Planungshilfe: 18x Jolywood 460W (3x6) mit 48V Felicity Solar Speicher – Kostal AC-Kopplung vs. Deye Hybrid?

Hallo zusammen,

ich brauche dringend euren tech-versierten Input. Meine Module sind bestellt und werden bereits diesen Donnerstag geliefert. Beim Wechselrichter und beim Speicher bin ich mir aber immer noch nicht final sicher und brauche eine Entscheidungshilfe für eine komplette Neuanlage.

Die Fakten:

  • Module: 18x Jolywood 460 Watt (JW-HD96N-R2, N-Type TOPCon, 96 Zellen).

  • Geplante Aufteilung: Ich habe 3 Flächen à 6 Module (insgesamt 8,28 kWp). Es läuft also auf 3 Strings mit je 6 Modulen hinaus.

  • Gewünschter Speicher: Ich liebäugle stark mit einem günstigen 48V-Niedervolt-Speicher (z. B. Felicity Solar).

Das massive Spannungsproblem der 6er-Strings:

Laut Datenblatt der Jolywood 460W liegt die MPP-Spannung (V_MPP) bei gerade einmal 30,34 V unter Standardtestbedingungen (STC). Bei sommerlicher Hitze sinkt das im NMOT-Betrieb auf rund 29 V pro Modul.

Bei einem String von nur 6 Modulen bedeutet das:

  • V_MPP im Winter: ca. 200 V

  • V_MPP im Sommer (NMOT): 6 X 29 V = 174 V

Meine drei Optionen, die ich gerade in PV*SOL durchspiele:

  • Option A: Der Kostal Plenticore 7.0 (wird von PV*SOL als sehr passend ausgespuckt)

    • Warum es gut klingt: Die Start-Eingangsspannung liegt bei nur 95 V, der MPP-Bereich beginnt sehr weit unten. Der Kostal hat 3 vollwertige MPP-Tracker – ich könnte also alle 3 Strings (3x6) direkt an ein einziges Gerät hängen.

    • Das Problem: Der Plenticore ist ein reiner Hochvolt-Wechselrichter. Ich kann den 48V Felicity-Speicher dort nicht direkt anschließen. Ich müsste den Akku über ein Victron-System AC-seitig einbinden Alternativ müsste ich auf einen teuren Hochvolt-Speicher (BYD/Dyness) umschwenken. Das würde aber ein MPP Tracker wieder benötigen und ich müsste wieder mit zweit WR arbeiten…

  • Option B: Die Deye Hybrid-Lösung (SUN-6K-SG05LP3-EU 3-phasig)

    • Warum es gut klingt: Er schluckt den günstigen 48V Felicity-Akku direkt.

    • Das Problem: Der Deye 6K hat nur 2 MPP-Tracker. Ich müsste also 2 Strings (2x6) an den Deye hängen und den dritten String (6 Module) über einen kleinen, separaten String-Wechselrichter am Gen-/Aux-Port einbinden.

    • Das K.O.-Kriterium(?): Der MPPT-Bereich des 3-phasigen Deye 6K geht laut Datenblatt von 140V bis 700V, aber die Startspannung liegt oft bei 160V. Mit den 174 V im Sommer bin ich verdammt nah an der Untergrenze.

    • Meine konkreten Fragen an die Community:

  1. Springt der dreiphasige Deye 6K bei den niedrigen Spannungen der 6er-Strings (ca. 174V im Sommer) überhaupt stabil an, oder steigen die Tracker mir da ständig aus? Hat jemand Erfahrung mit 96-Zellern am Deye?

  2. Würdet ihr unter diesen Umständen den 48V-Niedervoltspeicher komplett kippen und ohne Speicher bauen ?

Ich hänge euch ein paar Screenshots aus PV*SOL an.

Vielen Dank für jede Hilfe!

Option C gibt es auch noch…

Kostal 7.0 für die PV Anlage und den deye 6k für den Speicher.

In 2027 ist ein Anbau an das Haus geplant wo dann nochmal 6 - 7 kwp geplant ist (12 Module mit 500-550 Watt) was ich auf 1 oder 2 Strings aufteilen kann. Dieses könnte dann an den deye angeschlossen werden., der bis dahin nur die Batterie regelt.

