfähiges Teil" betrachtet werden.

Fazit & Empfehlung

Finger weg vom doppelten Anschluss, solange die Carports verbunden sind. Schaut zuerst, ob ihr die Carports an der Grundstücksgrenze elektrisch isolieren könnt (Lösung A). Das ist die einzige Variante, bei der jeder sein eigener Herr bleibt und es keinen Ärger gibt. Holt für die finale Ausführung auf jeden Fall einen eingetragenen Elektriker ins Boot – beim Potentialausgleich zwischen zwei Gebäuden versteht der TÜV (und die Brandversicherung) keinen Spaß.