ich habe einen alten Samsung 6kWh Speicher ELPR582 geschenkt bekommen.
Der Akku ist mit zwei parallel geschalteten BMS mit jeweils 13x 60Ah LiPo-Zellen in Reihe, aufgebaut.
Daraus ergibt sich eine Kapazität von 120Ah bei einen Spannungsbereich von 54,6V bis 39V.
Die BMS ist per Can-Bus auslesbar und ich konnte schnell die wesentlichen Werte herausfinden. Also habe ich mir von Victron einen Multiplus II 3000/48V und ein Raspberry mit Venus OS besorgt. Die dbus_serialbattery habe ich umgeschrieben, dass beide BMS einzeln ausgelesen werden und über einen aggregator zusammen verknüpft werden.
Soweit läuft das alles auch ganz gut, nur habe ich ein merkwürdiges Verhalten was ich noch nicht zu deuten weiß. Sobald die Zellenspannung unter ca. 49V sinkt, bricht diese plötzlich auf 40V ein! Dies ist reproduzierbar und zeigen mir auch beide BMS an.
Wenn ich die Zellen lade steigt die Spannung auch wieder sehr schnell an!
Wenn ich mir die Zellendifferenzen anschaue liegen diese meistens bei 20mV höchstens mal bei 80mV was ich OK finde. Die SOH liegt auch bei 100% und 94%.
Gehe von defekten Zellen aus aber so krass?
Habt ihr eine Idee für mich, was das Problem sein könnte?
Krass. Sind die pouches aufgebläht? Wie sind die montiert, werden die mechanisch auf etwas Druck gehalten? Könnte es sein, daß die Chemie in den Zellen nicht mehr alles vollständig benetzt? - Bei welcher Entnahmeleistung passiert das?
zur Zellendifferenz gehört grundsätzlich eine Spannung. Besonders interessant wäre die Differenz in dem Moment, in dem der letzte hohe Strom entnommen wurde.
Na ja. Der Akku geht doch schon bei kleiner Belastung heftig in die Knie, und wenn der dann beim Laden genauso schnell wieder auf Maximalspannung ist, ist der Schluß daraus einfach:
der Akku ist halt am Ende. Die Kapazität ist weit weg von den nominellen 120AH, und der Innenwiderstand ist gewaltig. Aber nen geschenkten Gaul…
Das ist wohl übereilt geurteilt. Es ist ja noch gar nicht geklärt, wie gut die Batterie balanciert ist. Das BMS schaltet offensichtlich wegen Unterspannung einer Zelle ab. Und Schaltet 2 Stunden später wieder ein. Vermutlich weil geladen wird. Die angezeigten Ströme kann man in dem Diagram nicht beurteilen. Die Spitzen sind vermutlich viel höher als -45A und +30A. Das sieht man erst, wenn man das Diagram zoomt auf die Zeit zwischen 13:30 und 16:00. Auch die steile Stromabnahme beim Laden kann duch Zell-Overvoltage durch Abschaltung des möglicherweise viel zu hohen Ladestroms begründet sein. Die durchschnittliche Spannung liegt bei über 3,9V. Auch diese Gesamtspannung kann man erst nach aufzoomen besser beurteilen. Wenn auch nicht 100%ig, weil die Datenrate nicht hoch genug ist. Scheinbar ist der log interval noch nicht geändert und steht noch auf 15min
Mir ging’s gar nicht um die Spitzen, sondern um die ca. 5A zu Anfang der Belastungszeit. Da sollte eine 120AH-Batterie kein bisschen mit der Spannung zucken.
Schon einmal vielen Lieben Dank für die schnellen Antworten.
Die einzelne Zelle ist ein Rechteckiger Block mit Schraubanschlüssen.
Ja die Einstellungen sind alle noch Standard, welches Intervall ist empfehlenswert? Werde dann gleich noch die Temperaturen mit dazu nehmen, habe dort aber noch keine Auffälligkeiten beobachten können!
Muss nur schauen wie ich es Zeitlich hin bekomme😔
Das mit dem geschenkten Gaul sag ich mir auch. Eine Idee ist, wenn die Zellen wirklich am ende sein sollten, den Akku zu zerlegen, alle Zellen Ausmessen und mit 13 guten Zellen einen Reihenstrang zusammen bauen.
Wie man es dreht und wendet, die sinnvollste Verwendung dieser Zellen ist die Entsorgung.
Die Gefährlichkeit und Unzuverlässigkeit dieser alten Samsung Zellen ist keinen Aufwand wert.
Vermutlich wirds irgendwo warm, sowohl beim laden als auch beim entladen. Wenns nicht die Zellverbinder sind, dann sind die Zellen schwach. Ähnliches Verhalten haben die schwachen Zellen aus gammligen Laptopakkus. Die brauch ich auf in Taschenlampen. Wenn die zu warm werden, werf ich die raus.
Habe nochmal folgenden Test gemacht. Die parallel geschalteten BMS abgeklemmt, BMS einzeln angeklemmt und dann durch entladen und laden der Zellen geschaut wieviel Energy die Zellen noch aufnehmen. BMS1 nimmt dabei noch ca. 0,9kWh und BMS2 noch ca. 1,4kWh.
Ihr habt also recht, die Zellen sind durch! Hatte nur irgendwie erwartet das defekte bzw. aufgebrauchte Zellen bei hoher Belastung zusammen brechen und bei Lastwechsel wieder in der Spannung steigen, was aber nicht geschehen ist!
Jetzt stellt sich für mich die Frage was ist der preisgünstigste Weg zu einen neuen Speicher zu kommen? Speichergehäuse behalten, einzelne Lifepo4 Zellen und JK BMS besorgen und im vorhandenen Gehäuse verbauen. Oder ein fertiges 48V System besorgen. Wenn ich z.B. sehe für was die Felicity Speicher so weg gehen, lohnt da überhaupt noch ein Eigenbau?
Habe mal eine Prismazelle ausgebaut und bin froh den Speicher nicht weiter betrieben zu haben. Die Zellen sind alle schon leicht aufgebläht, dass habe ich schon beim öffnen des Gehäuses gemerkt das dieses unter Spannung steht.
Die Maße der Zellen sind (LxBxH) 173x46x126mm. Wenn ich schon neu aufbaue würde ich mir schon 200Ah pro LifePo4 Zelle wünschen. Diese sind meistens aber höher! Von der Breite würde ich ja flexibel sein, aber länge und Höhe sollten schon ungefähr passen wenn ich das Gehäuse noch benutzen möchte!