Oder jetzt ohne Batterie und in 2027 deye mit Speicher und 6-7kwp nachrüsten

Also in meiner Welt passen da 12 Panels der 600W Klasse als 2 string drauf Geht beim z.B. 12er Deye auf MPPT1. Damit bist beiVo ca 260V.

und über die Gaube packst noch 2 Panels dazu.Damit bist über 200V.

Warum willst einen kleinen WR nehmen? Hast du keine grossen Verbraucher? WP, Autolader?

Danke für die Antwort.

Die Unterkonstruktion und PV Module werden Donnerstag geliefert und dann montiert, daran wird nichts mehr geändert.

Die PV -Module und Belegung ist somit gesetzt.

Dann lass das mit String-WR und bau alles mit Victron.

Ich hab ähnlich beengte Verhältnisse und hab nach Beratung hier den Deye mit 20k genommen. An den Deye werden weitere Wechselrichter (Kaco 3.0 und MikroWR) an den GEN Port angeschlossen. Erst die Freifeld Anlage im Garten wird die Stringeingänge des Deye nutzen.

Der Deye hat genug Reserve um mein Auto komplett aus dem Speicher zu laden und ist mit der Anlage über GEN auch im Stromausfall funktional.

Außerdem kann der Deye die PV über Gen auf 0 schalten, wenn der EVU weniger Leistung will.

Daran habe ich noch nicht gedacht, du würdest die Module über victron Laderegler (in dem Fall 3x 250/60) anschließen oder wie kann ich den aufbau verstehen?

Für den deye könnte die Spannung zu gering sein weil die Strings zu kurz sind, da bin ich etwas unsicher.

Momentan wäre für mich der kostal plenticore 7.0 die richtige Wahl, Speicher dann über ein victron einbinden oder direkt den deye dafür hernehmen, aber wie sicher der Anbau ist…. Bauvoranfrage geht jetzt Freitag raus zum Amt, ob ich eine Baugenehmigung dafür sehe ist noch offen….

Nach viel hin und her, Simulation und Kostenberechnung komme ich zu folgendem Ergebnis:

gestaffelten Fahrplan, der für mich wirtschaftlich und baulich am meisten Sinn macht:

Phase 1: Jetzt (Sofort-Start)

Wechselrichter: Ich besorge mir günstig einen gebrauchten Kostal Plenticore Plus 7.0 oder 8.5. Der hat 3 echte MPP-Tracker und eine sehr niedrige Startspannung (120V). Er verarbeitet meine drei kurzen 6er-Strings perfekt.

Vorteil: Die Anlage geht sofort an den Start, erzeugt AC-Strom für das Haus und ich verliere keine Zeit. Das Thema Speicher und Hybrid-WR wird erst einmal komplett vertagt.

Phase 2: Nach der Baugenehmigung (Geplant: Oktober dieses Jahres)

Mit dem Holzständer-Anbau auf der Garage wird es dieses Jahr wegen der Einspeisevergütung leider nichts mehr – das Dach dieses Jahr noch fertig zu bekommen, ist zeitlich einfach zu sportlich.

ABER (Steuertaktik): Ich gehe fest davon aus, dass die steuerbefreiung (0% MwSt) dieses Jahr noch stabil bleibt. Falls sich abzeichnet, dass sie 2027 gekippt wird, schlage ich direkt nach der Baugenehmigung im Herbst/Winter zu und kaufe die restliche Hardware steuerfrei auf Vorrat.

Installation: Ein Deye-Hybrid und der 48V Felicity-Speicher werden dann schon als reines, AC-gekoppeltes Batteriesystem im Keller installiert. Der Deye "lauscht" am Zähler und schiebt den Überschuss vom Kostal in den Speicher.

Phase 3: Der Anbau steht (Nächstes Jahr)

Auf den Anbau kommen noch einmal 12 Module (ca. 6 kWp).

Diese 12 Module werden dann als ein langer, perfekter String direkt an die bis dahin freien PV-Eingänge des Deye-Wechselrichters geklemmt.

Das Ergebnis: Der gebrauchte Kostal holt das Maximum aus den 3 kurzen Strings. Der Deye kümmert sich um die neuen Module, regelt den günstigen 48V-Speicher und das System ist perfekt ausgelastet.

Was haltet ihr von diesem Phasen-Plan? Macht das wirtschaftlich und technisch so Sinn, oder habe ich irgendwo einen Denkfehler eingebaut?

Danke für eure Einschätzungen!